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Interview mit Inka Loreen Minden
Interview mit Inka Loreen Minden
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Inka Loreen Minden
Inka Loreen Minden hat bereits eine Menge erotischer Texte veröffentlicht, Kurzgeschichten ebenso wie Romane, und man bekommt sie als Buch, Hörbuch und E-Book. Unter dem Pseudonym Lucy Palmer schreibt sie ebenfalls sehr erfolgreich.

Wie kam es dazu, dass Du Dich für das Genre Erotik entschieden hast? Gab es einen bestimmten Auslöser, war es eine bewusste Überlegung oder spontan?
Alles begann mit einem Jugendroman (unveröffentlicht) bei dem sich meine Helden immer näherkamen. Da hab ich plötzlich bemerkt, dass es mir richtig Spaß macht zu beschreiben, wie es zwischen zwei Personen knistert.

Du schreibst auch recht viel Gay-Erotik, also Liebesgeschichten zwischen zwei Männern? Was reizt Dich daran?
Das kann ich gar nicht so genau sagen, außer: Ein Mann ist heiß, zwei Männer sind eben heißer.

Was war die allererste Geschichte, die Du geschrieben hast? Kein Schulaufsatz oder eine andere Arbeit für die Schule, sondern wirklich als Geschichte? Und was war Deine Motivation? Nur ausprobieren oder hast Du da schon im Hinterkopf an eine Veröffentlichung gedacht?
Puh, nein, das war schon als Kind. Da stand für mich zwar schon fest, dass ich mal Autorin werden wollte, aber die ersten Geschichten und Bücher, die ich auch selbst illustrierte, schrieb ich nur für mich. Ich kann mich auch nicht mehr genau an meine erste Geschichte erinnern, weil ich schon schreibe, seitdem ich schreiben kann.

Wie reagieren Leute, wenn Du ihnen erzählst, dass Du Erotik-Autorin bist? Oder erzählst Du es nicht, bzw. nur sehr engen Freunden?
Ich gehe jetzt nicht damit hausieren, aber wenn das Thema zufällig auf den Beruf fällt, stehe ich dazu. Die Mehrzahl reagiert sehr positiv.

Hast du bei Deinen eigenen Romanen und Kurzgeschichten einen Lieblingstext? Und wenn ja, warum gerade diesen?
Eigentlich nicht. Meistens gefällt mir immer das am besten, woran ich gerade schreibe. In meine älteren Bücher möchte ich hingegen oft nicht mehr reinlesen. Man entwickelt sich ja immer weiter und findet es dann furchtbar, was man früher so fabriziert hat.

Passiert es Dir, dass Dich Leser mit einer Deiner Romanfiguren gleichsetzen oder glauben, Dich in den Geschichten zu finden?
Ganz am Anfang meinten einige Freunde: »Ui, da kauf ich mir eines deiner Bücher und dann weiß ich, was du so treibst.« Was natürlich Quatsch ist, wie die meisten sofort einsehen wenn ich kontere: »Jetzt nimm mal an, ich würde über eine psychopathisch veranlagte Frau schreiben, die reihenweise Menschen umbringt. Würdest du mich dann als potentielle Killerin sehen?«

Gibt es beim Schreiben Autoren, die Du als Vorbild ansiehst?
Nein, nicht direkt. Aber wenn ich ein Buch lese und es mir besonders gut gefällt, frage ich mich, warum das so ist. Dann analysiere ich den Text und schon hat man wieder was dazugelernt.

Deinen Texten ist zwar gemein, dass sie alle erotisch sind, dennoch unterscheiden sie sich stark in den weiteren einfließenden Genreelementen; paranormale finden sich bei Dir ebenso wie historische und Science Fiction. Hast Du Lieblings-Settings, die Du gerne öfter verwendest?
Ich schreibe unwahrscheinlich gern Geschichten, die im alten England spielen, wie zum Beispiel meine Gay Historicals. Aber auch Piratenromane faszinieren mich. Ich habe sehr viel über die vergangenen Jahrhunderte recherchiert, als ich das Buch »Der Freibeuter und die Piratenlady« schrieb, vor allem über die Seefahrt und diverse Schiffstypen.
Im Moment schreibe ich an einer paranormalen Romance, in der Dämonen, Engel und ein weiteres geflügeltes Wesen eine Hauptrolle spielen. Natürlich wird wieder eine ordentliche Portion Erotik darin vorkommen, wobei es mir immer sehr wichtig ist, diese in eine spannende Rahmenhandlung zu verpacken.

Hast Du Deine allererste erotische Kurzgeschichte jemandem zum Lesen gegeben? Wenn ja, wem? Oder hast Du sie direkt an einen Verlag geschickt?
Meine allererste erotische Kurzgeschichte hat ein Freund für mich testgelesen, aber ich hab sie nie an einen Verlag geschickt. Dazu war sie einfach noch nicht gut genug.

Was muss ein Held haben, um attraktiv zu sein?
Natürlich sollte er nicht hässlich sein, aber auch nicht unnatürlich gut aussehen. Er darf schon seine Makel haben, das macht ihn nur interessanter. Mein Held muss etwas Dunkles ausstrahlen, vielleicht eine düstere Vergangenheit haben oder ein schreckliches Geheimnis mit sich herumtragen. Also all das, was die Leserinnen und Leser neugierig auf ihn macht. Er darf verwegen und abenteuerlustig sein, aber stets loyal. Vielleicht hab ich deswegen eine Schwäche für Piratengeschichten.
Ein Held muss Ecken und Kanten besitzen und sollte ein wenig Macho sein. Natürlich ein liebenswerter Macho mit Charme. Mal ehrlich, welche Frau wünscht sich schon einen Softie? (lacht)

Gibt es etwas, was Du gerne schreiben würdest, aber bisher noch nicht geschrieben hast?
Hmm (überlegt), eigentlich hab ich schon all meine Lieblingsgenres bedient. Was jedoch alle zu eigen haben ist immer das gewisse Kribbeln.

Viele Autoren haben beim Schreiben ja bestimmte Vorlieben, wie Schokolade in Reichweite, Musik, Kaffee, usw. Wie schaut das bei Dir aus?
Jipp, Schokolade in Reichweite: unbedingt! Ohne meine Hirnnahrung geht nichts. Wenn ich mal wieder einen Gedankenblitz brauche, ess ich vorher etwas Süßes.

Im Namen von Media-Mania.de danke ich für das interessante Gespräch. Ich freue mich schon auf weitere Bücher.

Mehr über die Autorin und ihre Werke auf ihrer Homepage:
www.inka-loreen-minden.de
Geführt von Maren Frank am 12.10.2010