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 Die Troubadoura

Ein Katharer-Roman

Autoren: Frank Geile
Verlag: Aufbau Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Guenola de Parassin gehört der religiösen Vereinigung der Katharer an. Ihre Anhänger besitzen viel Charisma und Überzeugungskraft und konnten schon mehrere Wortgefechte mit den katholischen Priestern für sich entscheiden. Deswegen sind sie dem Papst ein Dorn im Auge, zudem erlauben sie Frauen als Parfaits, als Priester, und leugnen die Göttlichkeit Jesu Christi. Aus diesem Grund werden sie unerbittlich verfolgt, gefoltert und ermordet, damit dieser Glaube nicht Fuß fassen kann.

Auch die Stadt Limoux in Südfrankreich, in die sich im August 1226 viele Katharer geflüchtet haben, wird von den päpstlichen Truppen belagert, um die Ketzer zu vernichten. Guenolas Vaters ist ein erfahrener Kommandant und muss einsehen, dass die Stadt nicht mehr lange zu halten ist. Durch Verrat gelangen die päpstlichen Truppen in die Stadt und vernichten mit ihren Armbrüsten jeglichen Widerstand. Doch für diesen Notfall wurde vorgesorgt und so entkommt ein kleiner Teil der Bewohner dem Verderben.

Ohne ihren Vater, der tödlich verwundet zurückgeblieben ist, flüchtet Guenola unter dem Schutz einiger treuer Tempelritter mit vielen anderen Katharern aus der Stadt. Sein Tod hat ihr eine große Bürde auferlegt. Er vermachte ihr ein Buch mit den Geheimnissen der Vereinigung, da sie als ausgebildete Troubadoura dazu ausersehen ist, die Geheimnisse der Katharer zu schützen. Es ist ein mutiger Schritt, als ihre Gefährten versuchen, das Vertrauen des Kaisers Friedrich II., der in Neapel weilt, zu erringen. Allerdings hat der Kaiser eigene Pläne mit ihnen und lässt, zum Beweis seiner Christentreue, die Schiffe mit den verzweifelten Flüchtigen in Flammen aufgehen. Einem kleinen Teil gelingt die Flucht, doch es ist ein Verräter unter ihnen, der entweder für den Papst oder für den Kaiser arbeitet, denn beide versuchen, hinter das größte Geheimnis der Katharer zu gelangen: den Heiligen Gral.

"Die Troubadoura" gibt sich bei einem kurzen Blick auf den Klappentext zunächst wie ein normaler historischer Roman, gewürzt wahrscheinlich mit einer Liebesgeschichte und einige spektakulären Enthüllungen, da der Heilige Gral ein Thema ist. Doch schon auf den ersten Seiten werden die anfangs eher mäßigen Erwartungen des Lesers schon übertroffen. Auch wenn dies der erste Roman aus der Feder Frank Geiles ist, so gelingt es ihm doch sicher, den richtigen Ton zu treffen und seinen Leser dicht an die von ihm gewebte Geschichte heranzuführen.

Seine Hauptfigur, die junge Guenola de Parassin, ist eine starke, mutige und äußerst glaubhaft beschriebene Frau, der es gelingt, den Hauptteil der Geschichte auf ihren Schultern zu tragen. Wegen der politischen Verstrickungen, den kirchlichen Intrigen und der oftmals überstürzten Reisen der Katharer wechselt der Roman oft den Schauplatz, damit der Leser ein vollständiges Bild erhält. Hierbei geht jedoch nie die Übersicht verloren.

Einen historischen Roman, dem es gelingt, die geschichtlichen Hintergründe korrekt darzulegen und gleichzeitig eine packende und überzeugende Geschichte zu erzählen, sucht man oftmals vergeblich. Doch mit "Die Troubadoura" beweist Frank Geile, dass dies sogar bei einem Erstling gelingen kann. Der einzige Schwachpunkt ist, dass der Heilige Gral eine Rolle spielt, denn das Thema ist wirklich schon arg ausgelutscht.

Daniela Hanisch



Taschenbuch | Erschienen: 1. Juni 2009 | ISBN: 9783746620428 | Preis: 9,95 Euro | 382 Seiten | Sprache: Deutsch

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