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 Das Geschenk der Nacht

Phantastische Erzählungen

Autoren: Frank W. Haubold
Illustratoren: Thomas Hofmann
Verlag: EDFC

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Ein Mann kehrt, von den Geistern der Vergangenheit getrieben, nach Jahrzehnten in seine Heimatstadt zurück. Sechs Jungs treffen sich, um eine Rakete zu Ehren ihres toten Freundes starten zu lassen. Ein fast hundertjähriger Plattenproduzent sucht auf dem Mars nach seinem persönlichen Frieden. Davon handeln drei der insgesamt elf phantastischen Erzählungen aus Frank W. Haubolds Kurzgeschichtenanthologie "Das Geschenk der Nacht".

Der Band ist in zwei Teile aufgeteilt, die sich größtenteils den Themen Grusel und Science Fiction widmen. Der erste Teil, welcher denselben Titel wie der gesamte Band trägt, enthält sechs Erzählungen, die am ehesten dem Bereich der dunklen Phantastik zugeordnet werden können. "Leonora" ist eine wundervolle, achtseitige Hommage an Edgar Allen Poe, während "Der Puppenmacher von Canburg" starke Ähnlichkeit mit dem "Rattenfänger von Hameln" aufweist (siehe hierzu auch die beiden Rezensionen zur Anthologie "Rattenfänger" (http://www.media-mania.de/index.php?action=rezi&p=1&id=1846" target="_blank">1 /http://www.media-mania.de/index.php?action=rezi&p=1&id=2032" target="_blank">2) vom Blitz-Verlag). "Das Labyrinth", mit knapp zweieinhalb Seite die kürzeste Geschichte des Bandes, weist fast schon kafkaeske Züge auf. Eine gewisse zentrale Position nimmt "Die Stimme des Blutes" ein, da Rückentext und Cover des Buches sich auf diese Erzählung beziehen.

Der zweite Teil "Das kalte Licht der Sterne" widmet sich klar der Science Fiction, mit Ausnahme von "Die Rakete", welche als einzige kein phantastisches Element enthält, aber dennoch sehr schön zu lesen ist. Die einprägsamste Geschichte hier ist wohl "Die weißen Schmetterlinge", die es geschickt versteht, eine Erinnerung aus den Sechziger-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einen futuristischen Kontext zu setzen. "Der traurige Dichter", die letzte Erzählung des Bandes, schließt den Kreis, indem sie einen Bezug zu seinem Beginn herstellt und mit "Der Puppenmacher von Canburg" eng verknüpft ist.

Die meisten Geschichten sind zudem mit einer Schwarz-Weiß-Zeichnung versehen, die jedoch vor allem im ersten Teil des Bandes jeweils eher unpassend wirkt, da es ihr aufgrund ihres Zeichenstiles nicht gelingt, die düstere, aber dennoch phantastische Stimmung einzufangen. Bei den Geschichten mit SF-Bezug gelingt dies wesentlich besser.

Das Cover ist schlicht, aber stilvoll gestaltet. Dominiert wird es von einer Farbphotografie, die eine junge Frau von einem alten Gemäuer in einer Vollmondnacht zeigt. Auf dem Rücken der unbekleideten Dame ist im Bereich der Lendenwirbel eine Art Tätowierung zu sehen, die einen Wolfskopf darstellt - eine Anspielung auf die Geschichte "Die Stimme des Blutes". Trotz seiner kräftigen, wenn auch dunklen Farben wirkt das Bild nicht aufdringlich, sondern steht in ästhetischem Kontrast zu dem nüchternen schwarzem Schriftzug unterhalb.

"Das Geschenk der Nacht" ist eine Sammlung phantastischer und fesselnder Erzählungen, die größtenteils den Genres Horror und Science Fiction entstammen. Das Buch eignet sich daher vorzüglich zum gelegentlichen Lesen und auch Vorlesen. Ein akzeptabler Preis tut sein Übriges, um es zu einer uneingeschränkten Empfehlung zu machen.

Markus Goedecke



Taschenbuch | Erschienen: 01. Januar 2004 | ISBN: 9783932621659 | Preis: 9,25 Euro | 200 Seiten | Sprache: Deutsch

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