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 Bite Club

Autoren: Howard Chaykin
Übersetzer: Bernd Kronsbein
Verlag: Panini Comics

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Eduardo Del Toro ist ein skrupelloser Milliardär, gnadenloser Killer und machthungriger Chef der Dunkelwelt Miamis. Und er ist ein Vampir. Doch all das bedeutet auch, dass sich das Clanoberhaupt der Del Toros Feinde gemacht hat, Hunderte, Tödliche. Weder die Polizei noch die Halbwelt und schon gar nicht die Familie ist deswegen überrascht, als Eduardo Del Toro eines Tages von einer Silberkugel getroffen aus seiner Suite in die Tiefe stürzt.
Doch die Wahl seines Nachfolgers überrascht selbst seine engsten Vertrauten. Nicht der brutale Eduardo "Eddie" Del Toro Jr., nicht die skrupellose, sexsüchtige Risa oder deren grausamer Cousin Victor und schon gar nicht die mit diesem unter der Hand liierte Witwe des Toten, nein, ausgerechnet sein Sohn Leto, der dem Verbrechen und dem Einfluss der Familie entsagte und das Priesteramt als persönliche Buße wählte, soll den Mafia-ähnlichen Konzern der Del Toros führen.
Doch Leto kann sich nicht zwischen Familie und Gott entscheiden. Er widersteht einem Vergewaltigungsversuch Risas, den Drohungen Victors oder den Argumenten Eddies. Erst als Carrie auftaucht, schwankt Leto in seiner Überzeugung. Sie, derentwegen er das Priesteramt einschlug, sie, die seine sexuelle Gier, Nebeneffekt seines Vampirtums, so grausam herausforderte. Doch wem kann Leto trauen, wer ist auf seiner Seite?


"Bite Club" ist nichts für schwache Gemüter. Hier wird vergewaltigt, zum Beischlaf gezwungen und natürlich freiwillig miteinander geschlafen - egal ob Mutter oder Tochter, Schwester oder gar eben ermordete Huren. Daneben gilt ein Menschenleben nichts, Leichen pflastern den Weg der Vampire wie getragene Krawatten. Und Moral ist ein Fremdwort für sie. Und wer sich die übliche "political correctness" erhofft, sollte das Buch nicht mal anfassen. Denn hier gewinnt nicht das Gute oder Moralische, Glückliche oder Prinzipientreue, sondern einzig und allein der skrupelloseste und schlaueste der Vampire.

Wer aber eine hohe Dosis Gewalt, Sex, unflätige Sprache und Amoral nicht nur ertragen kann, sondern - gewürzt mit Humor und sehr viel Spannung - auch erhofft von einem Krimi-Comic, das Howard Chaykin und David Tischman ersonnen und von David Hahn illustriert wurde, muss zugreifen.

Denn ein spannenderes, witzigeres und packenderes Melodram kann es kaum geben als "Bite Club". Gekleidet in einfache, stimmungsvolle und teils drastische Bilder ist die sechsteilige Comic-Serie, die hier von Panini in schönem Gewand als Komplett-Ausgabe herausgebracht wurde, ein Juwel unter den Neuerscheinungen dieses Jahres.

Doch wie gesagt, nur wer gute Nerven hat, eine hohe Ekelschwelle - es werden schon mal, neben all dem Sex und der Gewalt, Herzen herausgerissen und dem unglücklichen Verstorbenen in den Mund gestopft - und Gespür für eine sehr ungewöhnliche Verfremdung der Realität hat, sollte zugreifen. Dann aber belohnt "Bite Club" mit einer grandiosen, wechselvollen und spannenden Geschichte.

Und wer nach diesem Genuss mehr will, dem sei die Fortsetzung empfohlen, die ab April 2009 in den Regalen stehen soll. Wer aber der oder die Hauptdarstellerin in diesem zweiten Teil ist, soll nicht verraten werden. Es wäre doch zu schade, wenn man jetzt schon wüsste, wer den "Bite Club" überlebt.

Stefan Erlemann



Softcover | Erschienen: 1. November 2008 | ISBN: 9783866076471 | Preis: 16,95 Euro | 148 Seiten | Sprache: Deutsch

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