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 Fantasy-Figuren zeichnen und malen

Intensivkurs; Von der Idee zur fertigen Szene

Autoren: Finlay Cowan
Übersetzer: Wiebke Krabbe
Verlag: Knaur

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Die "Fantasy" erlebt seit einigen Jahren einen großen Aufschwung. Durch Bücher und vor allem Filme werden neue fantastische Welten erschaffen und greifbar gemacht. Doch wie werden Zwerge, Riesen, Helden oder Monster in Szene gesetzt? Wie kann man Gesichter, Körper und Kostüme in das rechte Licht rücken?
Alles startet mit einer Idee. Diese ist besonders in der Fantasy durch Details beeinflusst, die mal mehr, mal weniger stark an die Realität angelehnt sind. Besonders Darstellungen, welche die fantastischen Aspekte als Mittelpunkt aufzeigen, sind schwer umzusetzen und benötigen den ein oder anderen Kniff.
Der Ursprung der Fantasy ist das Erzählen von Geschichten. Viele der Geschichten sind durch die nordische Mythologie, die griechische Antike oder das alte Ägypten beeinflusst und bilden den Grundstock für Legenden und Fabeln verschiedenster Völker und Kulturen. Heute haben es die Bilder geschafft, eigene Geschichten zu erzählen und durch ihre Grenzenlosigkeit einen unerschöpflichen Pool an Ideen und Umsetzungen zu bilden. Sie finden Anwendung in der Kunst, der Schriftstellerei, dem Film und sogar der Musik. Von alten Legenden und Sagen bis zu Science Fiction - Erzählungen können in diesen verbildlichten Ideen ihre Wirkung entfalten. Mit dem richtigen Werkzeug geht es dann bald an die Ausarbeitung für die jeweilige Anwendung. Hierbei können die Schwerpunkte ganz unterschiedlich verteilt werden. Während bei manchen Darstellungen die Bewegung und die Dynamik wichtig sind, kommt es bei anderen auf überzeugende Gesichtszüge und Körperhaltung an. Schon hierbei kommt es auf Details an, wie die Verdeutlichung des Körperbaus, der Züge verschiedener Völker, die Kleidung oder der Gegenstände. Noch schwieriger wird es bei der Darstellung lebensfremder Elemente, wie der Magie, sichtbaren Kraftfeldern oder einfach fiktiver Figuren wie Drachen oder Monster. Doch Schritt für Schritt verfestigen sich die Dynamik, die Spannung und der Ausdruck bis zum vollendeten Werk aus Tinte, Tusche, Stift oder gar auf dem Computer.

Der Intensivkurs der Fantasy-Figuren zeigt vor allem Anfängern eine brauchbare Vorgehensweise auf, um eine Idee überzeugend auszugestalten. Man sollte jedoch nicht gänzlich unerfahren im Umgang mit Zeichen-Apparaturen sein. Der Zeichenkurs gibt zwar detaillierte Anleitungen, setzt jedoch Grundkenntnisse und kleinere Fähigkeiten voraus.
Auf eine motivierende Einleitung über die Geschichte der Fantasy folgen eine illustrierte Auflistung von Werkzeugen und ein Abriss möglicher Einsatzgebiete, sowie einige Anregungen für Inspirationen.
Ein Schwerpunkt ist auf die Szenenentwicklung gelegt, sodass sich vor allem an Cartoons und Comics orientiert wird. Dennoch sind auch Einzelbilder durch die Anleitung möglich. Jeder Schritt wird neben einer teils etwas knappen Beschreibung durch ein Zeichenbeispiel ergänzt und gibt ab und an einen brauchbaren Tipp für die Umsetzung. Diese Vorgehensweise ist zwar einfach nachzuvollziehen, beschränkt die Auswahl unterschiedlicher Zeichenarten jedoch auf ein Minimum. Somit wird eher ein Einstieg in diese Kunstform gegeben, als eine breit gefächerte Anleitung verschiedener Umsetzungen.
Vorteilhaft wirkt sich die Vorgehensweise jedoch auf die Details der Zeichnungen aus, sodass auf die Basisanleitung für so genannte Archetypen unzählige Erweiterungen folgen. Hierunter fallen vor allem Gesichtszüge und die Dynamik innerhalb der Zeichnung, welche als schwierig umzusetzen gilt, hier jedoch gut näher gebracht wird. Auch finden sich komplizierte Elemente, wie Hände oder Kleidung, in gut erklärter Weise wieder. Weiter ist als positiv anzumerken, dass ein deutlicher Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Figuren gemacht wird und somit überzeugende Darstellungen ermöglicht werden. Ein weiterer Bonus findet sich in der Erklärung über die Wirkung von verschiedenen Farben oder Materialien, welche jedoch etwas zu kurz ausgefallen ist.
Einige der Darstellungen scheinen eher als Zeichenvorlage zu dienen, als den Leser die dahinter stehende Technik zu übermitteln. Dies wird dadurch verstärkt, dass die gezeigten Bilder nur schwerlich durch die dargelegte Technik umzusetzen sind. Hier läuft man Gefahr, etwas von den Anleitungen enttäuscht zu werden. Auch sind die Abschnitte über Architektur, Perspektiven und Proportionen zu kurz, um eine Umsetzung zu ermöglichen. Des Weiteren wird die Möglichkeit der Computerbearbeitung zwar angesprochen, jedoch nicht wirklich ausreichend erklärt. Hier werden ebenfalls nur Ideen übermittelt.
Das Buch ist im Format DIN-A-4, broschiert gehalten und hat ein ansprechendes Cover aus verschiedenen Elementen des Inhaltes. Die Übersetzung aus dem englischen Original "Drawing & Painting Fantasy Figures - From the Imagination to the Page" ist gelungen und weist kaum inhaltliche Verluste oder zu starke Änderungen auf. Der Glossar am Ende des Buches beinhaltet ein alphabetisches Stichwortverzeichnis.

Auch wenn das Werk Grundkenntnisse voraussetzt und nur wenige gute Anleitung für die Umsetzung von Ideen gibt, so handelt es sich dennoch um ein sehr inspirierendes Buch über die Kunst hinter der bildlichen Fantasy. Für jeden Hobby-Zeichner und Fantasy-Freund ergibt sich hierin eine gute Unterstützung, auch wenn es einen Zeichenkurs nicht aufwiegen kann. Inspiration und ein paar Tipps können genügen, um schöne Werke ins Leben zu rufen.

Markus Bug



Softcover | Erschienen: 1. Februar 2004 | ISBN: 9783426668986 | Originaltitel: Drawing & Painting Fanatsy Figures - From the Imagination to the Page | Preis: 14,90 Euro | 128 Seiten | Sprache: Deutsch

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