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 Die Blutschrift

Autoren: Robyn Young
Sprecher: Johannes Steck
Übersetzer: Nina Bader
Verlag: Audiobuch

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton


Wenn der Erstling einer Autorin es auch zu einer Umsetzung als Hörbuch schafft, sollte schon etwas an diesem Buch dran sein. Robyn Young hat sich eine Zeit vorgenommen, die in der Welt der historischen Romane beliebt ist: Es geht um Tempelritter, Kreuzzüge und geheime Orden.

William Campbell, Sohn eines Templers, wird ebenfalls zu einem Tempelritter erzogen. Sein bester Freund Garin und er werden eines Tages auserkoren, mit ihren Lehrmeistern von London nach Paris zu reisen, die Templer haben nämlich die britischen Kronjuwelen als Pfand für einen Kredit an den König bekommen. Allerdings hat Garin vorher einen eher unangenehmen Plausch mit Prinz Edward, der wenig begeistert ist, seinen zukünftigen Regierungsschatz in den Händen eines Ordens und auch noch in Frankreich zu wissen. Garin lässt sich korrumpieren und verrät den Reiseplan der Gesellschaft - und viele Templer sterben. Nun kommt William in die Lehre bei dem alten mürrischen Priester Everard, lernt Sprachen, übersetzt Texte und muss lange auf seine Initiation warten. Everard hat einen Plan mit William, und langsam, aber sicher wird der junge Templer aufgeklärt, denn er ist eine der wenigen Hoffnungen eines Geheimbundes, zu dem auch sein Vater zählte, der inzwischen bei der Belagerung einer Templerfestung im heiligen Land gefallen ist - oder besser, nach der Kapitulation von einem ziemlich fanatischen Sultan geköpft wurde.
Ein Buch wurde diesem Geheimbund gestohlen, ein Buch, das dem Geheimbund nicht nur gefährlich werden könnte, sondern auch gleich noch dem ganzen Templerorden. Und so ist William immer wieder in heftige Intrigen und gefährliche Abenteuer verstrickt.

Historische Romane sind inzwischen ein weites Feld der Unterhaltungsliteratur, und natürlich gibt es hier, wie überall, große Werke und eher wenig Aussagendes. Dieser Roman ist zumindest in dieser offenkundig stark gekürzten Lesefassung einer aus der zweiten Kategorie.
Dass der laut Gelübde keusch zu leben habende William auch mal was mit einer Frau hat - man kann es in Rezensionen zum Buch lesen - kommt im Hörbuch gar nicht vor. Aber vermutlich hätte das den billigen Krimiplot auch nicht gerettet, der "Die Blutschrift" zugrunde liegt. Einfachste Spannungsmomente, dazu der eine oder andere Deus-ex-Machina, das ist ganz schwaches Handwerk. Die Charakterzeichnung ist dementsprechend eindimensional, jegliche Wandlungen sind nicht nachvollziehbar und ohne jede Entwicklung.
Geschrieben ist das ganz nett, ein guter Ton; gelesen ist es sogar noch besser, denn Johannes Steck bemüht sich wirklich um die schwache Geschichte. Aber was hilft eine ordentliche Leseleistung, wenn das Material eben nur schwache Durchschnittskost ist. Wenn man Hörbücher nach der Devise aussucht "besser als gar nichts hören", dann kann man für dieses auch ein paar Euro ausgeben, auf der Suche nach einer packenden Geschichte und einem Hörerlebnis muss man schnell an diesem Hörbuch vorbei gehen.

Holger Hennig



CD | CD-Anzahl: 6 | Erschienen: 01. September 2008 | ISBN: 9783899643152 | Laufzeit: 458 Minuten | Originaltitel: Brethren | Preis: 19,95 Euro

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