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 Stuart Pigotts kleiner genialer Weinführer 2009

Autoren: Stuart Pigott
Verlag: Scherz

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Preis - Leistungs - Verhältnis
Zu einem guten Essen gehört im Allgemeinen auch ein guter Wein. Das riesige Angebot in Weinhandlungen, von Supermärkten und Drogerieketten ganz zu schweigen, und die Fülle an Weingütern gestalten die Auswahl allerdings schwierig. Mancher Weinfreund greift deshalb gern auf einen Weinführer zurück und verlässt sich ein Stück weit auf die Kenntnisse eines anerkannten Sommeliers oder Weinjournalisten, im vorliegenden Fall Stuart Pigott.
Pigotts Führer ist klar und nutzerfreundlich gegliedert. In seiner Einleitung stellt der Autor klar, dass er nur mehr oder minder subjektive, freilich begründete Empfehlungen geben kann, und er präsentiert nach Kategorien seine Lieblingsweine des Jahres. Auch kann der Leser sich eingangs über Wein-Irrtümer und die Gesetze des Weins informieren sowie über weitere Parameter, die den Genuss beeinflussen, und sei es das verwendete Glas. Anschließend listet der Autor seine Lieblingsrebsorten auf, rot und weiß, natürlich einschließlich einer Charakterisierung. Darauf folgt eine Anleitung zum Gebrauch des Führers.
Den Hauptteil des Weinführers machen erwartungsgemäß die empfohlenen Weine aus, gegliedert in Rot und Weiß, jeweils untergliedert nach "trocken", "süß" und Schaumwein; selbstverständlich findet man auch ein Kapitel über Rosé. Schließlich listet der Autor, ebenfalls nach Kategorien geordnet, seine Lieblingsweine über 50 auf. Eine Übersicht über Pigotts Lieblingsweinhändler in Deutschland sowie ein Orts- und Produzentenregister vervollständigen das Buch. Zwei linierte Doppelseiten sind für Notizen vorgesehen.

Stuart Pigott wendet sich vor allem an Genießer, die ohne allzu großen Aufwand gute Weine zu vernünftigen Preisen oder aber ausgezeichnete Weine zu angemessenen Preisen erwerben möchten, und dies möglichst online. Die so genannten Kenner, ob von eigenen Gnaden oder als solche allgemein anerkannt, werden sich vermutlich ohnehin auf ihre eigenen Erfahrungen verlassen und nicht auf ein letztlich subjektives Buch.
Pigott freilich will den Leser nicht kraft seines eigenen Kennertums zum Konsum irgendeines Weines überreden, sondern ihm Anregungen liefern. Hierzu hat er ein unkompliziertes Bewertungssystem entwickelt, das bis zu fünf Punkte für die Qualität und für den Preis vergibt. Neben Pigotts Wertung ist auch Raum für die Wertung durch den kritischen Leser vorgesehen. Dass Eigenständigkeit bei der Beurteilung legitim und wünschenswert ist, erläutert Pigott bereits in seinen einleitenden Kapiteln. Der Wein soll dem schmecken, der ihn trinkt, und dies unabhängig von irgendwelchen Vorgaben.
Die einzelnen Weine werden mit Angabe des Weinguts, Herkunftslandes, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und schließlich Bezeichnung und Rebsorte vorgestellt. Darauf folgt die Bewertung nach Preis und Pigott-Punkten für die Qualität einschließlich der erwähnten Möglichkeit zur Punktevergabe durch den Leser. Im Anschluss beschreibt Pigott den Wein.
Da er sich natürlich ein bisschen von den vielen Veröffentlichungen zum Thema abheben muss, setzt der 1960 in London geborene Autor auf Nonchalance und Pepp in seinen Ausführungen. Dadurch kommt er sicherlich Lesern entgegen, die neben dem "Fachchinesisch", das heißt, " verfügt aber über enorme Reserven an Ausdruck (dunkle Früchte, dunkle Erde)", auch klare Worte schätzen wie "die Harley-Davidson des deutschen Rieslings". Wer die auch auf den Etiketten gern zitierten Frucht- und sonstigen Aromen nicht recht herausschmeckt, wird mit Pigotts lässigen Vergleichen definitiv etwas anfangen können. Und falls man einen geeigneten spritzigen, nicht zu teuren "Party-Saufwein" sucht, bietet Pigott ganz konkrete Anregungen. Ein paar der von ihm präsentierten Weine stammen übrigens aus Supermärkten und Drogerieketten und eignen sich bei guter Qualität auch für den kleinen Geldbeutel.
Dank der sinnvollen Gliederung und des Registers findet man sich leicht zurecht. Pigotts Beurteilungen sind Stichproben der Rezensentin zufolge, die freilich im Sinne ihrer Leber und Liquidität nicht allzu üppig ausfielen, im Allgemeinen gut nachvollziehbar. Was fehlt, sind die Internetadressen der aufgeführten Anbieter - die meisten haben eigene Websites und komfortable Bestellformulare. Ansonsten lässt sich mit dem Führer vorzüglich arbeiten, und man darf sich auf manche tolle Entdeckung gefasst machen, gleich, welche Art Wein man bevorzugt. Dass Pigott seinen Lesern in puncto Beurteilung Gleichberechtigung zubilligt, dürfte diese freuen und umso empfänglicher für und neugierig auf seine Tipps machen.
So macht die Suche nach dem persönlichen Favoriten Spaß!

Regina Károlyi



Softcover | Erschienen: 1. August 2008 | ISBN: 9783502150992 | Preis: 9,90 Euro | 192 Seiten | Sprache: Deutsch

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