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 Bartimäus, Band 1: Das Amulett von Samarkand

Serie: Bartimäus, Band 1
Autoren: Jonathan Stroud
Übersetzer: Gerald Jung, Katharina Orgaß
Verlag: cbt

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Es ist ein Junge, ein zwölfjähriger Zauberlehrling, der es wagt, ihn, Bartimäus, heraufzubeschwören. Es ist sein erstes Mal, daher würde Bartimäus ein leichtes Spiel mit ihm haben - denkt er. Aber Nathanel, so heißt der Junge, hat seine Arbeit gut gemacht – kein Fehler ist ihm bei der Beschwörung oder dem Pentagramm unterlaufen und nicht einmal Bartimäus' beeindruckende Erscheinung – beeindruckend im Sinne von furchteinflößend - kann den jungen Nathanel aus der Fassung bringen, ein großes Ärgernis, befindet Bartimäus. Aber zu diesem Zeitpunkt hat der Junge noch nicht seinen Befehl für Bartimäus geäußert und dieser würde erst danach richtig lernen, den Jungen zu hassen.
Der größenwahnsinnige - als ob man von einem Zauberlehrling etwas anderes erwarten könnte - Junge fordert nichts Geringeres, als dass der Dämon das Amulett von Samarkand aus dem Haus von Zauberminister Simon Lovelace stehlen soll. Der Grund für den Auftrag ist auch noch so läppisch: Nathanel wurde vor seinem Meister, der ihn hätte verteidigen sollen, und einer Gruppe von Zauberern von Simon Lovelace gedemütigt. Doch Nathanels Racheplan, das Amulett von Samarkand an sich zu bringen, löst Ereignisse aus, die Nathanel nie in seinem Leben auch nur geahnt hatte, und dank dieses übereifrigen Jungen wird auch Bartimäus in diese Geschehnisse mit hineingezogen – ein sehr ungemütlicher Zustand, denn hilft der Nathanel nicht, erwartet ihn ein sehr unangenehmes Schicksal.

„Das Amulett von Samarkand“, erstmals 2004 in Deutschland erschienen und jetzt neu aufgelegt, ist der erste Band von Johnathan Strouds „Bartimäus“-Trilogie. Hauptfiguren sind der Dämon Bartimäus und der Zauberlehrling Nathanel. Wobei von Anfang an klar ist, dass die Mitwirkung von Bartimäus an dieser Geschichte sehr unfreiwillig ist, aber er muss nun mal den Befehlen seines Beschwörers, also Nathanel, gehorchen. Und diese Konstellation ist es, die das ganze Buch prägt und es zu einem Lesevergnügen voller Sarkasmus macht.
Geschildert wird das Buch nämlich sowohl aus der Sicht des Zauberlehrlings Nathanel als auch aus der Sicht von Bartimäus, der nicht ablässt, sich über sein Los zu beklagen und seinem Unwillen Ausdruck zu verleihen. Allein durch diesen sehr kontrastreichen Wechsel der Perspektiven entwickelt dieses Buch einen ganz eigenen Charakter, der es von vielen anderen Büchern deutlich unterscheidet. Es ist kaum möglich, den Stil von Bartimäus und Nathanel zu verwechseln, dennoch werden durch Nennung des gerade Erzählenden alle Zweifel ausgeräumt. Zusätzlich dazu wird dem Leser noch eine ausführliche Verwendung von Fußnoten demonstriert, die ergänzend auf fast jeder Seite, oft in Form von bissigen oder altklugen Kommentaren, zu finden sind. Speziell der Stil des Dämons sorgt für einen einzigartigen Unterhaltungswert, denn über die vor Sarkasmus triefenden Berichte des Dämons kann man irgendwann nur noch schmunzeln, besonders wenn man gerade einige Seiten zuvor erst wieder den an Naivität grenzenden Stil von Nathanel genossen hat.
Aber ohne die gute Geschichte hinter dem Ganzen würde dieses Buch dennoch nicht völlig überzeugen. Es ist ein Buch mit dem berühmten Dominoeffekt, ein Ereigniss wird angestoßen und führt zum nächsten. Jonathan Strouds Geschichte fängt klein an und am Ende schlagen riesige Wellen über allen Beteiligten zusammen.
Wer also mal ein Buch ganz anderer Art lesen möchte und sich für Zauberer und Dämonen erwärmen kann, wird hier eine wunderbar unterhaltsame Geschichte erleben können, bei der man gespannt ist, wie es weiter gehen mag.

Sandra Seckler



Taschenbuch | Erschienen: 1. September 2009 | ISBN: 978-3570305881 | Originaltitel: The Amulet of Samarkand | Preis: 7,00 Euro | 540 Seiten | Sprache: Deutsch

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