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 Die Weiße Tigerin, Band 6: Die Mikado-Strategie

Serie: Die Weiße Tigerin, Band 6
Autoren: Didier Conrad, Wilbur
Illustratoren: Didier Conrad
Sprecher: Resel Rebiersch
Verlag: schreiber & leser

Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Kaum hat Alix Yin Fu, "Weiße Tigerin", Kommunistin und Freiheitskämpferin, ihre Meisterin Zizhu beerdigt, wird sie verhaftet. Gemeinsam mit ihrem französischen Freund Rousseau wird sie in Hong Kong inhaftiert. Ihr Todfeind Kang Sheng, Leiter des kommunistischen Geheimdienstes, will an der hübschen Frau ein Exempel statuieren. Dummerweise ist ausgerechnet die neugegründete CIA an Alix interessiert. Der amerikanische Agent Major Edward G. Lansdale rettet Alix das Leben und erwartet als Gegenleistung, dass ihn Alix unterstützt. Denn Lansdale ist auf der Suche nach einem legendären Kriegsschatz, der die schwarzen Kassen der CIA füllen soll. Dumm nur, dass die Chinesen dem Agenten immer einen Schritt voraus sind. Wären nicht Alix und Rousseau, die Amerikaner könnten einpacken und nach Hause fahren. Doch wie weit geht die erzwungene Loyalität von Alix?

Der Kalte Krieg beginnt und die Amerikaner versuchen sich als die Herren der Welt zu inthronisieren. Da ist jedes Mittel recht und Skrupel eher hinderlich. Und da in China die Kommunisten drauf und dran sind die Nationalisten zu besiegen, drängt die Zeit. Nichts wäre schlimmer als ein kommunistisches China, das die Amerikaner hinausschmeißt und selbst am Spiel der Macht teilnimmt.
Didier Conrad versucht in diesem historisch korrekten Bild gemeinsam mit Texter Wilbur seine Geschichte der Agentin und Weißen Tigerin Alix Yin Fu zu erzählen. Es ist bereits das sechste Abenteuer der hübschen und überaus wehrhaften Chinesin und leider bleibt, ähnlich wie im fünften Band, der Humor fast gänzlich auf der Strecke. Zwischen Nationalisten, Kommunisten, amerikanischen Agenten, Japanern und Kriminellen spielt sich eine haarsträubende Geschichte um einen Kriegsschatz ab, die weder einen Spannungsbogen noch ein richtiges Ende bereit hält.

Man beginnt sich nach einigen Seiten zu fragen, was "Die Mikado-Strategie" mit den fünf Vorgänger-Alben dieser Reihe zu tun hat. Zwar sieht Alix immer noch hinreißend schön aus, doch Erotik kommt nicht mehr vor, Humor und Ironie fehlen zur Gänze und brutale Morde, wirre Aktionen der Amerikaner und seltsame Wendungen des Schicksals langweilen eher, als dass sie begeistern. Wären nicht die grandiosen Bilder Conrads, man würde verzweifelt das Ende dieser Serie betrauern und jeden weiteren Band mit Missachtung strafen.
Was Didier Conrad und Sylvie Commenge (so der bürgerliche Name von "Wilbur) geritten hat, aus der Humoreske einen brutalen Machtkampf zu machen, ist unergründlich. Es war ja gerade der frische Humor, der die Fans begeisterte, die erotische Ausstrahlung von Alix und die herrlich verrückte Art und Weise, mit der Conrad in den ersten Bänden historische Realität mit Fiktion vermischt. Und nun eine Alix, die mit dem Feind paktiert?

"Die Mikado-Strategie" ist unteres Mittelmaß. Eine krude Geschichte, ein miserables Ende, viele brutale Szenen, fast kein Humor und unmotiviert wirkende Storyelemente zuhauf werden kaum aufgewogen durch die zeichnerische Qualität dieses Albums. So wird "Die weiße Tigerin" keinen Erfolg verbuchen und als Serie in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Eine Leseprobe gibt es auf der Verlags-Website: Die Weiße Tigerin - Die Mikado-Strategie

Stefan Erlemann



Softcover | Erschienen: 1. Juli 2010 | ISBN: 9783941239388 | Originaltitel: Tigresse blanche: La Théorie du Mikado | Preis: 12,95 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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