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 Hören bis zum Ende der Nacht

9 Krimis großer Bestsellerautoren


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Mit "Hören bis zum Ende der Nacht" hat der Hörverlag eine Sammlung von Kriminalgeschichten herausgebracht, die sich durch eine interessante Vielfalt auszeichnen. Neun Krimis sind es insgesamt, in denen nach Herzenslust gemordet, betrogen und manipuliert wird.

Den Anfang macht der schwedische Autor Ake Edwardson mit "Bis der Tod uns scheidet". Eine Woche vor Weihnachten wird in Schweden eine Frau ermordet, deren Gatte bei einem Kurzurlaub auf den Kanaren weilt. Ein Alibi, an dem es nichts zu rütteln gibt, das aber Kommissar Erik Winter nicht zu überzeugen vermag. Von inneren Zweifeln getrieben, stürzt er sich in die Ermittlungen und ist letztendlich selbst überrascht, was dabei zutage tritt. Ein düsterer Krimi, der vor allem für die dunklen Stunden des Tages gut geeignet ist.

Als überaus verzwickt und psychologisch interessant stellen sich die beiden Kriminalgeschichten der britischen Autorin Val McDermid heraus. Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt des Geschehens, die mit den Umständen ihres Lebens unzufrieden sind. Während die eine selbst zum Gift greift, um die Lebensmittel in einem Supermarkt zu präparieren, verrät die andere ihren abtrünnigen Liebhaber an seine Ehefrau. Eine Methode, die überraschend schnell zum Erfolg führt.

Aber nicht nur Geschichten aus anderen Ländern findet der interessierte Krimiliebhaber in dieser mörderisch ambitionierten Sammlung vor. Auch der Kölner Bestsellerautor Frank Schätzing ist hier vertreten. Mit "Ein Zeichen der Liebe" präsentiert er einen überaus wortgewandten, mit witzigen Dialogen untermauerten Kurzkrimi, der zu den besten dieser Box gehört. In ihm verfolgt eine als Patientin im Krankenhaus befindliche Psychologin die Spur eines mehrfachen Ritualmörders und muss letztendlich feststellen, dass sich auch intelligente Frauen irren können. Von Jan Joseph Liefers gelesen, ist diese unerwartet ausgehende Geschichte überaus hörenswert.

"Hören bis zum Ende der Nacht" ist eine umfangreiche und sehr kostengünstige Sammlung, die facettenreich in Erscheinung tritt. Jedoch wird kaum einer der Hörer alle Geschichten mögen. Zu unterschiedlich sind sie in ihrer Ausführung und in der Art, wie sie erzählt werden. So findet der Krimiliebhaber neben gediegenen englischen Krimis, deren Stärke es ist, von unheimlichen Schauplätzen und skurrilen Charakteren zu profitieren, auch erfrischend lebensnahe und wendungsreich in Erscheinung tretende Erzählungen vor. Eine Mischung, die für viele Geschmäcker etwas bereit hält, dadurch allerdings als Gesamtpaket nicht völlig überzeugt.

Gelesen werden die einzelnen Storys von unterschiedlichen Sprechern, die es gut verstehen, ihren Protagonisten einen ihnen entsprechenden Ausdruck zu verleihen. So überzeugt Christian Hoening in einem Fall, der seinen Ursprung vor 67 Jahren hat. Eine junge Varietekünstlerin stand damals unter dem Verdacht, ihren wesentlich älteren und überaus wohlhabenden Gatten während der Flitterwochen mit Arsen vergiftet zu haben. Ob in der Rolle des Kommissars Adam Dalgliesh oder als Pfarrer Hubert Boxdail - Christian Hoenig versteht es, die Figuren in all ihrer Vielseitigkeit hörbar zu machen und ihre Stimmungen und Gefühle gekonnt herauszuarbeiten. Aber auch Anna Schudt, die eine Episode vom Altmeister Edgar Wallace liest, liegt stimmlich genau richtig, wenn sie als Privatsekretärin Barbara Long seltsamen Dingen im Haus des bettlägerigen Rechtsanwaltes Mr. Brownwill auf die Spur kommt.

Fazit:
"Hören bis zum Ende der Nacht" ist eine unterhaltsame Auswahl von Kriminalgeschichten, die für Liebhaber kurzer Hörbücher bestens geeignet ist.

In der Box sind folgende neun Kriminalgeschichten enthalten:

• Ake Edwardson: "Bis der Tod uns scheidet", gelesen von Stephan Schad
• Dashiell Hammett: "Ein Mann namens Spade", gelesen von Jacques Breuer
• Mary Higgins Clark: "Requiem für einen Mörder", gelesen von Andreas Sippel
• Mary Higgins Clark: "Entführung am hellichten Tag", gelesen von Beate Himmelstoß
• P. D. James: "Der Tod kam schnell", gelesen von Christian Hoening
• Val McDermid: "Wen es trifft.", gelesen von Eva Gosciejewicz
• Val McDermid: "Wer den Wagen ins Rollen bringt", gelesen von Eva Gosciejewicz
• Frank Schätzing: "Ein Zeichen der Liebe", gelesen von Jan Josef Liefers
• Edgar Wallace: "Die Privatsekretärin", gelesen von Anna Schudt

Dorit Wiebke

Probe


CD | CD-Anzahl: 8 | Erschienen: 1. März 2010 | ISBN: 9783867175173 | Laufzeit: 470 Minuten | Preis: 19,99 Euro | Sprache: Deutsch

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