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 Plötzlich Shakespeare


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Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Der reiche, intelligente, gutaussehende Jan heiratet die perfekte, makellose, bildschöne Olivia. Dabei ist Jan doch die große Liebe von Rosa. Doch alle Versuche, ihren Jan umzustimmen, schlagen fehl. Rosa vergeht vor Selbstmitleid, kann sich selbst jedoch am wenigsten leiden, schließlich hat sie ihren Jan mit dem Don Juan der Grundschule betrogen - oder zumindest hat sie ihn geküsst und sich dabei von Jan erwischen lassen.
Was nun? Der Job ist ihr ein Graus, ihre Figur mäßig bis schlecht, ihr Selbstwertgefühl im Keller, ihr schwuler Freund Holgi der Einzige, der sie mag, und Jan in unendlich weite Ferne gerückt. Da kommt ihr der Jahrmarktmagier Prospero gerade recht. Er verspicht ihr eine Seelenwanderung der besonderen Art. Rosa soll, während sie körperlich im Wohnwagen Prosperos liegt, eine Reise in die Vergangenheit unternehmen und ihre Seele kennenlernen. Der Haken bei der Sache ist, dass sie funktioniert. Rosa erwacht im Körper eines Mannes, der gerade vom Schwert des großen Francis Drake durchbohrt zu werden droht. Leider darf Rosa nicht in der Vergangenheit sterben und kommt erst in ihren Köper zurück, wenn sie die wahre Liebe kennengelernt hat. Kein leichtes Unterfangen, wenn man im Körper des "Gottes der Defloration" steckt, dem eitlen, überheblichen und weit von seiner späteren Kunstfertigkeit entfernten William Shakespeare himself.

Nach "Mieses Karma" und "Jesus liebt mich" nun also der dritte Roman David Safier - hier in der Hörbuchausgabe mit den Sprechern Christoph Maria Herbst und Anneke Kim Sarnau. Und auch wenn man die ersten zwanzig Minuten im Zweifel ist, ob hier ein Bestseller zu hören sein wird, kann man es vor Lachen und Schmunzeln später kaum mehr aushalten.
Nicht nur der hintergründige Humor Safiers, sondern vor allem Herbst und Sarnau machen aus dem Stück einen grandiosen Ausflug in die Zeit Shakespeares und seiner Epoche und in die Seele von Rosa und damit der Frage, inwieweit man sich selbst leiden kann, muss und sollte, um ein glücklicher Mensch zu sein.

Denn dieser Safier ist nicht nur albern, witzig, grotesk und urkomisch, er ist ein kleines Stück auch lehrreich und tröstlich. Für den nicht so perfekten Menschen hat Safier die klare Botschaft, dass es auf die inneren Werte ankommt. Klingt banal, ist es auch, kommt aber in "Plötzlich Shakespeare" so überzeugend rüber, dass man Safier dafür einfach nur herzlich in die Arme nehmen möchte. Selten hat jemand so witzig über Seelenwanderung, Selbstliebe und -Entfremdung sowie die "Wahre Liebe" philosophiert wie David Safier in diesem Roman.
Und dank Herbst und Sarnau fühlt man sich an die besten Screwball-Komödien aus der Glanzzeit Hollywoods erinnert und kann sich manchmal den Bauch vor Lachen kaum halten.

Stefan Erlemann



CD | CD-Anzahl: 4 | Erschienen: 12. April 2010 | ISBN: 9783839810163 | Laufzeit: 299 Minuten | Preis: 14,95 Euro | Sprache: Deutsch

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