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 Der Arumbaya-Fetisch

Autoren: Hergé
Verlag: Carlsen

Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung


Tim nimmt gerade ein Bad, da hört er im Radio, dass in einem Museum in der Stadt der berühmte Arumbaya-Fetisch gestohlen wurde. Tim eilt tags darauf ins Museum und trifft dort auf die Polizisten Schultze und Schultze, die alte Freunde von Tim sind. Doch zur Überraschung aller ist der Fetisch am nächsten Morgen wieder an seinem angestammten Platz. Tim schöpft Verdacht und findet in einem alten Expeditionsbericht eine Zeichnung des Fetischs. Dort wird geschildert, wie eine Gruppe Abenteurer den wertvollen Kultgegenstand den Indios stahlen und fluchtartig das Land verließen. Tim kann beweisen, dass im Museum eine Kopie anstelle des Originals zurückgebracht wurde.
Tim fällt am Tag darauf eine Meldung in der Zeitung auf. Ein Bildhauer ist in seiner Wohnung gestorben - Gasvergiftung. Tim ahnt, dass der Mann die Kopie des Fetischs angefertigt hat und findet heraus, dass der Mann umgebracht wurde. Ein in der Wohnung zurückgelassener Papagei bringt ihn auf die Spur zweier Südamerikaner, die auch auf der Suche nach dem Fetisch sind.
Tim folgt den beiden auf ein Schiff, dass sie nach Südamerika bringt. Die Ganoven beseitigen den Dieb des Fetischs, ohne Spuren zu hinterlassen, und wollen an Land gehen. Tim lässt die beiden verhaften und setzt an Land über.
Er ahnt nicht, dass die Polizei des Kleinstaates mit den Verbrechern unter einer Decke steckt. Zahlreiche Gefahren und mehr als ein Mordanschlag stehen Tim bevor, ehe er hinter das Geheimnis des Arumbaya-Fetischs kommt.

Die Urfassung von "Der Arumbaya-Fetisch" erschien bereits von 1935-1937 in "Le Petit Vingtième". Die vorliegende Auflage stammt aus dem Jahre 1990 und ist inhaltlich das fünfte Album mit den Abenteuern von Tim und Struppi.
Auch 70 Jahre nach der ersten Drucklegung sind die Alben von Hergé wahre Kultobjekte. Zahlreiche Fangruppen und Vereine pflegen diese Liebe zu den Alben und zum Autor. Held der Abenteuer ist Tim und sein Hund Struppi, die im Original Tintin und Milou heißen.
Markenzeichen der Abenteuer des cleveren Reporters Tim sind detektivischer Spürsinn gepaart mit oft haarsträubenden Zufällen und aberwitzigen Wendungen. Logik und sinnvollen Aufbau wird man vergebens suchen. Immer wieder wird die Geschichte durch plötzliche Ereignisse in eine andere Richtung getrieben, immer sind es skrupellose Verbrecher, die Tim bedrohen und ihre Ziele mit äußerster Brutalität verfolgen. Tim übersteht die diversen Mordanschläge und Überfälle mit unglaublichem Glück immer wieder aufs Neue und lässt sich von nichts abschrecken.
Die Zeichnungen sind relativ detailarm und stark koloriert, Gesichter oft stereotyp. Auch sind, der Zeit des Entstehens entsprechend, zahllose Vorurteile und Klischees vertreten, über die man heute gnädig hinwegsehen sollte. Siebzig Jahre sind eine lange Zeit und die Haltung der Europäer zu Afrika, Sklaverei und Minderheiten hat sich grundlegend gewandelt.
Ihren Charme und Erfolg beziehen die Geschichten aus ihrer zur damaligen Zeit weit herausragenden Einzigartigkeit.
Die Geschichten propagieren erstmals den Erfolg des Individuums gegen alle Widerstände und Gewalt. Auch politische Intrigen werden erstmalig beim Namen genannt und vor allem die Mächtigen, Militärs und Politiker, sind als die Schuldigen gebrandmarkt - eine unerhörte Sicht zur damaligen Zeit. Heute ist es ein Gutteil Nostalgie und die Ironie, mit der die Geschichten und Charaktere gezeichnet sind, die den anhaltenden Erfolg vielleicht erklären können.
Ich zähle die Geschichten um Tim und Struppi zu den besten Comics, die je erschienen sind. Sie sind in ihrem unnachahmlichen Zeichenstil und dem pointenreichen Text immer noch brillant und einzigartig. Wer Kapitän Haddock und Professor Bienlein vermissen sollte, dem sei gesagt, dass diese Personen erst in späteren Alben zu wichtigen Bestandteilen der Geschichten werden. Diese Alben sind auch eindeutig witziger als die frühen Abenteuer und dem unerfahrenen Leser zur Lektüre empfohlen. Zu beachten ist, dass diese Alben sich an Erwachsene richten.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 01. Dezember 1997 | ISBN: 3551732256 | Preis: 9 Euro | 62 Seiten

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