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 Eine Frage der Ähre

Der schlauste Bauer erntet die dicksten Kartoffeln


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Glück
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Spielregel
Strategie
"Eine Frage der Ähre" ist die Umsetzung eines Planspiels über mehrere Ebenen mit typischen europäischen Pflanzenvertretern, bei dem es darum geht seine Ernteerträge zu maximieren und sich gegen konkurrierende Farmer durchzusetzen. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Farmers und versucht das Land so zu bebauen, dass er viele Siegpunkte ergattern kann. In jeder Runde versuchen die Farmer ihre Äcker zu vergrößern und müssen sich neu entscheiden, ob sie Siegpunkte erhalten oder auf eine neue Farm sparen wollen, welche im weiteren Verlauf ebenfalls wieder Siegpunkte einbringt.
Jeder Spielzug besteht aus vier Phasen:
Zuerst spielt der Farmer eine Saat aus und versucht auf dem Spielbrett damit eine möglichst große zusammenhängende Anbaufläche derselben Pflanzenart zu erschaffen. Direkt danach wird abgerechnet, und der Spieler muss sich entscheiden, ob er direkt die Siegpunkte erhalten möchte oder auf eine neue Farm spart. Je nach Entscheidung werden weitere Aktionen fällig. Besitzt der Spieler bereits eine Farm, erhält er weitere Siegpunkte für diese. Als letzte Aktion seines Spielzugs zieht der Spieler ein Ackerplättchen nach.
Das Spiel gewinnt derjenige Spieler, der nach dem Aufbrauchen aller Ackerplättchen (und der Endabrechnung) die meisten Siegpunkte vorzuweisen hat.

"Eine Frage der Ähre" ist ein Gesellschaftsbrettspiel für zwei bis fünf Personen, welches durchaus seine Reize hat, auf Dauer allerdings etwas an Attraktivität verliert, da sich die Spielabläufe recht oft ähneln.

Das Spielmaterial setzt sich aus einem recht großen Spielbrett, fünfundzwanzig kleinen und sechzig großen Ackerplättchen zusammen. Die kleinen Äckerplättchen zeigen jeweils nur eine Art (Weizen, Rüben, Raps, Mais oder Kartoffeln), die großen jeweils zwei. Hinzu kommen fünfzehn Viehplättchen, ein Plättchen für das Spielende, fünf Spielerplättchen, Siegpunktmarker, Farmen und Farmpunktwürfel und natürlich die Spielanleitung. In der Box ist die Anleitung sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache enthalten. Beide Varianten sind farbig gestaltet und zahlreiche Illustrationen unterstützen die Regelerklärungen. Das Spielmaterial ist ansprechend gestaltet und liegt in stabiler und schwerer Pappform vor, die Farmen und Farbpunkte bestehen aus Holz - eine gute Wahl.

Das Regelwerk ist etwas umfangreicher gestaltet, trotzdem ist der grobe Spielablauf weiteren Mitspielern schnell erklärt und nach einer Proberunde können alle zügig in das Spielgeschehen einsteigen. Alsdann geht es darum, durch cleveres Kombinieren der eigenen Karten mit der gegebenen Situation das Beste für sich selbst herauszuholen. Wer schafft die beste Verbindung zwischen den einzelnen Anbauarten? Die Mischung aus Strategie, etwas Glück und der Interaktion mit den Mitspielern bietet eine angenehme Spielumgebung und bringt Spielspaß an den Tisch.

Positiv hervorheben kann man die Anpassung des Spiels an die unterschiedlichen Mitspielerzahlen. Je nach Anzahl werden die Karten etwas anders eingesetzt oder ungesehen aus dem Spiel genommen. Dadurch bleibt die Chancengleichheit gewahrt, somit macht es praktisch keinen Unterschied, ob man mit zwei oder mit fünf Spielern auf das Feld geht.
Auch das Spielbrett ist dem Thema entsprechend ausgearbeitet worden, auch wenn die dunkle (braungrüne) Farbmischung ein wenig gewöhnungsbedürftig ist.
Die Spieldauer kann sich sehen lassen, eine ausgeglichene Partie ist in einer dreiviertel bis einer Stunde gespielt und somit ist das Spiel durchaus für "zwischendurch" tauglich.

Leider sind die Spielverläufe meist recht ähnlich, große Alternativen in der Spielgestaltung gibt es kaum. Wenn die Spieler einmal begriffen haben, was die optimale Strategie ist, wird keiner mehr davon abweichen, da sonst kaum eine Chance besteht zu gewinnen. Wer nicht rechtzeitig an die Farmen und somit die Viehplättchen kommt, wird unweigerlich verlieren.
Die Idee der Flächenmehrheitsbeschaffung über mehrere Ebenen ist gut umgesetzt, problematisch wird es erst, wenn sich die Spieler absprechen und sich gegenseitig Vorlagen geben, um größere Gebiete zu erhalten. Daran nicht beteiligte Spieler haben quasi keinerlei Chance sich gegen diese Taktik zu wehren.
Gegen Ende des Spiels verschwindet zunehmend der strategische Faktor des Spiels und das Glück und ein wenig Chaos treten in den Vordergrund.

Insgesamt lässt sich "eine Frage der Ähre" recht gut spielen, auch wenn der Spielreiz mit der Zeit deutlich nachlässt, da sich die Strategien der Spieler immer mehr angleichen. Die Spielidee ist schön umgesetzt, das Material sehr robust und der Spielspaß kann sich sehen lassen. Ein solides Spielkonzept mit durchdachter Umsetzung.

Nicolas Gehling



Brettspiel | Erschienen: 31. März 2009 | Preis: 29,95 Euro | für 2 - 5 Spieler | Verfügbare Sprachen: Deutsch, Englisch

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