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 Alim der Gerber, Band 2: Die Verbannung

Serie: Alim der Gerber, Band 2
Autoren: Wilfrid Lupano
Illustratoren: Virginie Augustin, Geneviève Penloup
Übersetzer: Monja Reichert
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Alim ist ein Kastenloser im Reich Jesameth und muss sich als Gerber durchschlagen, um seine kleine Tochter Bul und seinen alten Schwiegervater Pepeh zu ernähren. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, die Strände von verendeten Killersirenen zu säubern. Am Tage des größten Feiertages fällt Alim die Aufgabe zu, den heiligen Strand vor der morgendlichen Prozession von einem besonders großen Biest zu säubern. Dabei machen er und seine kleine Tochter eine Entdeckung, die ihr Leben für immer verändern soll.
Wer den ersten Teil noch nicht kennt, der sollte hier aufhören zu lesen, um keine Details der Handlung verraten zu bekommen.

Seit der Flucht von Alims Familie ist einige Zeit verstrichen. Die drei Flüchtlinge haben bei einem kleinen Hirtenstamm in den Bergen Unterschlupf gefunden. Doch während Pepeh hofft, dort alt zu werden und Bul friedlich aufwachsen zu sehen, kann man in Jesameths Hauptstadt Bramhalem weder Alim noch seine gotteslästerlichen Äußerungen über den großen Jesameth vergessen. So sucht man den Kastenlosen noch immer und der heilige Iasubiner-Rat entsendet sogar seinen größten Kriegsherrn Torq Djihid in den Norden, um die ungläubigen Stämme auf den Weg des einzig wahren Glaubens zu bringen und Alim aufzuspüren. Während Torq eine Spur aus Blut und Verwüstung in die friedlichen Bergregionen bringt, entbrennt in Bramhalem ein politischer Machtkampf.

Auch im zweiten Band schaffen es die kreativen Köpfe hinter „Alim“, eine wahrlich wundervolle Welt zu entwerfen. Dabei gilt das Lob sowohl Texter Wilfrid Lupano, der mit „Alim“ eine fantasievolle und facettenreiche Geschichte schuf, und Zeichnerin Virginie Augustin, die der Handlung durch ihre Bilder erst Leben einhauchen kann. Auch diesmal verzaubert sie durch ein wundervolles Setting, das von dem Mix aus viel Indien mit etwas China und Orient diesmal in eine dem Himalaya ähnliche Bergregion übergeht. Die Figuren sind liebevoll und einzigartig gezeichnet, so dass man sie leicht wiedererkennt, auch wenn sie im Laufe der Handlung ihr Aussehen verändern.
Dass die Charaktere dabei immer etwas comichaft aussehen, lockert oftmals die Handlung auf, die ansonsten durch den Eroberungszug dunkler und brutaler wird.
Hier ist besonders lobend hervorzuheben, dass „Alim“ Gewalt und Grausamkeit zeigt, ohne dabei in Blutorgien zu schwelgen. Hier ist die Mischung aus den gewählten Blickwinkeln und der Colorierung absolut stimmig.

Die Handlung wird in diesem Teil zwischen Alims Familie und ihrem neuen Leben sowie den Mächten von Jesameth aufgeteilt. Während Alim sein Glück zu finden glaubt, eröffnet sich in seiner alten Heimat eine Intrige, deren Ausmaße man erst in den letzten Panels begreift und die den Wunsch aufkommen lässt, sofort weiter lesen zu können.
Politisch sind auch die religiös-politischen Anleihen in diesem Band. Die Eroberung und Unterwerfung der nördlichen Völker erinnert nicht nur von seinem Setting her an Tibet. Und die dargestellte religiöse Intoleranz und der damit verbundene Fanatismus passen wohl auf viele Glaubensrichtungen und auch einige politische Systeme.

Trotzdem ist „Alim“ vor allem eine Geschichte aus einem fantastisch-exotischen Land über einen Mann, der ungewollt zum Spielball der Mächtigen seines Landes wurde. Spannend, witzig und ergreifend erzählt und in herrlichen Zeichnungen festgehalten ist „Alim“ wahrlich eine Perle, die man nicht nur Comicfans ans Herz legen kann.

Susanne Fischer



Hardcover | Erschienen: 1. Juli 2009 | ISBN: 9783940864949 | Originaltitel: Alim le Tanneur: Le vent de l'exil | Preis: 12,80 Euro | 47 Seiten | Sprache: Deutsch

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