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 Anne in Windy Poplars - Die neue Rektorin


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Mit „Die neue Rektorin“ geht „Anne – Die Hörspielserie“ in ihre mittlerweile vierte Staffel. Und zu diesem Staffelauftakt ändert sich für die Hauptfigur der Reihe gleich einiges: Anne tritt die Rektorenstelle der örtlichen Highschool von Summerside an. Das empfindet nicht nur die stellvertretende Rektorin, die selbst auf die Stelle gehofft hat, als großen Affront, sondern auch die an Familienmitgliedern äußerst zahlreichen Pringles, die ebenfalls davon ausgegangen sind, dass einer der ihren Rektor auf der Summerside Highschool würde. Dass fast Annes ganze Klasse aus Pringles-Schülern besteht, macht das nicht gerade leichter. Sie wird geschnitten, verhöhnt und man macht ihr auch sonst das Leben schwer. Aber Anne wäre nicht Anne, wenn sie nicht die Zähne zusammenbeißen und versuchen würde, die Situation irgendwie in den Griff zu bekommen. Ausgerechnet eine Theateraufführung hält sie schließlich für die rettende Idee …

Was an der Auftaktfolge von „Anne in Windy Poplars“ vor allem auffällt, ist das Fehlen der liebgewonnenen Bevölkerung von Avonlea. Der Zuhörer erfährt weder, wie es Annes Ziehmutter Marilla geht, noch was ihre Busenfreundin Diana treibt oder Gilbert, Annes große Liebe, die sie nach langem Hin und Her endlich gefunden hat. Einzig Rachel Lynde gibt zu Anfang der Folge ihr Stelldichein, als sie Anne in ihr neues Zuhause begleitet.
Stattdessen trifft man auf einen großen, bunten Cast neuer Charaktere, die so typisch für Annes Welt sind, dass einem der Abschied von Avonlea nicht allzu schwer fällt.

Dafür sind auch die neuen Sprecher mit verantwortlich, die ihre Sache genau so gut machen wie die alten Bekannten. An erster Stelle sind hier Anke Reitzenstein als ruppige Rebecca Dew sowie Christel Merian und Marianne Wischmann als schrulliges Geschwisterpaar zu nennen. Diese drei sind es, bei denen Anne (gewohnt sympathisch: Marie Bierstedt) eine neue Bleibe findet. In einer kleinen Rolle ist gar Schauspielerin Marie-Luise Schramm zu hören.

Marc Gruppe, dem Verantwortlichen der Reihe, gelingt es überraschend gut, den Roman für das Medium Hörspiel zu adaptieren. Anders als seine Vorgänger treibt der in seiner Prosaform die Handlung nämlich auch durch zahlreiche Briefe voran, die Anne und Gilbert sich schreiben und die das Geschehen dem Leser näher bringen. Diesen stilistischen Kunstgriff, der im Hörspiel nur bedingt funktionieren würde, umschifft Gruppe clever.
Für die neue Handlung scheint man gar ein neues Score-Thema komponiert zu haben, das sich zu bereits bekannten gesellt. Insgesamt steht deshalb Annes neues Abenteuer produktionstechnisch den alten in nichts nach. Allerdings kann man sich des Eindrucks nicht ganz erwehren, dass sich bestimmte Erzählmuster inzwischen wiederholen. Sehr deutlich wird das vor allem in den durchaus sympathischen Figuren, die die Romanautorin Lucy M. Montgomery ihrer Zeit – immerhin vor gut hundert Jahren – kreiert hat, die doch so manch anderer gleichen, der man im Verlauf der früheren Geschichten bereits begegnet ist.

Alles in allem verspricht „Die neue Rektorin“ deshalb viel Spaß für Nostalgiker, die ein weiteres Mal in die kanadische Welt des letzten Jahrhunderts eintauchen möchten, und für Anne-Fans, die einfach nicht genug von dem charismatischen Rotschopf bekommen können.

Christian Handel



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 17. Oktober 2009 | ISBN: 9783785741382 | Laufzeit: 69 Minuten | Originaltitel: Anne in Windy Poplars | Preis: 8,99 Euro | Sprache: Deutsch

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