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 Schlangenfieber

Autoren: Robert Twigger
Verlag: Argon

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Spannung


Robert Twigger steht kurz vor Heirat, als er zufällig auf den Roosevelt-Preis stößt. Dort werden fünfzigtausend Dollar für denjenigen ausgeschrieben, der einen dreißig Fuß langen Python fängt. Um sich und vor allen Dingen seinem Großvater Oberst H. zu beweisen, dass er ein richtiger Mann ist, beschließt Twigger, sich auf die Suche nach der längsten Schlange der Welt zu machen. Durch Bücher und Besuche im Zoo, wo er mit einem Wärter Bekanntschaft schließt, bereitet sich der Engländer auf seinen Trip in den Dschungel vor. Dabei stellt er schnell fest, dass er in Südamerika keinen Erfolg haben wird und setzt seine Hoffnungen auf Borneo und Malaysia.

Seine Ausrüstung besteht zum größten Teil aus gutem Schuhwerk und einem Allzweck-Taschenmesser, den Rest will er sich vor Ort zulegen. Seine Suche beginnt in Kuala Lumpur, wo er unter anderem durch einen Bekannten Kontakt zu dem geheimnisvollen Schlangenkönig aufnimmt, einem Mann, der mit Tausenden von Skorpionen in einem Glaskäfig eingesperrt wurde, dessen wahre Leidenschaft aber die Reptilien sind. Alsbald begreift Robert, dass die meisten Leute ihm irgendwelche Schlangen unterjubeln wollen, die von der größten Schlange der Welt meterweit entfernt sind, nur, um an sein Geld zu gelangen.
Doch dann besucht er ein Dorf der Dusum-Jäger und obwohl die meisten Bewohner nichts mehr von Schlangen wissen wollen, findet Robert zwei Gefährten, die sich mit ihm auf den Weg in den Dschungel machen, um den Riesenpython zu jagen. Das Abenteuer beginnt ...

Mit diesem Buch beschreibt der Autor Robert Twigger einen Abschnitt seines eigenen Lebens, der ihn sehr geprägt hat. Sein großes Idol ist sein Großvater, der als Oberst in Indien für die englische Krone gedient hat, und dem Twigger auch posthum sein Buch widmete. Der Stil, in dem der Abenteurer seinen Erlebnisbericht verfasst hat, ist flüssig zu lesen und vermag auch dann zu fesseln, wenn Twigger abzuschweifen droht. Das schützt leider nicht davor, dass es Kapitel gibt, die mit der Schlangenjagd selber reichlich wenig zu tun haben und sich mit Twiggers Erlebnissen in einer fremden Kultur beschäftigen. Leser, die sich das Buch in erster Linie aus Interesse an Schlangen zugelegt haben, werden daher vielleicht ein wenig enttäuscht sein. Wer sich aber auch von gut geschriebenen und spannenden Reiseberichten unterhalten lässt, wird den Kauf nicht bereuen.
Die Reise selber ist natürlich stümperhaft vorbereitet worden, aber trotzdem - oder gerade deshalb - sollte man dem Autor Respekt zollen, ein solches Wagnis einzugehen. Dabei trifft der Engländer auf die merkwürdigsten Zeitgenossen und die interessantesten Typen. Frei nach dem Motto: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Dass dabei der eigentliche Grund der Expedition das eine oder andere Mal ins Hintertreffen gerät, wurde oben bereits erwähnt. Auch das Ende hat nicht sonderlich überzeugt, es unterstreicht aber die Glaubhaftigkeit des Buches.
Besonders gefallen hat mir Twiggers Trip in den Dschungel; man hat sich richtig in den Erzähler hineindenken können, was durch die lebhafte Erzählform in der ersten Person noch unterstrichen wurde.
Der Umfang von knapp 350 Seiten ist keinesfalls zu lang und auch der Umschlag und die Bindung kommen gut an, nur die Kurzbeschreibung in der Innenseite des Schutzumschlags beginnt zu reißerisch und suggeriert ein Abenteuer, auf das der Leser in dieser Form vergebens wartet. Allerdings sind die Einführungszitate zu den einzelnen Kapiteln, von C.J. Ionides, einem Großwild- und Schlangenjäger, sehr gut gelungen, zumal sie auch zum Inhalt passten. Darüber hinaus hat Twigger das Buch dieses Mannes zu seinem persönlichen Leitfaden in Punkto Schlangenjagd auserkoren. Insgesamt gesehen ein Buch, das es Spaß macht zu lesen, auch wenn es an einigen Stellen kleinere Durchhänger gibt.

Florian Hilleberg



Hardcover | Erschienen: 01. Januar 2001 | ISBN: 3870245255 | 347 Seiten

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