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 Kommissar Häberle, Band 10: Kurzschluss

Der zehnte Fall für August Häberle

Serie: Kommissar Häberle, Band 10
Autoren: Manfred Bomm
Verlag: Gmeiner Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Bekannt wurde das „Schwaben-Ländle“ insbesondere dadurch, dass die Leute dort alles können außer Hochdeutsch. Eine der schönsten Landschaften Deutschlands ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus als ruhiges, idyllisches Urlaubsgebiet bekannt.
Doch gerade dort, in einem See am Rande der Schwäbischen Alb, wird ein Angestellter des örtlichen Energieunterversorgers tot aus einem See geborgen. Um seinen Hals ist ein Stein mit einem Seil befestigt. Aufgabe des Toten war es, die Entwicklungen an der Leipziger Strombörse zu beobachten, um den Bedarf der nächsten Jahre günstig zu ordern.

Kommissar Häberle, der die schnell eingerichtete Sonderkommission der Kriminalpolizei leitet, versucht herauszufinden, ob die Ermordung etwas mit dem Beruf des Toten zu tun hat. Allerdings hat der Tote sich auch in seiner Freizeit mit dem Thema Strom und Energie insgesamt beschäftigt. In dessen Wohnung wurden mehrere Dokumentarfilme über die Energiewirtschaft gefunden. Aber auch Filme pornografischen Inhalts befinden sich im Hause des Toten, so dass sich dem Kommissar die Frage stellt, ob der Tod etwas mit diesem Milieu zu tun hat.

Noch komplizierter wird der Fall dadurch, dass in Mecklenburg-Vorpommern eine weitere Leiche mit einem Stein um den Hals in einem See gefunden wird. Und dieser Tote hatte beruflich ebenfalls mit Strom zu tun und kannte natürlich den in Süddeutschland gefundenen Ermordeten.

Ein gut recherchierter Krimi, der detaillierte Einblicke in das Stromgeschäft gewährt. Klare verständliche Erklärungen führen dazu, dass auch Nicht-Fachleute Einblicke in die Praktiken auf dem Strommarkt erhalten. Aber auch weitere gesellschaftliche und politische Themen werden hier angesprochen, ohne dass vom eigentlichen Ziel, die beiden Verbrechen aufzuklären, abgelenkt wird.

Spannung wird in diesem Krimi insbesondere dadurch erzeugt, dass fast jeder, der mit dem Fall in irgendeiner Form zu tun hat, verdächtig ist. Bis kurz vor Schluss weist nichts darauf hin, wer der Täter ist. Stattdessen müssen die Ermittler sich neben der Energiewirtschaft und dem Rotlichtmilieu plötzlich noch mit dem Naturschutz beschäftigen und werden fast zu Experten für Biber und Anglerfragen.

Der Charme der schwäbischen Landschaft wird ebenfalls in dem Buch eingefangen. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Ortschaften, Sehenswürdigkeiten und der Umgebung zeigen, dass das „Schwaben-Ländle“ nicht umsonst so bekannt ist. Gleichzeitig wird die Lust auf das nähere Kennenlernen dieser Gegend geweckt. Denn bei allem Einsatz im Kampf gegen das Verbrechen ist Kommissar Häberle ein sehr heimatverbundener Mensch. Die Liebe zum Land und den Traditionen ist ein weiteres zentrales Thema dieses Buches.

Manfred Bomm gelingt es in diesem Buch, genaue Einblicke in die Polizeiarbeit zu gewähren. Im Gegensatz zu den Fernsehkrimis wird hier deutlich, dass nur im Team die vielen Puzzleteile gesammelt werden können, die zur Aufklärung eines Verbrechens benötigt werden. Allerdings gibt es immer wieder Puzzleteile, die am Schluss gar nicht passen. Diese zunächst uninteressanten Informationen halten die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

"Kurzschluss" – ein Krimi, der überzeugt. Manfred Bomm hat mit Kommissar Häberle einen Polizisten geschaffen, der in der Lage ist, nicht nur seine Mitarbeiter, sondern auch den Leser zu begeistern. Letzterer freut sich schon auf den nächsten Fall des beliebten Kommissars.

Petra Schott



Softcover | Erschienen: 8. Februar 2010 | ISBN: 978-3839210499 | Preis: 11,90 Euro | 419 Seiten | Sprache: Deutsch

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