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 100 Bullets, Band 1: Der erste Schuss

100 Bullets, Band 1

Serie: 100 Bullets, Band 1
Autoren: Brian Azzarello
Illustratoren: Grant Goleash, Eduardo Risso
Übersetzer: Claudia Fliege
Verlag: Panini Comics

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Was tun, wenn man die Chance hat, offene Rechnungen zu begleichen, Rache zu nehmen für begangenes Unrecht, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen?
Vor dieser Entscheidung stehen die Klienten von Agent Graves und Mr. Shepherd. Isabelle "Dizzy" Cordova, eine junge Frau von 23 Jahren, kommt gerade aus der Frauenhaftanstalt, als im Bus plötzlich ein Mann in einem dunklen Anzug neben ihr Platz nimmt. Er drückt ihr einen Aktenkoffer in die Hand, darin Beweise gegen zwei Polizisten, die Dizzys kleine Familie ermordet haben, aber auch eine Waffe und hundert Schuss Munition. Weder die Waffe noch die Kugeln lassen sich zurückverfolgen, was sie damit macht, bleibt ihr überlassen.
Doch nicht nur Dizzy begegnet eine dieser Gestalten. Auch Lee Dolan, ehemaliger Restaurantbesitzer und Familienvater, bekommt Besuch von einem Anzugträger. Sein Leben wurde von einer reichen Dame ruiniert, die eigentlich nur ein wenig spielen wollte. Er verlor seinen Ruf, seine Familie, sein Geld, serviert heute Drinks und putzt hinter der Bar.
Wie werden diese beiden gebrochenen Gestalten reagieren? In was werden sie sich verwandeln, mit einer Smith&Wesson und zwei Packungen à fünfzig Schuss im Koffer?

Doch nicht alle Fragen werden geklärt, so bleibt die wichtigste unbeantwortet: Wer sind diese Männer und wie können sie es sich leisten, diese Art von "Gerechtigkeit" zu verschenken?
Gerade diese Frage lässt einen schnell zu den weiteren Teilen der Reihe greifen und schafft so einen guten Übergang zwischen den Bänden.
Der Comic besticht durch seine Schlichtheit. Die Sprache ist offen und grob, Brian Azzarello legt seinen Figuren nur wenige Worte in den Mund, allerdings sind es immer die richtigen. Damit passt sein Stil perfekt zu dem des Zeichners, dem Argentinier Eduardo Risso. Dessen Bilder beeindrucken nicht durch ausgearbeitete Details; große, einfarbige Flächen und scharfkantige Umrisse reichen vollkommen aus, um das Erzählte zu visualisieren.
Die Serie, die Panini seit 2007 im Rahmen des Vertigo-Jubiläums neu auflegt, ist auf neun Bände angelegt, die alle zwischen fünfzehn und zwanzig Euro kosten. Das angesprochene Publikum sind hier eindeutig (junge) Erwachsene, sowohl Sprache als auch Bilder sind nicht für Kinderaugen geeignet.
Bindung und Druck sind wie nicht anders erwartet frei von Kritikpunkten, die knapp 15 Euro, die Panini für den Softcover-Band verlangt, sind gut angelegt: Die Geschichte ist spannend, und auch die moralischen Konflikte werden gut dargestellt und verhindern so von vorneherein, dass nur der gewalttätige Aspekt beleuchtet wird.

Leonie Paltz



Softcover | Erschienen: 01. April 2007 | ISBN: 9783866073586 | Originaltitel: 100 Bullets Vol 01: First Shot, Last Call | Preis: 14,95 Euro | 128 Seiten | Sprache: Deutsch

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