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 Sacred 2: Fallen Angel

Serie: Sacred, Band 2
Verlag: Koch Media

Cover
Gesamt +++--
Action
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Extras
Glück
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Spielregel
Strategie
Ton
In „Sacred 2“ geht es um das Schicksal der Fantasy-Welt Ancaria. Nachdem die Hochelfen zur dominanten Spezies aufgestiegen sind, spalteten sie sich in zwei Fraktionen, die beide die komplette Kontrolle über die T-Energie, eine mystische Energiequelle, erlangen möchten. Andere Rassen nutzen diesen Konflikt aus, um ihrerseits nach der Herrschaft über Ancaria zu streten. Im Zuge des aufkeimenden Krieges entwickelt die T-Energie jedoch ein Eigenleben und wird zum alles verschlingenden Chaos, das Ancaria zu vernichten droht. Der Spieler ergreift nun Partei für das Licht, repräsentiert von den unter den Hochelfen vereinten Bewohner Ancarias, oder für die Dunkelheit, die Armee des Chaos.

[imgleft]images/UploadGrafiken/1248538636sacred2.jpg[/imgleft]Vor rund sechs Monaten erschien „Sacred 2: Fallen Angel“, Sequel zum beliebten Action-RPG von 2004, für den PC. Bedingt durch seinen kommerziellen Erfolg waren bald Gerüchte um eine Portierung auf PS3 und Xbox 360 in Umlauf, die Ascaron Entertainment Anfang des Jahres bestätigte. Nun ist die Konsolenfassung da und wurde, wie ihr PC-Vorbild, von der Fachpresse überwiegend positiv aufgenommen, von manchen gar als „Ausnahme-RPG auf Konsole“ bezeichnet. Aber kann „Sacred 2“, angesichts der harten Konkurrenz, diesem Ruf überhaupt gerecht werden?

Grundsätzlich ist die Bezeichnung zumindest bei der Story fehl am Platz. „Sacred 2“ spielt in einer absolut stereotypen und klischeehaften Fantasy-Welt namens Ancaria, die ein Mix aus Elementen anderer populärer Genrevertreter zu sein scheint. Natürlich dürfen da schier endlose Wiesen und Wälder, Elfen und Orks sowie legendäre Schwerter, Ringe und anderes magisches Kleinod nicht fehlen. Der Plot bleibt das ganze Spiel über eher flach, was für ein Rollenspiel ungewöhnlich ist. Episch mutet allerdings die Spieldauer an: Mit 500 Quests wird Unterhaltung für mehrere Wochen geboten - sofern man sich Zeit nimmt, die gesamte Karte zu erforschen.

Spielerisch gibt sich „Sacred 2“ für ein Rollenspiel äußerst minimalistisch. Dies wird bereits bei der Erstellung des eigenen Charakters spürbar. Ascerion beschränkte sich dabei auf das absolut Wesentliche, ohne den Spieler mit Bergen an Statistiken und Attributen zu erschlagen. Auch das Inventar, das bei manch anderem Rollenspiel einem Labyrinth aus zig Menüs und Untermenüs gleicht, gibt sich sehr minimalistisch. Aus diesem Grund ist „Sacred 2“ speziell für RPG-Muffel oder -Neulinge geeignet, während hartgesottene Genre-Freunde ob der geringen Ausprägung dieser zentralen Elemente enttäuscht sein werden.

[imgright]images/UploadGrafiken/1248538624sacred1.jpg[/imgright]„Sacred 2“ ist prinzipiell weniger Rollenspiel als „Diablo“-Klon, weshalb dessen Gameplay-Fokus in erster Linie auf seinen vielen Gefechten liegt. Kämpfen, Erfahrung sammeln und seinen Recken auf einen höheren Level bringen ist des Spielers Hauptbeschäftigung. Das mag eintönig klingen, die große Karte und die Masse an simplen, aber variationsreichen Quests sorgen jedoch für genug Abwechslung, um allzu rasches Aufkommen von Langeweile ob der häufigen und repetativen Duelle zu vermeiden.

Die größte Sorge des Konolero dürfte die Umsetzung der Steuerung sein. „Sacred 2“ ist klassisches Iso-Hack'n'Slay, ein Spiel also, für das Maus und Tastatur als Peripherie prädestiniert sind. Auf der Xbox 360 wird man in dieser Hinsicht äußerst angenehm überrascht, denn die Steuerung fühlt sich sogar besser als auf dem PC an. Man könnte die Portierung auf die Konsole auch aus konzeptioneller Sicht als exzellent bezeichnen, wäre da nicht das etwas chaotische Inventar-System. Zwar ist es so simpel und minimalistisch wie der Rest des Spiels gehalten, allerdings ist seine Zusammenstellung teilweise unpraktisch und das laufende Spiel wird während seiner Nutzung nicht pausiert. Aus diesem Grund sucht man nicht selten fluchend nach einem Heiltrank, während man vor einer Horde Banditen davonläuft ...

[imgleft]images/UploadGrafiken/1248538646sacred3.jpg[/imgleft]Ebenfalls gelungen ist die deutsche Lokalisierung. Die Synchronsprecher sind großteils passend und atmosphärisch, was bei komplett ins Deutsche übersetzten Spielen nicht alltäglich ist. Für die Klangkulisse wurde solide Arbeit geleistet, leider wiederholt sich das während des Herumstreunens auf der Karte gespielte Thema endlos und bringt einen irgendwann dazu, die Musik in den Optionen auf lautlos zu stellen.

[imgright]images/UploadGrafiken/1248538657sacred4.jpg[/imgright]Die größte Stärke von „Sacred 2“ ist eindeutig sein neuer Coop-Modus. Das Spiel erlaubt zwei Spielern an einer Konsole beziehungsweise vieren via Xbox Live, Ancaria gemeinsam zu erkunden. Reist man mit anderen, passt sich das Spiel dynamisch an deren Anzahl und Fähigkeiten an, weshalb mehr oder andere Kreaturen die Lande unsicher machen.

Selbst, wenn man mit Rollenspielen wenig anfangen kann, muss man die Liebe zum Detail, die in „Sacred 2“ an beinahe jeder Ecke bemerkbar ist, anerkennen. Die Portierung vom PC auf die Xbox 360 ist gelungen, vor allem die Steuerung wurde höchst effizient umgesetzt. Aufgrund der Größe Ancarias und der Masse an Quests ist es keine leichte Kost für zwischendurch, sondern unterhält für Wochen. Die Langzeitmotivation wird durch den Coop-Modus zusätzlich erhöht. Für Rollenspiel- und „Diablo“-Fans ist „Sacred 2“ daher eine sichere und lohnende Investition, alle anderen sollten ein Probespiel wagen und danach selbst entscheiden, ob sie mit der klischeehaften, uninspirierten Fantasy-Thematik, dem repetativen, minimalistischen Gameplay und der schwachen Hauptstory leben können.

Sebastian Meinke

Probe



Konsolenspiel | Erschienen: 29. Mai 2009 | FSK: 16 | XBOX360 | Preis: 59,99 Euro | für 1 - 4 Spieler | Untertitel verfügbar in: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch | Verfügbare Sprachen: Deutsch

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