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 Fee

Autoren: Téhy
Illustratoren: Frank Leclercq, Béatrice Tillier
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Jam erfleht nur einen Blick seiner Fee. Die Geliebte seiner zwei Jahrhunderte dauernden Odyssee steht unbewegt auf dem hohen Podest. Ihre Magie, ihre strahlende Lebendigkeit scheint erloschen. Doch Jam kann nicht glauben, dass alles umsonst war. Die lange Zeit in der Kältestarre, die Monate der Suche, das schwierige Umgehen der Sicherheitseinrichtungen des Museums, die gefährliche Nähe zu den Hunderten von Soldaten, die im Museum patrouillieren. Nur ein Blick und seine Seele erwacht wieder und seine Qualen sind vergessen.
Jam erinnert sich an seine Erschaffung durch den genialen Mister Sir Crumpett?s. An die Enttäuschung in dessen Augen, als er auch in Jam nicht das Feenauge, die Magie, nach der er ein Leben lang gesucht hat, erblicken kann, an die endlosen Korridore der Kathedrale, die Langeweile, die Suche nach etwas Wichtigem, Sinngebendem, Erfüllendem. Und er erinnert sich an den Moment, als er sie zum ersten Mal sah. Unvollendet, allein, einsam, wie tot. Doch Jam sieht die Magie, sieht das Feenauge, das sein Meister so sehnlichst sucht. Er erfleht die Vollendung seiner Schönen, seiner Einzigen, seiner großen und ewigen Liebe.

Szenarist Téhy hat mit der Trilogie "Fee" ein Werk geschaffen, dass die Zeit überdauern wird. Tragisch, düster, voller Gewalt, aber auch vollendet schön, poetisch und vor Glück strahlend. Ein Blick dieser "Fee", und es ist um den Betrachter geschehen. Seufzend und mitleidend, den traurigen, Hoffnung gebenden und doch so melancholischen Schluss ahnend, versinkt man in den Bildern, die gefangen nehmen, begeistern, zum Weinen und Sehnen, Trauern und Hoffen einladen.

Béatrice Tillier, die die ersten beiden Bände gezeichnet hat und Frank Leclercq, der den dritten Band illustrierte, haben ein Kunstwerk geschaffen, das überragend in seiner Kälte, Wärme und Einzigartigkeit ist. Die grausame, in Rottönen gehaltene Menschenwelt und die melancholische, friedliche und atemberaubende Welt der Automaten und künstlichen Geschöpfe sind in ihrem Kontrast und ihrer Gegenüberstellung ein solches Wagnis, dass man nur Beifall klatschen kann, ob dem Mut des Szenaristen und der zwei Illustratoren.

Solch eine Trauer, solch eine düstere, menschenverachtende Welt hat der Leser noch nicht gesehen. Und auch, wenn die Menschen in dieser Geschichte denkbar schlecht wegkommen und die Automaten die wahren Beseelten sind, sehnt man sich nach einer solchen Friedfertigkeit und Anmut, wie die von Tillier und Leclercq geschaffene.

Garniert mit Skizzen und Interviews der Beteiligten, ist der Sammelband "Fee" mit dreißig Euro unglaublich günstig. Drei Alben in perfekter Qualität und grandioser Aufmachung sorgen für stundenlangen Lesegenuss - auch wenn zarte Seelen ein Taschentuch bereit halten sollten.
"Fee" muss jeder Liebhaber von Fantasyepen einfach haben - solche Bilder und solch eine Geschichte wird es so schnell nicht wieder geben.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 01. November 2008 | ISBN: 9783939823896 | Preis: 29,80 Euro | 160 Seiten | Sprache: Deutsch

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