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 Der Spion


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton


Während des amerikanischen Bürgerkriegs der Südstaaten gegen die Nordstaaten terrorisiert Quinn mit seiner Bande die Ortschaften. Dabei geht es ihnen nicht nur um die Vorteile der Südstaatler, sondern vor allem um die eigene Bereicherung. Nikodemo und seine Truppen jagen den skrupellosen General Quinn, ebenso wie der Spion Campbell, der noch eine offene Rechnung mit ihm hat. Gemeinsam wollen sie dem grausamen Südstaatler eine Falle stellen?

Mit "Der Spion" legt der Maritim-Verlag die Vertonung des historischen Abenteuerromans von Balduin Möllhausen vor. Das Hörspiel bildet eine in sich abgeschlossene Geschichte und spielt während der Wirren des amerikanischen Bürgerkrieges, nach dessen Ende die Sklaverei in den USA abgeschafft wurde. Die Hörspielbearbeitung übernahm Kurt Vethake und heraus kam solide produzierte Abenteuerkost, die allerdings auch kein Highlight auf dem Markt darstellt. Die Handlung wird kurzweilig erzählt, ist bei weitem aber kein Novum und der Plot alles andere als originell. Die Sprecher sind sehr engagiert, aber häufig hört man deutlich heraus, dass die Aufnahmen nicht im Ensemble stattfanden, also "geixt" wurden. Gerade im Dialog zwischen den beiden einzigen Frauen Olivia, gesprochen von Regine Mahler, und Lydia Rutherfield, dargestellt von Christine Bessler, ist diese Aufnahmeart stark vernehmlich. Sehr markant wurde die Rolle des Nikodemo von Peter Schiff gesprochen und auch der Erzähler, Klaus Seibert, ist äußerst hörenswert. Die anderen Schauspieler machen unterm Strich einen sehr überzeugenden Job, doch letztendlich vermag der Funke nicht recht überzuspringen. Die Effekte sind in Ordnung und klingen sehr wirklichkeitsnah, wurden zum Teil aber recht dezent und leise eingespielt, so dass die Atmosphäre letztendlich leidet. Die Musik von Arno Bergmann begleitet die Handlung in zeitgenössischer Weise, passt gut zur Szenerie und wurde stets in angemessener Lautstärke einspielt. Die Trackeinteilung, 19 Stück für zirka 61 Minuten Laufzeit, ist äußerst gefällig, auch wenn gut zehn Minuten mehr Spielzeit der Story sicherlich nicht geschadet hätten.

Die Aufmachung wurde sehr einfach gehalten und lässt vor allem Informationen zu den Autoren und historischen Hintergründen vermissen. Das Inlay wurde lediglich dazu genutzt Werbung in eigener Sache zu machen. Die Titelillustration ist stimmungsvoll und solide ausgefallen, bildet aber nicht gerade einen Blickfang. Die monotone Farbgebung könnte dazu führen, dass das Hörspiel im Kaufhausregal schnell übersehen wird.

Fazit:
Solides Abenteuer-Hörspiel mit motivierten Sprechern. Die technische Bearbeitung indes lässt stark zu wünschen übrig und auch die Geräuschkulisse bleibt weit hinter den heutigen Möglichkeiten zurück. Die Musik ist angemessen und klangvoll. Freunde historischer Dramen im Stil von "Fackeln im Sturm" werden sich für gut eine Stunde angenehm unterhalten fühlen.

Florian Hilleberg



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 01. September 2008 | ISBN: 9783867141758 | Laufzeit: 61 Minuten | Preis: 7,95 Euro

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