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 Die Teufelshure

Autoren: Martina André
Sprecher: Anja Bilabel
Verlag: Radioropa

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Schottland 1647: Eine dunkle Bruderschaft hat wichtige politische Stellen des Landes infiltriert. Ihr düsteres Geheimnis ist ein Elixier, das Menschen in unsterbliche, immer noch menschlich aussehende Wesen verwandelt, die über außergewöhnliche Kräfte verfügen. Nicht nur die körperlichen Kräfte vervielfältigen sich durch das Elixier, auch die Sinne sind übermenschlich scharf.

Von alldem ahnt der Highlander John Cameron nichts, als er als Lagerarbeiter zu einer Hinrichtung in Edinburgh muss. Dort trifft er auf die schöne Madlen MacDonald, die ebenfalls aus den Highlands stammt. Obwohl seine Kollegen und Freunde ihn warnen, dass Madlen die Mätresse eines zwielichtigen und gefährlichen Lords ist, lässt er sich auf ein Treffen mit ihr ein. Als er allerdings versucht, Madlen aus ihrem goldenen Käfig zu befreien, wird er von den Helfern des Lords gestellt: John befindet sich zusammen mit seinen Gefährten in Gefangenschaft, bevor sie sich versehen können. Doch der mächtige Lord holt die Gefangenen aus dem Verlies, kauft sie frei und möchte sie für seine Versuche benutzen. Langsam kommt John hinter das Geheimnis der Bruderschaft, dessen Anführer der düstere Lord ist. Nachdem die Bruderschaft sie mit Hilfe des Elixiers unsterblich gemacht haben, nutzen sie eine günstige Möglichkeit, um zu fliehen, bevor ihnen ihr eigener Wille genommen wird. Nun müssen sie vor der Bruderschaft und ihren Schergen fliehen – doch nicht, ohne Madlen aus den Händen des Lords zu befreien. Dies ist der Beginn eines jahrhundertelanges Krieges zwischen der Bruderschaft und der Gemeinschaft um John, der sich über die ganze Welt zieht und unter Ausschluss der Menschheit stattfindet, auch wenn diese direkt von den Auswirkungen des Krieges betroffen ist.

„Die Teufelshure“ ist der vierte Roman der Autorin Martina André. Zwischen ihren Geschichten gibt es nur wenige Parallelen. Allesamt sind eine Mischung aus historischen Begebenheiten, die mit – mal mehr, mal weniger – phantastischen Elementen angereichert werden. Schauplätze, historische Zeitpunkte und Fantasy-Elemente sind jedoch sehr unterschiedlich. Das vorliegende Höruch spielt zur Hälfte im Schottland des 17. Jahrhunderts, die andere Hälfte ist im Jahr 2009 angesiedelt. Der Bruch zwischen den beiden Hälften ist sehr hart ausgefallen. So brauch man beim Hören erstmal eine Weile, bis man wieder in die Geschichte findet. Erst nach und nach erfährt – oder vielmehr erahnt – der Zuhörer, wie die beiden Teile der Geschichte zusammen gehören. Nur langsam kommen vertraute Parallelen und Andeutungen zum Tragen, die die Verknüpfung zulässt. Dadurch würde im Normalfall die Spannung gesteigert werden, allerdings sind die Andeutungen dann teils so plump, dass man den weiteren Verlauf der Geschichte voraussehen kann.

Ebenfalls nicht besonders gut gelungen sind die Bezüge zu vorherigen Ereignissen. Mag es beim Buch hilfreich sein, wenn man immer mal wieder an vorherige Geschehnisse erinnert zu werden, ist es bei einem Hörbuch deutlich zuviel des Guten. An einigen Stellen kommt sich der Zuhörer eher veralbert vor. Unfreiwillig stellt sich die Frage, ob beim Schreiben der Geschichte davon ausgegangen wurde, dass der spätere Leser an Alzheimer leidet, so oft werden Details wiederholt.

Dennoch handelt es sich um eine mysteriöse Liebesgeschichte mit wundervollen Fantasy-Elementen, die geschickt in die Handlung verflochten wurden. Die Autorin hat sich ausführlich mit der Kultur und Historie des Landes auseinander gesetzt, was man dem Ergebnis positiv anmerkt. Man wird in die Geschichte gezogen und möchte das Hörbuch gar nicht mehr ausschalten – etwas problematisch bei einer Länge von über 23 Stunden. Allerdings sollte man ein Fan von etwas schnulzigen Liebesgeschichten und heiß beschriebenen Zweisamkeiten sein, um dieses Hörbuch genießen zu können.

Die Sprecherin Anja Bilabel leistet eine solide Arbeit bei dem Hörbuch. Sie schafft es, die Stimmung der Geschichte einzufangen und gut wiederzugeben. Einziger Kritikpunkt bei der Aufnahme ist, dass Absätze immer wieder überlesen werden und man so auch immer wieder auftretende Perspektivwechsel nicht direkt mitbekommt. Hier wäre eine Aufnahme mit zwei Sprechern – einmal für den männlichen, einmal für den weiblichen Part – wünschenswert gewesen.

Insgesamt ist "Die Teufelshure" eine Geschichte und ein Hörbuch mit Höhen und Tiefen. Mit einer Leidenschaft für mysteriöse Liebesgeschichten, in denen es auch mal etwas heißer zugehen darf, wird man an diesem Hörbuch viel Freude haben. Dennoch muss man leider sagen, dass es die bisher schwächeste Geschichte von Martina André ist und auch die Aufnahme noch deutlich Luft nach oben lässt.

Vera Schott



MP3-CD | CD-Anzahl: 3 | Erschienen: 30. November 2009 | ISBN: 9783836804752 | Laufzeit: 1410 Minuten | Preis: 14,95 Euro | Sprache: Deutsch

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