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 Macabros, Folge 2: Der Fluch der Druidin


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton


Der Rennfahrer Björn Hellmark wird bei einem Autorennen schwer verletzt und erfährt im Koma von seiner Bestimmung: den Kampf gegen die schwarzen Priester Molochos und die Dämonengöttin Rha-Ta-N¬ímy. Zu diesem Zweck erhält er die Fähigkeit, seinen Astralkörper in Form des Wesens Macabros zu projizieren.

Dies ist die Ausgangssituation der Heftromanreihe "Macabros", die von 1973 bis 1983 im Zauberkreis-Verlag erschien. Nach einer kurzlebigen Veröffentlichung als Hörspielreihe beim Label "Europa" in den Jahren 1983 und 1984 hat nun "Hörspiel Welt" im August 2006 den Versuch gestartet, die Serie mit komplett neuer Vertonung aller 125 erschienenen Romane herauszubringen. Das vorliegende "Der Fluch der Druidin" ist nach der offiziellen Zählweise die zweite Folge, die aufgrund von Lizenzbestimmungen jedoch erst im Juli 2008 erscheinen konnte.

Im Jahr 1569 wurde auf der (fiktiven) irischen Insel Inishkeere die bösartige Druidin Kiuna McGullygosh von zwei Hexenjägern hingerichtet. Vor ihrem Tod verfluchte sie jedoch ihre Mörder sowie alle Bewohner von Inhishkeere und deren Nachkommen. Als mehr als 400 Jahre später die Erben des exzentrischen Antiquitätenhändlers Lawrence Clearwater eine Nacht in dem Haus der Druidin verbringen sollen, erwacht der Geist der alten Frau wieder zu unheiligem Leben. Zur gleichen Zeit ist Björn Hellmann vor der irischen Westküste auf der Suche nach dem untergegangenen Xantilon und dessen schwarzen Geheimnissen.

Zur Zeit ihres Erscheinens in den Siebzigern war die Serie "Macabros" vor allem wegen ihrer damals einzigartigen Mischung aus Horror und Fantasy bekannt - und aufgrund der Tatsache, dass die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ein besonderes Auge auf sie hatte. Mittlerweile ist so ein Umgang natürlich kein Thema mehr. Die Grausamkeiten oder Offenheiten, die damals an den Heftromanen bemängelt wurden, findet man heutzutage im Vorabendprogramm der Privatsender. Allerdings hat sich nicht nur die Diskussion über die Gewaltdarstellung in Heftromanen überlebt. Das, was in den Siebzigern auf dem Heftromansektor als innovativ galt, lockt heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. So muss sich auch die Serie "Macabros" unter anderem vorhersehbare Handlung, Schwarz-Weiß-Malerei und unglaubwürdige Plots vorwerfen lassen. Natürlich, so kann man dagegenhalten, lassen sich dreißig Jahre alte Heftromanreihen nicht mit den heutigen Standards vergleichen. Hier müssen andere Maßstäbe angelegt werden. Vor allem stellt sich die Frage, ob sich das Hörspiel für die alten "Macabros"-Fans lohnt, die gerne wieder einmal in die alten Zeiten schwelgen möchten. Dies kann getrost mit einem "Ja" beantwortet werden. "Der Fluch der Druidin" ist eine Hommage an eine vergangene Zeit, die mit den modernen Möglichkeiten der Gegenwart produziert wurde.

Auch wenn man der Geschichte ihr Alter anmerkt, so zeugt die Machart des Hörspiels von der Professionalität seiner Produzenten. Sowohl der Soundtrack als auch Darstellung der Charaktere und Geräuscheffekte wirken wie aus einem Guss. Viele frühere Hörspiele litten unter einem billigen Synthesizersound oder fielen durch Auswahl nerviger Piepsstimmen aus. Davon kann hier nicht die Rede sein. So gewöhnungsbedürftig für heutige Ohren zwar der abgefahrene Plot ist, so bodenständig wirkt seine Vertonung.

Auch an der Verpackung der CD merkt man, mit wie viel Liebe zum Produkt hier gearbeitet wurde. Das Cover (für welches das Originaltitelbild der Romanvorlage verwendet wurde) ist in einem Design gehalten, das dem der alten Hefte ähnelt. Das achtseitige Booklet enthält darüber hinaus ein Vorwort des Produzenten, eine detaillierte Auflistung der Sprecher und anderer Beteiligter sowie ein kurzes Glossar.

"Der Fluch der Druidin", die zweite Folge der "Macabros"-Hörspielreihe im Verlag "Hörspiel Welt", ist in erster Linie ein Produkt für Nostalgiker. Neueinsteiger ohne Kenntnisse von Heftromanen aus den Siebzigern und Achtzigern werden ob der aus heutiger Sicht teilweise kruden Geschichte eher irritiert sein. Trotz dieses Mankos muss man anerkennen, dass das vorliegende Hörspiel in technischer Hinsicht sehr gut umgesetzt wurde. Auch das Drumherum, also Gestaltung von Hülle und Booklet, kann sich sehen lassen. Hier merkt man, dass die Produzenten nicht von wirtschaftlichem Ehrgeiz, sondern von ihrer eigenen Begeisterung für das Produkt geleitet wurden. Kurzum: Die "Macabros"-Reihe mag zwar nicht heutige Erwartungen erreichen, kann aber durch liebevolle Gestaltung durchaus überzeugen.

Markus Goedecke



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 01. Juli 2008 | ISBN: 9783939451204 | Laufzeit: 88 Minuten | Preis: 9,99 Euro

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