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 Lucky Luke, Band 18: Lucky Luke: Der singende Draht

Serie: Lucky Luke, Band 18
Autoren: René Goscinny, Morris
Verlag: Egmont Manga & Anime

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Nachrichten von der Westküste des amerikanischen Kontinents an seine Ostküste dauern 1860 Wochen. 1861 wird der Telegraf erfunden und in Dienst gestellt, doch endet die von Westen kommende Telegrafenlinie in Carson City, Nevada und die von Osten kommende Linie in Omaha, Nebraska. Dazwischen liegen 2560 Kilometer. Der Pony-Express verbindet diese Distanz bereits seit 1960.
Berühmte Reiter wie Buffalo Bill und Lucky Luke überbrücken die Strecke mit heldenhaften Ritten. Doch Abraham Lincoln, beunruhigt durch den Ausbruch der Sezessionskriege, gibt dem Präsidenten der Western Union, Hiram Sibley, 1861 den Auftrag, die Lücke zu schließen. Zwei Trupps werden in Marsch gesetzt, die schwierigen Arbeiten aufzunehmen. In der Mormonenstadt Salt Lake City sollen sich die Arbeiter treffen und die Verbindung herstellen.
Doch das enorme Preisgeld von 100.000$, das der Präsident der Western Union für das siegreiche Team in Aussicht stellt, ist nicht nur Ansporn, sondern auch Anreiz, durch Einsatz eines Saboteurs zu betrügen. Lucky Luke hat alle Hände voll zu tun, seinem Team, das in Carson City startet zu helfen und den Verbrecher, der allerlei Hindernisse in den Weg stellt, zu entlarven.

Die historischen Ereignisse um Pony-Express, Telegrafenleitung und Vereinigung der Strecken in Salt Lake City wurden von Morris und Goscinny wunderbar umgesetzt. Wie es die übliche Arbeitsteilung zwischen Morris und Goscinny vorsah, stammt die Geschichte von Goscinny und die Ausarbeitung von Zeichnung und Sprechblasen von Morris.
Gemeinsam schufen sie mit "Der singende Draht" ein sehr lustiges und zugleich ernstes Album. Sabotage und scheinbar unüberwindbare Hindernisse in Gestalt von Bergen, Flüssen, Indianerangriffen, Mangel an Material und Arbeitern, historisch verbürgt, bilden den ernsten Hintergrund und Details, Szenarien und Text bilden den höchst witzigen Gegenpart.
Im Zusammenwirken entsteht ein vergnügliches und spannendes Abenteuer, in dem alles stimmt.
Die Morris-üblichen Originalschauplätze und Protagonisten werden in plastischen, farbenfrohen und immer realistischen Bildern eingefangen. Lucky Luke und sein Pferd, zahlreiche "Nebensächlichkeiten" und Charakterdarsteller füllen dieses Album bis an den Rand prall mit Ideen und "Action" aus.
Wirklich grandios ist dieses Album immer dann, wenn der unerschütterliche Willen zum Erfolg des Ingenieurs auf das Staunen Lucky Lukes und die Ignoranz der Arbeiter trifft. Die Situationskomik und der Wortwitz, der daraus entsteht, gehört mit zum Besten, dass in diesem Genre gefunden werden kann.
Allein die Szene, in der Materialmangel in Gestalt fehlender Bäume auf den Enthusiasmus der Bevölkerung trifft, die kurzerhand jeden verfügbaren Balken der Holzhäuser einem neuen Zweck zuführen - mit dem Ergebnis, dass sämtliche Bauten zusammenbrechen - ist so herrlich in Szene gesetzt, dass der geneigte Leser Tränen lacht. Derartige Bildersequenzen finden sich in diesem, erstmals 1977 erschienenen Album, zuhauf.

Fazit: "Der singende Draht" ist perfekt. Kein Haar in der Suppe, kein Kritikpunkt, der mir einfiele. Kein Tadel, der sich finden ließe, kein Makel, der dem Haarspalter einfiele.
Dieses Album verdient die Höchstnote. Bereits die einseitige Einleitung ist so komisch, dass man das Album nicht mehr aus der Hand legt, bis auf der letzten Seite der einsame Cowboy mit seinem zum Kulturgut gewordenen Schlussakkord die Szenerie verlässt: "I?m a poor lonesome Cowboy and a long way from home..."[i][/i]

Stefan Erlemann



Softcover | Erschienen: 1. Januar 1986 | ISBN: 3770401298 | Preis: 8,60 Euro | 48 Seiten

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