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 Schocktheraphie

10 Jahre Nachtgeschichten


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Im November des Jahres 2000 fand die erste „Nachtgeschichten“-Lesung in Schweinfurt statt, die sich in den vergangenen zehn Jahren zu einer festen Veranstaltung für junge Nachwuchs-Horror-Autoren aus dem fränkischen Raum etabliert hat. Vier Begleithefte sind seitdem erschienen, die nun unter dem Titel „Schocktherapie“ als Sammelband neu veröffentlicht wurden.

Das Buch umfasst insgesamt 25 Geschichten, von denen die meisten aus der Feder von Markus K. Korb und Tobias Bachmann stammen. Weitere beteiligte Autoren sind Elaine Poe, Stefan E. Pfister, Werner Schmidt und Peter Hub.

Korb, Bachmann und Co. gehören zu einer Riege junger fränkischer Autoren, die sich der Tradition Kafkas und Lovecrafts verschrieben hat. Dies merkt man ihren Schriften deutlich an. Es ist nicht das literweise fließende Blut, sondern eher das subtile Grauen, der Alltags-Horror, der psychologische Aspekt. Aber auch seltsame und uralte Kulte finden sich auf den Seiten dieser Anthologie. Dass solch eine Art des literarischen Grauens den nötigen Platz zur Entfaltung braucht, zeigt sich vor allem daran, dass die besten Geschichten oft die längsten sind, während beispielsweise das dreieinhalbseitige „Macht der Gedanken“ von Elaine Poe einen enttäuschenden Eindruck hinterlässt.

Die Coverillustration von Thorsten Grewe wirkt leider überhaupt nicht gruselig, sondern eher peinlich. Es ist klar, dass sich Herausgeber Bernd Rothe kein Cover vom Schlage eines Royo leisten kann, doch wäre eine Bleistift- oder Tuschezeichnung wohl stimmungsvoller gewesen als das verwendete Machwerk, bei dem lediglich der Malstil und die Farbkomposition Horror auslösen. Der Atmosphäre einer Korb- oder Bachmann-Geschichte wird dieses Cover jedenfalls nicht gerecht.

„Schocktherapie“ ist eine eher durchwachsene Kurzgeschichtensammlung, die zwar einige echte Perlen, aber auch ein paar bittere Enttäuschungen aufzuweisen hat. Wer schon einige Werke von Bachmann & Co. kennt, kann auch hier zugreifen und sich auf einige angenehme Stunden Leseunterhaltung freuen. Die Mischung bewegt sich qualitativ aber eher auf durchschnittlichem Niveau.

Markus Goedecke



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