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 Cadel Piggott: Teuflisches Genie


Cover
Gesamt +----
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Cadel ist das, was man ein Wunderkind nennt. Bereits im zarten Alter von sieben Jahren hackt er sich in geheime Computerprogramme und knackt die schwierigsten Codes. Kein Wunder also, dass seine Pflegeeltern, die Piggotts, ihn zu einem Kinderpsychologen schleifen. Doch Thaddeus Roth reagiert ganz anders, als der mittlerweile 14jährige Cadel erwartet. Er ermutigt den Jungen sogar weiter am Computer zu arbeiten und meldet ihn darüber hinaus bei einer Universität an, die Menschen gezielt in illegalen Machenschaften und Betrügereien ausbildet. Alles mit dem großen Ziel der Weltherrschaft, denn Begründer des so genannten Axis-Instituts ist niemand anderes als Cadels richtiger Vater - ein hochintelligenter Verbrecher, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Weltherrschaft an sich zu reißen?

Liest man sich den witzig geschriebenen Klappentext durch und sieht man sich dazu die grandiose Aufmachung des 550 Seiten dicken Romans an, verfällt man leicht dem Irrglauben hier eine rasante und sehr amüsante Satire in Händen zu halten. Das Buch beginnt auf den ersten Seite auch sehr humorvoll und Cadel ist trotz seiner Destruktivität ein liebenswerter Zeitgenosse, so dass man schnell merkt, dass es mit den Plänen von der Weltherrschaft nicht so einfach werden wird, wie es sich Cadels richtiger Vater, Dr. Darkkon, und Thaddeus denken. Wenige Seiten später, als Cadel dann am Axis-Institut angemeldet wird, wendet sich das Blatt. Der Wunderknabe lernt seine Mitstudenten und Lehrer kennen, die scheinbar nichts Besseres zu tun haben, als untereinander zu intrigieren und sich gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen. Cadels einziger Freund ist ein junger Mann, der aufgrund eines infernalischen Gestanks, den er ausströmt, an der Uni aufgenommen wurde und einen Luftdichten Astronautenanzug tragen muss. Dies alles hört sich witziger an, als es letztendlich ist und bereits nach 150 Seiten bekommt man den Eindruck die Handlung stagniere und käme nicht recht von der Stelle. Minutiös beschreibt die Autorin unwichtige Handlungen und Dialoge bis ins Detail und sehr lange hat man keine Ahnung, wohin das alles führen soll. Die Intrigen und Anschläge mit denen sich Cadels Kommilitonen gegenseitig ausstechen erzeugen weder Spannung, noch sind sie sonderlich komisch in Szene gesetzt worden. Bis zum wenig packenden Finale weiß man nicht was der Roman eigentlich sein soll: Thriller oder Satire.

Einen ganz dicken Bonuspunkt gibt es für die geniale Aufmachung. Die Illustration alleine ist schon sehr kunstvoll. Abgerundet wird der Gesamteindruck dadurch, dass die Schnittseiten des Buches geschwärzt wurden.

Fazit:
Langatmig und einfallslos. Die Handlung plätschert 550 Seiten lang ohne einprägsame Höhepunkte vor sich hin. Schlussendlich bleibt der Leser im Unklaren darüber was das Buch eigentlich sein soll: Für einen Thriller ist es zu langweilig, für eine Satire zu ernsthaft.

Florian Hilleberg



Taschenbuch | Erschienen: 01. Mai 2008 | ISBN: 9783426500415 | Originaltitel: Evil Genius | Preis: 12,95 Euro | 556 Seiten | Sprache: Deutsch

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