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 Asterix Mundart, Band 2: De Törn för nix


Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Asterix und Obelix sind (mal wieder) auf Wildschweinjagd. Doch die Wildschweine haben gelernt: Sie entkommen, weil sie die beiden Gallier an einer römischen Patrouille vorbeiführen, und einer kleinen Rauferei können die Zwei nun mal nicht widerstehen.
Cäsar wird die häufigen Berichte über verhauene Patrouillen allmählich leid und er sinnt auf Abhilfe. Die erscheint in Gestalt von Gajus Musencus, der Chef seiner Spionageabteilung. Und zur großen Überraschung von Cäsar steht mitten im Raum keine Marmorstatue, sondern ein bepuderter, perfekt getarnter Spion, Nullnullnix (als Hommage an den berühmtesten aller Spione ist diese Comicfigur unverkennbar Jean Connery nachempfunden).
Da Nullnullnix zwölfmal durch das Druidendiplom gefallen ist und nun als Meisterspion in Diensten Caesars steht, ist der Plan bereits perfekt ausgedacht: Nullnullnix soll das Geheimrezept für die Herstellung des Zaubertrankes des Druiden Miraculix, der unbesiegbar macht, stehlen und es Cäsar bringen.
Zur gleichen Zeit ist im Dorf Seltsames im Gange: Miraculix ist unausstehlich, brüllt Verleihnix, den Fischhändler, an und steht nächtelang vor sich hin murmelnd am Strand. Endlich kommt die Nachricht, auf die er gewartet hat: "De Krimskramiris, de Phönizier, is vör Anker gahn!" (der phönizische Händler ankert am Strand). Doch jener Phönizier hat etwas vergessen, das er Miraculix mitbringen sollte: Steinöl. Vor Entsetzen scheint Miraculix der Schlag zu treffen, wie tot fällt er in den Sand.
Dieses Steinöl braucht Miraculix für den Zaubertrank. Eine wichtige Zutat fehlt also und muss beschafft werden.
Asterix, Obelix und der just in diesem Moment eintreffende "Druide" Nullnullnix werden auf die lange Reise geschickt, dieses Steinöl zu beschaffen. Eine wahre Odyssee beginnt und nicht nur Nullnullnix hindert die Gallier immer wieder daran, zu ihrem Ziel zu gelangen.

"De Törn för nix" (im Original "Die Odyssee") ist eine weitere Mundart-Ausgabe eines Asterixbandes. Auf der ersten Textseite findet der Leser dankenswerterweise ein kleines Lexikon der verwendeten plattdeutschen Redewendungen. So kann auch der Nicht-Norddeutsche dem Text folgen, denn wer weiß schon, was "hild" heißt (nämlich geschäftig) oder "veniensch" (tückisch)? Es entfällt leider die Seite, auf der Asterix, Obelix, Miraculix und Majestix vorgestellt werden, aber wer kennt diese Gallier noch nicht?

Ein grafisch gewohnt schönes Abenteuer wird mit plattdeutschen Texten versehen. Kann das gut gehen? Was in vielen Mundart-Versionen humorvoll und spannend zu lesen ist, funktioniert in dieser plattdeutschen Variante nicht. Immer wieder werden Ausdrücke verwendet, die man im "Lexikon" auf Seite eins nachschlagen muss, dieses Idiom ist (zumindest für die meisten Leser) weit weg von der täglichen Erfahrung und erweist sich als sehr schwer zu verstehen. Der köstliche Wortwitz und die daraus resultierende Situationskomik eines Goscinny ist (größtenteils) verschwunden. Mühsam und stockend liest sich dieses Abenteuer und verliert dadurch viel von seinem Charme.

Leider ist das Fazit ein wenig betrüblich: Dieses Abenteuer verdient es nicht, in Plattdeutsch vermarktet zu werden - es leidet darunter. Lesen Sie die hochdeutsche Variante, sie ist um Längen besser zu verstehen und schlicht witziger als diese Mundart-Ausgabe.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 1. Januar 1996 | ISBN: 9783770404674 | Originaltitel: L'Odyssée d'Astérix | Preis: 10 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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