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 Grusel, Folge 49: Der weiße Wolf


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Ton
Das Harzgebirge im Jahr 1820: Als der Leibeigene Krantz seine geliebte Frau Ludmilla zusammen mit seinem Fürsten und Lehnsherrn im Bett auf frischer Tat ertappt, sieht er rot und tötet beide. Nun müssen Krantz und seine drei Kinder fliehen. Sie richten sich in einer Hütte tief im Wald ein und führen ein zwar beschwerliches, aber doch erträgliches Leben. Nur die Tochter Marcella leidet unter der neuen Situation, denn durch den Betrug von Ludmilla hasst und verachtet der Vater fortan alle Frauen und erhebt des Öfteren die Hand gegen seine Tochter.
An einem besonders kalten und verschneiten Tag gehen Krantz und sein Sohn Armin auf die Jagd nach einem großen weißen Wolf, der um die Waldhütte streicht. Zwar entwischt ihnen der Wolf, dafür machen sie aber die Bekanntschaft eines Mannes namens Wilfried und seiner schönen Tochter Kristina, die ebenfalls auf der Flucht sind. Großzügig nimmt Krantz die beiden in seine Hütte auf und bietet ihnen Schutz und Unterkunft. Er ahnt nicht, dass er damit großes Unglück über sich und seine kleine Familie bringt

Nachdem die letzte Gruselkabinett-Folge "Die Squaw" sich eher durch plakativen Schrecken und brutale Szenen auszeichnete, findet die beliebte Hörspielserie mit der 49. Folge "Der weiße Wolf" zur klassischen Schauerromantik des 19. Jahrhunderts zurück. Die Inszenierung ist makellos, die Atmosphäre wirklich greifbar, der Ort des Geschehens in Form des verschneiten Harzwaldes äußerst reizvoll kurzum: eine supergelungene und spannende Folge!

Die Hörspielumsetzung nach einer Erzählung von Frederick Marryat (ursprünglich 1839 unter dem Titel "The White Wolf Of The Hartz Mountains" als Teil der Gothic-Novelle "The Phantom Ship" erschienen) ist diesmal mit 68 Minuten recht lang, was dem Hörspiel aber sehr gut tut. Man erlebt eine richtig lange, sorgfältig erzählte Handlung, die ihren Anfang mit dem Doppelmord nimmt und viel, viel später, an einem ganz anderen Ort, mit einer Tragödie endet. Man meint geradezu, den harten Winter in der kleinen Hütte tief im verschneiten Wald hautnah mitzuerleben, man leidet mit der armen Marcella und beäugt die neu Eingetroffenen in Gestalt von Wilfried und seiner Tochter Kristina misstrauisch. Dass es nicht gut gehen kann, wenn auf einmal eine bildschöne junge Frau in die beengte Hütte mit einzieht, zeigt sich bald, denn sowohl Vater Krantz als auch der Sohn Armin, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, verlieben sich in die geheimnisvolle Schönheit.

Die Sprecherauswahl ist wie immer ausgezeichnet: Als Fürst Istvan und untreue Ludmilla haben Frank Gustavus und Bettina Weiß zwar nur recht kurze, aber dennoch sehr überzeugende Auftritte. In der Rolle der drei Kinder brillieren Nicolas Artajo (Armin), Max Felder (Caesar) und Gabrielle Pietermann (Marcella). Vor allem die Stimme von Nicolas Artajo dürfte den meisten Hörern bekannt sein, der 1985 geborene Schauspieler ist unter anderem die deutsche Synchronstimme von Michael Cera (Pauly Bleeker in "Juno"). In der Rolle des rachsüchtigen, zerrissenen Vaters Krantz ist Peter Reinhardt zu hören. Und als rätselhaftes Vater-Tochter-Gespann machen auch Axel Lutter als Vater Wilfried und Petra Barthel als sinnliche, undurchsichtige Tochter Kristina eine durchweg sehr gute Figur. So bietet "Der weiße Wolf" fast 70 Minuten spannenden und unterhaltsam inszenierten Hörgenuss. Durch den Rahmen mit dem verschneiten Harzgebirge ist dies auch ein perfektes Hörspiel für dunkle Winterabende!

Christina Liebeck



CD | CD-Anzahl: 1 | Erschienen: 13. November 2010 | ISBN: 9783785743928 | Laufzeit: 68 Minuten | Originaltitel: The White Wolf Of The Hartz Mountains | Preis: 8,99 Euro | Sprache: Deutsch

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