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 Zwölf

12 junge Sterneköche - 12 kulinarische Monate - 12 saisonale Menüs


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis


Zwölf Köche - zwölf Monate: Spätestens wenn man dieses Buch in Händen hält, weiß man, dass es sich beim Kochen um eine Kunst handelt. Zwölf der jüngsten und renommiertesten Sterneköche verraten in dem opulenten Bildband, der 2009 erschienen ist, ihre liebsten kulinarischen Rezepte.

Jeder Koch durfte einen Monat gestalten, Auswahlkriterium war dabei zum einen hohes handwerkliches Können und zum anderen die kulinarische Kreativität. Entstanden ist ein außergewöhnliches Hardcover-Buch der Spitzengastronomie, welches auf 248 Seiten manches Geheimnis verrät. Man wagt es kaum, es als Kochbuch zu bezeichnen, obwohl es auch dies ist. Nach einem Porträt des Kochs, das etwas von dessen Leben, den Einflüssen und der Kochphilosophie erzählt, wird das Menü im Stil einer Karte vorgestellt. Dem folgen Zutatenlisten, die Zubereitung und das Anrichten der Gerichte, einschließlich einiger Fotografien vom fertigen Gang und besonderer Kniffe bei der Zubereitung. Die verschiedenen Menüs bestehen aus einer Vorspeise, zwei Hauptgängen und einem Dessert. Das Buch schließt mit einem Glossar der wichtigsten Fachbegriffe von Abbrennen bis Zesten. Wer denn da so seine Kochkunst entfaltet hat und wo man in den Genuss derselben kommen kann, ist aus dem Inhaltsverzeichnis ersichtlich - hier sind Koch, Restaurant und Ort, neben dem kompletten Menü gelistet. Christof Rüffer vom "Haerlin", Vier Jahreszeiten, ist mit dabei, Thomas Neeser vom "Lorenz Adlon", Adlon Kempinski, und auch Stefan Neugebauer vom "Schwarzen Hahn" in Deidesheim.

In diesem Buch aus dem Umschau Verlag ist eine schöne Idee überzeugend umgesetzt worden. Die Auswahl der Gerichte ist sehr vielfältig und geht von einer feinen regionalen und traditionellen Küche bis zu Gerichten, die international inspiriert sind und multikulturelle Einflüsse widerspiegeln. Es ist eine gehobene Küche, Sterneküche eben, die man sich wohl nicht jeden Tag leistet, aber willkommene Anregung bietet für besondere Anlässe und Menschen. Aber warum sollte man sich eigentlich nicht einmal im Monat ein Sterne-Essen gönnen? So sind auch die Zutaten in der Regel erlesen, von Fasan über Pata Negra bis Bisonrind kommt manches zum Einsatz. Aber die Kochkünstler verstehen es auch, aus einem Spiegelei noch etwas Besonderes zu zaubern, so tritt es im "Strammen Max vom Heilbutt" in Kombination mit Fisch auf. Selbst mit gewöhnlichen Zutaten wie einer Kartoffel lassen sich tatsächlich wahre optische und kulinarische Wunder bewirken. In Zeiten des Internets dürfte es auch kein Problem sein, selbst exotische Zutaten zu beziehen, wenn man das Nachkochen denn selbst mal wagen will - ansonsten ist die eigene Kreativität gefragt. Die Rezepte sind sehr gut bis ins kleinste Detail erklärt, die letzten Geheimnisse behalten die Starkochs allerdings für sich. Sie erfordern zumeist keine besonderen Küchenutensilien und können mit der Standardküchenausstattung leicht nachgekocht werden. Was es braucht ist Zeit, Hingabe und exzellente Zutaten. Das eine oder andere Gericht dürfte eine gewisse Fingerfertigkeit voraussetzen. Einzig Vegetarier werden in dem Buch nicht bedient.

Der optische Genuss steht dem kulinarischen nicht nach. In der Tat sind es natürlich die fantastischen Bilder, fotografiert von Niklas Thiemann, die als erstes ins Auge stechen. Es sind perfekte farbliche Kompositionen, die an abstrakte Kunst erinnern und die eigentlich viel zu schade zum Essen sind. Der Fotograf wahrt die Klasse und es sind schöne Fotografien der Gerichte und Porträts entstanden. Die Qualität von Ausstattung, Druck und Gestaltung entsprechen dem Sujet. Es ist ein Bildband der Spitzenklasse, den man sich zum Anschauen, Verschenken oder Kochen leisten kann und der sämtliche Sinne anspricht.

Sabine Seip



Hardcover | Erschienen: 1. Mai 2009 | ISBN: 9783865286918 | Preis: 48,00 Euro | 256 Seiten | Sprache: Deutsch

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