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 Tomaten im Kopf


Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Unter dem Titel „Tomaten im Kopf“ veröffentlicht die Autorin Sylja Wichmann dreißig Erzählungen. Es sind Erzählungen von alltäglichen und weniger alltäglichen Begebenheiten. So wird die Geschichte von dem Engländer Tom erzählt, einem Lehrer, der in einem Dorf in Afrika ein karges Leben fristet. Und von Sinwaie, dessen Freundin Penny in London lebt und dort erkrankt. Oder der Beziehung von Herrn Senderberg und seiner Gattin Elke. Auch ein Kamelritt im Urlaub mit der Familie bietet Stoff für eine Geschichte und der Kauf einer Bahnfahrkarte gerät zum Abenteuer.

Die Ideen zu den Geschichten von Sylja Wichmann sind durchaus gut und man kann ihr ein gewisses Maß an Phantasie nicht absprechen. Einige Geschichten beginnen vielversprechend und spannend und verlieren sich dann jedoch in überlangen Schachtelsätzen. Manche dieser Sätze gehen gar über eine halbe Seite und bestehen aus über zehn Satzteilen. Wer kommt da noch mit? Und dies ist keine Seltenheit.

Die Autorin hat eine Vorliebe für Nomina - warum ein Verb benutzen, wenn man das gleiche Wort auch als Nomen benutzen kann. Die Texte wirken dadurch sehr steif und künstlich: „Die Konzentration hin zum Geschehen auf der Leinwand ...“ Einige Ausdrücke sind irgendwie zweifelhaft – was versteht man unter „glücklicher Arbeit“ - oder wirken aufgebläht und übertrieben: „Im glänzenden Scheinwerferlicht der gewaltigen Lichtorgeln, die den Boxring umgaben und ihn in ein gleißendes Wechselspiel von hell und dunkel verwandelten, bewegten sich die geschmeidigen, kraftstrotzenden, muskulösen Körper der diesjährigen Jahrhundertboxer im Kampf um den Weltmeistertitel.“

An die Stelle einer Handlung oder eines Bildes, das erzeugt wird, verirrt man sich in verschlungenen Gedankengängen und -sprüngen sowie freien Assoziationen. Selbst einfache alltägliche Begebenheiten werden sehr kompliziert dargestellt. Das Buch macht es dem Leser nicht leicht. Immerhin hat man lange was davon und bekommt viel für sein Geld geboten. Denn einige Passagen muss man zwei- bis dreimal lesen, um ihren Sinn zu erfassen. Das Buch ist anstrengend zu lesen, die Texte entbehren zum Teil der Logik und Präzision und bieten wenig Anreiz zum Lesen.

Sabine Seip



Softcover | Erschienen: 1. Februar 2009 | ISBN: 978-3828026735 | Preis: 11,00 Euro | 208 Seiten | Sprache: Deutsch

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