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 Am ersten Tag


Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Womit hat alles begonnen? Wann war die erste Morgendämmerung und in welchem Moment ist der Mensch entstanden? Mit diesem elementaren Fragen beschäftigt sich der Astrophysiker Adrian. Er ist ein engagierter Wissenschaftler und fasziniert von dem Augenblick, an dem das erste Licht im Universum erstrahlte. Ähnliche Fragen bewegen auch die Archäologin Keira. Sie ist unermüdlich dabei, die Stelle zu finden, an der sie Überreste der tatsächlich ersten Menschen entdecken kann. Doch beide Menschen werden durch ungünstige Umstände in ihrer Arbeit ausgebremst und müssen sich neu orientieren.

Bei einem Vorsprechen für einen Förderpreis treffen sich Keira und Adrian. Zunächst nimmt Adrian die junge Frau gar nicht wahr: erst als sie sich ihm bewusst bemerkbar macht, wird ihm klar, dass sie sich von Studienzeiten kennen. Sie haben damals einige wunderbare Monate gemeinsam verbracht, ehe das Berufsleben sie auseinander riss. Und auch jetzt sieht es so aus, als hätten sie lediglich einige Tage für sich. Doch es kommt anders, da der mysteriöse Anhänger, den Keira in Äthiopien geschenkt bekommen hat, die beiden wieder zusammenführt. Gemeinsam entdecken die beiden Forscher, welches Geheimnis der Stein birgt und dass es mehrere seiner Art geben muss. Allerdings wecken sie damit auch die Aufmerksamkeit einer geheimen Organisation, die um jeden Preis verhindern möchte, dass ihre Erkenntnisse ans Licht der Öffentlichkeit gelangen.

"Am ersten Tag" wirkt von seiner Grundgeschichte her wie eine untypische Erzählung von Marc Levy. Die Geschichte um den rätselhaften Stein und die geheimnisvolle Organisation, die ihn an sich reißen will, klingt eher nach einem üblichen Thriller, bei dem Spannung und Action vorrangig sind. Doch Marc Levy gelingt es trotz der spannenden und mysteriösen Momente, viel Tiefgründiges und Romantisches einfließen zu lassen. Zum einen ist da die langsam wieder wachsende Zuneigung zwischen Keira und Adrian und zum anderen die Frage, ob die Menschheit für bestimmte Erkenntnisse bereit ist. Denn die Erkenntnisse würden die Selbstdefinition der Menschheit ändern, und deswegen möchte die mysteriöse Gemeinschaft die Veröffentlichung auch verhindern.

Statt also dem Hörer lediglich einen spannenden, aber platten Actionthriller zu liefern, ist das Grundgerüst, auf dem diese Geschichte basiert, eher romantisch und philosophisch. Hier dreht sich alles um die Frage, ob die Menschheit in ihrem jetzigen Stadium weit genug für bahnbrechende Erkenntnisse ist oder ob es nicht Sinn hat, dass wir nicht genau wissen, wo unser Ursprung ist, damit wir Ehrfurcht haben. Eine vielschichtige Erzählung also, die in dem Hörer viele Fragen aufsteigen lässt. Passend dazu wurde Francis Fulton-Smith als Sprecher ausgewählt, dessen Stimme den Ereignissen den passenden Rahmen gibt. Ein einziges Manko gibt es jedoch. Der Schluss ist leider recht offen, da es einen Nachfolger "Die erste Nacht" geben wird, in der die Ereignisse weitergesponnen werden.

Ein schönes ruhiges Hörbuch voller aufkeimender Gedanken.

Zur Hörprobe: "Am ersten Tag"

Daniela Hanisch



CD | CD-Anzahl: 6 | Erschienen: 23. August 2010 | ISBN: 978-3837104240 | Laufzeit: 444 Minuten | Originaltitel: Le premier jour | Preis: 19,99 Euro | Sprache: Deutsch

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