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 Alim der Gerber, Band 3: Der weiße Prophet

Serie: Alim der Gerber, Band 3
Autoren: Wilfrid Lupano
Illustratoren: Virginie Augustin
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Wie schon beim Wechsel vom ersten zum zweiten Band erfolgt auch bei Teil drei "Der weisse Prophet" ein extremer Schnitt in der Geschichte um Alim den Gerber. Man sollte die Vorgänger auf jeden Fall kennen, um die Handlung zu verstehen.

Zuletzt haben wir miterlebt, wie Alim und seine Tochter Bul in einem Luftschiff vor ihren Verfolgern geflohen sind. Nachdem sie völlig geschwächt und dem Tode nahe in einem fernen Land angekommen sind, wird Alim von den dunkelhäutigen Bewohnern als eine Art Geist aus der Unterwelt angesehen. Er wird jahrelang in Gefangenschaft gehalten und schließlich von einem Schamanen auf dessen Reise durch das Land mitgenommen. Von dem verrückten Kauz lernt er die Sprache der Eingeborenen und bringt ihm im Gegenzug seine eigene bei. Erst als die Herrscher seines Landes auch in diese weit entfernte Gegend vordringen, entkommt er seinem Schicksal, da er als einer der ihren erkannt wird. Allerdings kann er nicht bestätigen, dass die blassen Fremden, zu denen er selbst gehört, so freundlich sind, wie sie sich präsentieren. Ganz im Gegenteil sind sie machthungrig und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Alim versucht, sich mit der neuen Situation zu arrangieren, vergisst dabei aber nie seine Tochter Bul, die er auf der Flucht verloren hat. Und selbst, als es für ihn immer gefährlicher wird, sich in der Nähe seiner Landsmänner aufzuhalten, da er bei ihnen als Verräter gilt, scheut er die Gefahr nicht, als er einen kleinen Anhaltspunkt für Buls Verbleib bekommt.

In "Alim der Gerber" findet man alles, was einen richtig guten Comic auszeichnet. Die Bilder sind unglaublich detailreich gezeichnet, die Coloration perfekt, die Geschichte fesselnd und sowohl spannend als auch humorvoll. Die exotische Welt, in die man hier eintaucht, erinnert an Afrika, trotzdem hat sie ihre ganz eigenen Regeln. Gerade bei der Tierwelt zeigt sich ein durchaus fantastischer Einschlag. So dienen zum Beispiel Brontosaurier-ähnliche Giganten als Reit- und Transporttiere.

Die Geschichte ist ausgesprochen komplex und entwickelt sich immer wieder anders als man es erwartet hätte. Gerade der Zeitsprung am Anfang dieses Bandes kommt überraschend, fügt sich jedoch übergangslos in die Erzählung ein. Dass die kleine Bul hier nicht auftaucht ist ein weiteres, unerwartetes Rätsel, es ist zu erwarten, dass sie im Folgeband noch eine besondere Rolle einnehmen wird. Mit ihr als Figur geht der Geschichte in dieser Episode allerdings allgemein ein wenig ihrer Kindlichkeit verloren. Die Handlung ist an einigen Stellen durchaus dramatisch, verliert sich aber nie in düsterer Stimmung.

Auf der einen Seite geht es um einen Machtkampf zwischen den mächtigsten Herrschern eines Landes, das schließt auch religiöse Fragen ein. Auf der anderen Seite steht Alim, der durchschaut hat, dass die Festen, auf die die Religion baut, keineswegs so fest verankert sind, wie man glauben mag und auf Lügen beruhen. Doch was das für ihn persönlich in letzter Konsequenz bedeuten mag, bleibt noch unklar. Bisher hat ihm dieses Wissen kein Glück gebracht. Man darf also gespannt auf die Fortsetzung dieser außergewöhnlichen Geschichte von Texter Wilfrid Lupano und Zeichnerin Virginie Augustin sein.

Bine Endruteit

Probe



Hardcover | Erschienen: 28. Oktober 2009 | ISBN: 9783940864956 | Originaltitel: Alim le Tanneur: La Terre du Prophète Pâle | Preis: 13,80 Euro | 56 Seiten | Sprache: Deutsch

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