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 Gaston, Band 10: Gaston 10

Serie: Gaston, Band 10
Autoren: Andre Franquin
Übersetzer: Klaus Müller, Peter Müller, Hedda Siebel
Verlag: Carlsen

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Fünf Jahre, nachdem das "Marsupilami" das Licht der Welt erblickte, taucht in der Zeitschrift "Spirou" ein fauler, aber sehr sympathischer Bürobote auf. Schnell findet Gaston Lagaffe europaweit unzählige Fans und bereits wenige Monate später widmet der Zeichner Franquin dem liebenswerten Chaoten eine eigene Serie.
Doch seit Jahren sucht man "Gaston" im Buchhandel vergeblich. Nur wer sehr viel Geld auszugeben bereit ist, kann eines oder mehrere der Hefte auf einer der Comic-Börsen oder im Internet erstehen. Doch Juni 2008 geschieht für die Fans des 1997 verstorbenen Franquin und seiner berühmtesten Comicfigur ein kleines Wunder. Der Carlsen-Verlag beginnt mit einer Neuedition der kompletten Serie. Neunzehn Bände à 9,95 ? sind zwar kein Pappenstiel, aber wer Gaston kennt, wird nicht zögern, zumindest die ersten Comics zu erstehen, und dem faulsten Büroboten der Geschichte eine Chance geben.

Wie in den letzten Alben versucht Franquin, die Comicstrips verschiedenen Themen zuzuordnen. So kommen neben Figuren wie Herrn Bruchmüller immer wieder Geräte wie das Gastophon oder im zehnten Album verstärkt der Oldtimer Gastons vor. Auch sein Erfindergeist wird immer wieder aufgegriffen. So entwickelt er eine Vogelscheuche, die garantiert jeden vom Feld vertreiben wird - und wenn es der Bauer ist, der das Kabel anfasst. Immer häufiger bringt auch Gastons Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft ihn und vor allem seine Kollegen in die Bredouille. So versucht er zwar den Kleidersack von Fräulein Trudel zu reparieren, im Ergebnis aber steckt die ihn anhimmelnde Sekretärin im Sack und muss bis zum Geschäft hüpfen. Auch dass er immer wieder für alle anderen Geräte repariert, sorgt für Unmut, nicht zuletzt arbeitet er fast immer daran und nicht für den Verlag.
Ein weiterer Trend in diesem Album ist neu. Gaston versucht, irgendjemanden aufs Glatteis zu führen und ihm einen Streich zu spielen. Diese absolut köstlichen Episoden lassen den Polizisten Knüsel, meist aber Fantasio sehr schlecht aussehen.

Einziger Nachteil der hervorragend gemachten Paperback-Heftchen sind ihre geringe Halbwertszeit. Nach kaum einer halben Stunde hat man alle Comicstrips gelesen und harrt des Erscheinungstermins der nächsten Folge. Denn wer einmal auf den Zug aufgesprungen ist, wer einmal Blut geleckt hat, wer einmal Gaston in seinen persönlichen Dunstkreis eingelassen hat, der wird ihn nicht mehr los, erliegt der Sucht nach neuen Gaston-Abenteuern und ersteht Heft auf Heft.
Der Leser sei also gewarnt. Wer diesen oder einen der ersten neun Bände der auf neunzehn Teile ausgelegten Reihe erwirbt, wird alle kaufen. Ohne Wenn und Aber gehört Gaston zu den wichtigsten Comic-Persönlichkeiten der Welt und bildet den Kernpunkt der Karriere von André Franquin, der ihn mehr als fünfzig Jahre begleitet hat.

Bestechend ist der Zeichenstil Franquins. Mit feinem Tuschestrich vermag er die unterschiedlichsten Charaktere lebendig werden zu lassen. Die Geräte, die er Gaston erfinden lässt, die skurrilen Situationen, in die er seinen Antihelden stürzt, sind wundervoll detailreich und gekonnt koloriert. Hier sieht man immer wieder, wie prägend der Belgier für eine ganze Generation an Comiczeichnern gewesen ist.

Einband, Druckqualität und Layout dieser Serie sind dem Preis von knapp unter zehn Euro mehr als angemessen. Im Gegensatz zu den früheren Papp-Ausgaben ist dieses Hochglanzprodukt als sehr gelungen zu bezeichnen.

Stefan Erlemann



Softcover | Erschienen: 1. März 2009 | ISBN: 9783551754400 | Originaltitel: Gaston | Preis: 9,95 Euro | 46 Seiten | Sprache: Deutsch

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