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 Gruselkabinett, Folge 31: Die Gespenster-Rikscha


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton


Theobald Jack Pansay lernt auf der Überfahrt nach Indien die junge und hübsche Agnes Keith-Wessington kennen und beginnt mit ihr eine stürmische Affäre, die sie auch auf dem Festland fortsetzen. Doch nach einiger Zeit wird der junge Mann der Liebschaft überdrüssig. Agnes will das Ende der Beziehung nicht akzeptieren und bedrängt Pansay weiterhin. Kurz nachdem dieser sich neu verliebt hat, stirbt Agnes. Doch damit beginnt der Schrecken für Theobald Jack Pansay erst, denn fortan erscheint ihm Agnes Keith-Wessington in jener Rikscha, in welcher sie gemeinsam die schönsten Ausflüge unternommen haben. Für Pansay beginnt ein nicht enden wollender Alptraum?

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Perlen der romantischen Schauergeschichte oder der Gothic-Novel die Herren Gruppe und Bosenius aus der Versenkung heben. Dabei kommt der Hörer oftmals in den Genuss seltener und unbekannter Werke berühmter Schriftsteller, wie hier von Rudyard Kipling, der am ehesten als Autor von "Das Dschungelbuch" bekannt sein dürfte. Der Titel "Die Gespenster-Rikscha" hört sich zunächst nicht sehr spektakulär an, doch schnell wird man eines Besseren belehrt, denn mit Matti Klemm und Arianne Borbach hat man zwei sehr talentierte Sprecher gefunden, deren Stimmen zudem sehr markant sind und die Hauptfiguren großartig verkörpern. Gerade Matti Klemms Stimme ist frisch und unverbraucht, hat er bis dato doch relativ wenig Hörspiele gemacht. Obwohl die Folge mit knapp 50 Minuten Spielzeit recht kurz für Gruselkabinett-Verhältnisse ist und die Besetzung sich auf neun Schauspieler begrenzt, von denen fünf Nebenrollen darstellen, besticht das Hörspiel durch eine sehr dichte Story, ein atemberaubendes Sound-Design und einen genialen Soundtrack, der beinahe von Hans Zimmer selbst stammen könnte. Da stört es keineswegs, dass nach dem kurzen Intro des Erzählers ein 90 Sekunden andauerndes Titel-Thema erklingt. Hier wünscht man sich eine separate Soundtrack-CD! Der Plot selbst ist nicht so wahnsinnig neu, wurde aber sehr originell verarbeitet und die Handlung um die Affäre der beiden Protagonisten ist erstaunlich aktuell. Kein Wunder eigentlich, haben sich die menschlichen Triebe in den letzten Jahrhunderten doch nicht spürbar gewandelt. Einen Helden im eigentlichen Sinne gibt es in diesem wunderbaren Stück Ohrkino ebenfalls nicht. Theobald Jack Pansay ist ein gewöhnlicher Mensch, mit den typischen Schwächen. Zudem besitzt er Charaktereigenschaften, um die man ihn nicht beneiden kann. Zu dieser Folge gibt es nicht viel zu sagen: kaufen, hören, mitreißen lassen.

Auch für diese Folge zauberte Firuz Askin eine stimmige Cover-Illustration, die perfekt zu der Geschichte passt und in Punkto Qualität dem Hörspiel in nichts nachsteht.

Fazit:
Ein weiteres kleines Highlight der fulminanten Reihe Gruselkabinett. Man darf nicht den Fehler machen, sich von dem unscheinbaren Titel abschrecken zu lassen. Hier stimmt einfach alles. Ein großartiges Skript, hochprofessionelle, sehr engagierte Sprecher und ein grandioser Soundtrack reißen den Hörer von der ersten Minute an mit sich.

Florian Hilleberg



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 01. November 2008 | ISBN: 9783785736395 | Laufzeit: 50 Minuten | Preis: 7,95 Euro

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