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 Kommissar Dobranski, Folge 9: Amerikanische Verhältnisse


Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton


Der berühmte deutsche HipHop-Star "Freund" wird in seinem Hamburger Tonstudio erschossen und Kommissar Dobranski soll diesen Mord aufklären. Da er sich jedoch in der Szene nicht auskennt, bekommt er den jungen Kollegen Cem Aslam zur Seite gestellt und die beiden sollen den Mordfall gemeinsam lösen. Doch kaum haben sie die Ermittlungen begonnen, finden sie auch schon einen weiteren HipHop-Star erschossen vor. Wer hat etwas gegen die Musiker und will deren Tod? Können Dobranski und sein vorlauter Kollege Aslam die Morde aufklären?

Mit der neunten Folge "Amerikanische Verhältnisse" meldet sich die Serie rund um den Hamburger Kommissar Dobranski nach einer längeren Pause wieder zurück. Das Comeback ist allerdings nicht so überzeugend wie gehofft.
Der eigentliche Fall ist recht überschaubar und von Ermittlungen kann leider nur sehr begrenzt die Rede sein. Eine konventionelle Befragung zu Beginn ist da leider das einzige, was ins Auge fällt. Die restlichen Bemühungen wirken doch ein wenig merkwürdig. So steigt der türkischstämmige Cem mit einem bekannten Neonazi in den Boxring, um pro gelandetem Treffer eine Antwort zu erhalten, die beiden brechen in einen Club ein und der Täter verrät sich im Endeffekt selbst, da er beim Erscheinen der beiden direkt die Tatwaffe zieht. Insgesamt eine recht schwache Handlung.

Einige Szenen und Aktionen passen in dieses Hörspiel einfach nicht hinein. Neben dem standardmäßigen Anfang und Ende mit Heinz bleibt inhaltlich nicht viel übrig. Warum wird ein Polizist, wenn er eine Leiche findet, von seinen Kollegen zuerst als potentieller Mörder behandelt? Wer lässt die quietschenden Mütter der HipHop-Stars auf die Allgemeinheit los und was soll diese Currywurstszene kurz vor dem Ende? Die Spielzeit von 49 Minuten erscheint durch die Menge an sinnfreien Szenen einfach noch ein wenig aufgebauscht - das sind keine amerikanischen Verhältnisse, das ist einfach eine schwache Handlung. Was hat der Hörer davon, wenn Kommissar Dobranski über eine Minute mit vollem Mund mit einer jungen Frau spricht?

Gerade der Einsatz von Cem Aslam ist ein zweischneidiges Erlebnis. Gesprochen wird Cem von Asad Schwarz-Msesilamba - einigen eventuell bekannt als Justus aus den ???-Kids Umsetzungen. Immer einen frechen Spruch auf den Lippen und die Gewalt mit dem Frühstücksbrot aufgenommen, bietet er mit seiner Darbietung zwar Unterhaltung, jedoch wirkt es an einigen Stellen einfach übertrieben und unpassend.
Ebenso unpassend sind die doch sehr in die Länge gezogenen Passagen von Dobranski selbst (gesprochen von Konrad Halver), in denen er irgendetwas Belangloses vor sich hinbrabbelt, was den Fall keinen Millimeter voran bringt.
Bei den Sprechern gibt wohl Irmgard Jedamzki, einigen bekannt als Videoversand-Oma aus der Peter Lundt-Serie, die beste Leistung in der Nebenrolle als Lundts Mutter ab.

Einzig hervorzuheben ist die thematisch angesiedelte Musik - selbst als Nicht-HipHop-Begeisterter muss man eingestehen, dass zumindest das Intro ein bisschen das Flair der Szene aufkeimen lässt.

Insgesamt ist der neunte Fall von Horst Dobranski recht schwach ausgefallen. Eine merkwürdige Handlung mit vielen unverständlichen Aktionen hinterlässt keinen (guten) bleibenden Eindruck beim Hörer. Da gab es schon wesentlich bessere Folgen der Serie!

Nicolas Gehling



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 1. Januar 2009 | Laufzeit: 49 Minuten | Preis: 7,95 Euro

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