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 Cautio Criminalis

Rechtliche Bedenken wegen der Hexenprozesse


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Das Buch beginnt mit einer Einleitung von Joachim-Friedrich Ritter. In der Einleitung beschreibt er die Auswirkungen des Buches und zeigt auf, wie unterschiedlich die verschiedenen Menschen auf dieses Buch reagiert haben. Dabei wurde das Buch zuerst anonym veröffentlich, da der Ordensbruder Friedrich von Spee um sein Leben fürchtete mit diesem Werk. Nach der Einleitung kommt das eigentliche Buch, welches bereits 1632 zum ersten Mal gedruckt wurde. Es ist in 51 Fragen gegliedert, welche Friedrich von Spee ausführlich erläutert. Jede Frage behandelt er mit besonderer Vorsicht und begründet seine Thesen nicht mit einem Argument, sondern führt direkt mehrere an, da er beabsichtigte, die damalige Obrigkeit von dem schlimmen Missbrauch der Hexenverbrennung zu überzeugen.

Dabei geht er zuerst auf allgemeine Fragen ein, wie zum Beispiel ob es wirklich Hexen, Zauberinnen und Unholde gibt und wird dann detaillierter, indem er unter anderem auch die Verfahren beschreibt und die Möglichkeiten für Richter, Henker und Geistliche aufzeigt, dieses Verfahren zu missbrauchen. Er schreckt auch nicht davor zurück, zu behaupten, dass er mit diesen Mitteln jeden Geistlichen und Adligen ebenfalls dem Hexentum schuldig sprechen könne, da die Richter und Henker die Widerstandskraft des Angeklagten mit Hilfe von unvorstellbaren Folterqualen brechen würden bis die Angeklagten das gestehen würden, was man ihnen eingibt, egal wie ehrenhaft und gottesfürchtig diese seien.

Ebenfalls zeigt er die Unfähigkeit vieler Geistlicher auf, welche das sich mit dem Beichtgeheimnis ihrer Anvertrauten brüsten und die Richter zur Verurteilung antreiben, um in der Öffentlichkeit Ansehen zu erlangen.
Immer wieder findet man auch im Buch einige Anmerkungen am Rande, welche Stellen kennzeichnen, an denen Friedrich von Spee für eine weitere Auflage noch weitere Beweise aufführen wollte, jedoch kam es nie zu einer weiteren Auflage.

Hexenverbrennung ist eigentlich jedem ein Begriff, doch nur wenige können sich das genaue Ausmaß dieses Wahns vorstellen. Die meisten Richter und Verantwortlichen nutzen diesen Wahn aus, um sich mit Ruhm zu überhäufen. Um ihre Taten zu rechtfertigen beruften sie sich sich immer wieder auf verschiedene Philosophen und vor allem auf das Werk namens Malleus Maleficarum, welches heute bekannt ist unter dem Namen "Der Hexenhammer". Friedrich von Spee hat es geschafft, mit seinem Buch ein Gegenwerk zum Hexenhammer zu schaffen, in welchem er sachlich und aus religiöser Sicht die falschen Anschuldigungen widerlegt und die korrupte Art der Verfahren aufzeigt. Dabei streitet er nicht ab, dass es Hexen und Magier gibt, sondern sagt immer wieder, dass man diese Verfahren vorsichtiger führen müsse, um Unschuldige zu wahren. Er zeigt auf, dass es für Unschuldige unmöglich ist, sich den Anschuldigungen zu widersetzen, da sie ansonsten mit Hilfe der Folter zu ihren Aussagen gezwungen werden. Er bezieht sich in diesem Werk immer wieder auf Auszüge und Gleichnisse der Bibel und fordert die Menschen auf im Sinne der Nächstenliebe zu denken und zu handeln. Zusätzlich bringt er noch den "gesunden Menschenverstand" als Grund seiner Überlegungen an, wodurch er den Grundstein für die spätere Aufklärung legt, in welcher der Verstand überlegen sein soll.

Er versucht, dieses Thema mit äußerster Vorsicht zu behandeln, um nicht wie sein Vorgänger auf der Folter zu landen, da zu diesem Zeitpunkt Menschen, welche sich gegen die Hexenverbrennung aussprachen, direkt unter dem Verdacht der Hexerei standen. Trotz seiner Vorsicht, ist seine Stellung zu diesem Thema jedoch gut verdeutlicht, nicht zuletzt dadurch, dass er teilweise zu einer Frage zehn oder mehr Begründungen gibt, warum man etwas ändern sollte und wie man es ändern sollte. Er schließt auch nicht auf alle Verfahren, sondern zeigt immer wieder Beispiele auf und benutzt Wörter wie "viele" oder "des öfteren", doch niemals verwendet er das Wort "alle". Im Gegenzug zeigt er sogar auf, dass es vorbildhafte Richter und Verfahren gibt, diese jedoch die Minderheit darstellen und oftmals die Richter selbst in Verdacht geraten "einen Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben".

Friedrich von Spee verweist in seinem Buch immer wieder auf andere Philosophen und Geistliche, was eine genaue Studie des Buches erschwert, da man sehr viele andere Quellen benötigt, um alles nachvollziehen zu können. Ebenso fällt auf, dass das Buch an manchen Stellen nicht sehr gut gedruckt ist, sodass ab und an Buchstaben unerklärlicher Weise fehlen.
Doch dies trübt das Werk nur geringfügig, seine Aussage bleibt unbetrübt und bringt den Leser zum Nachdenken über die damalige Zeit und die Verhältnisse, die dazu führen konnten, dass es solche Verfahren gab.

Vera Schott



Taschenbuch | Erschienen: 1. Januar 2000 | ISBN: 9783423307826 | Preis: 11,50 Euro | 368 Seiten | Sprache: Deutsch

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