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 Der Drachenflüsterer

Serie: Der Drachenflüsterer, Band 1
Autoren: Boris Koch
Illustratoren: Dirk Schulz
Verlag: cbj

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Seitdem die Blausilber-Mine vor zehn Jahren unter mysteriösen Umständen still gelegt wurde, ist es ruhig in Trollfurt geworden, denn die meisten Bergarbeiter-Familien haben die Stadt verlassen, um woanders Arbeit zu finden. Doch nicht jeder kann einfach so fort gehen, der 15-jährige Ben zum Beispiel. Seit dem Tod seiner Mutter lebt er auf der Straße und die Eltern der anderen Jugendlichen verbieten ihren Kindern den Umgang mit ihm, da sie in als Taugenichts und schlechten Einfluss betrachten. Sicherlich, oft muss sich Ben zusammenstehlen, was er zum Leben braucht, doch eigentlich ist es sein einziges Ziel, eines Tages mal ein ruhmreicher Drachenritter des Großtirischen Reichs zu werden und sie durch das Abschlagen der Flügel eines Drachens von Samoths Fluch zu befreien, der sie zu bösartigen Wesen macht.

Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse im abgelegenen Trollfurt, die Blausilber-Mine wird gekauft und sein neuer Besitzer nebst Drache und neuen Arbeitern kommen nach Trollfurt. Und auch ein Drachritter beehrt auf einmal die Stadt mit seiner Anwesenheit.
Doch merkwürdiges geht vor - Ben und sein Freund Yanko beobachten geheimnisvolle Aktivitäten in der Blausilber-Mine, die noch immer verschlossen gehalten wird und plötzlich findet man den Drachenritter tot auf - und ausgerechnet Ben soll es gewesen sein, da ihm der Ritter tags zuvor alle Hoffnung genommen hat jemals ein Drachenritter werden zu können.
Ben bleibt nichts außer der Flucht und ausgerechnet hier trifft er auf einen geflügelten Drachen. Doch statt Ben, seiner bösartigen Natur gemäß, zu fressen, erlebt Ben eine riesige Überraschung, der Drache entpuppt sich als friedlich, auch wenn er psychischen Problemen gesegnet ist. Eins ist klar, Ben ist durch diese Begegnung einer riesigen Lüge auf der Spur, die die Drachen seit Jahrhunderten versklavt und plötzlich ist er gar nicht mehr so begeistert davon, ein Drachenritter zu werden

"Der Drachenflüsterer" ist ein Roman von Boris Koch, der schon im Dezember 2008 vom Heyne Verlag verlegt wurde und nun bei cbj erneut erscheint.

Das Thema: Drachen - doch zu Anfang scheinen sie nur eine Nebenrolle zu spielen, denn sie sind die willigen Begleiter ihrer Herren, die sie mit Abschlagen der Flügel vom Fluch Samoths befreit haben. Im Fokus steht Ben, der bedingt durch seine unverschuldete Herkunft vom Rest der Dorfgemeinschaft gemieden wird. Durch seine Stellung ist er dadurch auch geradezu prädestiniert, als Sündenbock herzuhalten, als mysteriöse Ereignisse Trollfurt heimsuchen. Doch genau damit schafft Boris Koch dann auch den Übergang, denn auf der Flucht macht Ben eine ungewöhnliche Begegnung, die den Rest des Buches prägt. Damit ist das Buch eine wirklich runde Sache, zumal Boris Koch zu Anfang scheinbare Nichtigkeiten in seine Handlung einfließen lässt, die zum Ende hin plötzlich an Bedeutung gewinnen und die ganze Story beeinflussen.

Um Ben auf seiner Reise zu verfolgen ist dem Leser zu Anfang noch eine Karte aus der Feder von Dirk Schulz mitgegeben, auf dem das ganze Großtirische Reich abgebildet ist.
Den Abschluss dieses Buches bildet ein kleiner Anhang mit kleinen Anekdoten über Drachen, die sich auch als sehr lesenswert herausstellen.

Alles in allem eine sehr gelungene, runde Sache, die Boris Koch mit "Der Drachenflüsterer" abliefert und gerade so gestrickt, dass es auf den Nachfolgeband "Der Schwur der Geächteten" geradezu hinleitet. Man kann gespannt sein, was Boris Koch hieraus macht.

Sandra Seckler

Probe


Taschenbuch | Erschienen: 6. April 2010 | ISBN: 978-3570400029 | Preis: 7,95 Euro | 349 Seiten | Sprache: Deutsch

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