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 SinBad, Band 3: Im Schatten des Harem

Serie: SinBad, Band 3
Autoren: Audrey Alwett, Christophe Arleston
Illustratoren: Pierre Alary
Übersetzer: Monja Reichert
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Achtung: Wer die ersten beiden Teile der Trilogie "Sinbad" von Christophe Arleston, Audrey Alwett und Pierre Alary noch nicht gelesen hat, sollte den folgenden inhaltlichen Abriss von "Im Schatten des Harems" nicht lesen. Er erläutert notwendigerweise einige wichtige Details, die in den Alben "Der Krater von Alexandria" und "In den Klauen des Djinns" für Spannung sorgen.

Lange vor der Geburt Sinbads und den Ereignissen im Palast des Kalifen erlangte Turabah die Macht über den Djinn. Ihr erster Wunsch machte aus ihr die mächtigste Zaubererin auf Erden, der zweite verhalf ihr zu märchenhaftem Reichtum. Der dritte Wunsch aber sollte ihr die Schönheit ihrer Jugend wieder geben. Doch der Djinn ist ein hinterlistiger Lampengeist. Und so täuscht er Turabah. Sie wird über die Jahrhunderte tatsächlich jünger und erfreut sich ihres Frauenkörpers in der Blüte ihrer Jahre. Doch wieder ein Jahrhundert später ist sie zum Mädchen geworden und ahnt, dass sie der Djinn betrogen hat. Doch Turabah ist nicht umsonst wegen ihrer Grausamkeit, Arglist und Skrupellosigkeit bekannt. Sie hofft am Ende auch den Djinn überlisten zu können.
Derweil verhandelt Sinbad mit dem Zyklopen Ali Baba. Er soll dem Seefahrer endlich verraten, wer seine Eltern sind. Der Räuber verspricht Sinbad dieses Geheimnis zu enthüllen, wenn dieser ihm einen kleinen Gefallen erweist. Er soll einige Haare der Lieblingsfrau des Kalifen herbeischaffen. Und Sinbad wäre nicht Sinbad, wenn er nicht einen Weg finden würde, in den hermetisch vor Männern abgeriegelten Harem des Kalifen zu gelangen. Einzig die in ihn verliebte Azna, ein Wechselwesen, das mal Frau mal Panther ist, hilft ihm bei seinem verwerflichen Plan.
Doch weder Turabah noch Sinbad und schon gar nicht der Kalif ahnen, dass der Djinn all ihre Pläne durchkreuzen will. Doch hat der wiederum nicht mit der Schläue und Raffinesse Sinbads gerechnet.

Was für ein Finale. Wer die ersten beiden Alben von "Sinbad" gelesen hat, konnte sich bereits an dem herrlichen Humor erfreuen, mit dem Christoph Arleston und Audrey Alwett ihre Geschichte würzten. Die geistreiche Hommage an den berühmtesten Seefahrer und Gauner des Orients ist gespickt mit Ironie, Sarkasmus, Humor und Slapstick vom Feinsten.
Wie Sinbad als vermeintlich schwuler Friseur - denn nur als solcher ist er als Mann zutrittsberechtigt im Harem des Kalifen - auftritt, ist so komisch, dass man aus dem Lachen kaum herauskommt. Doch vermögen die beiden Autoren auch die ernste, spannende Seite der Geschichte sehr viel stärker zur Geltung zu bringen als in den beiden ersten Bänden. In diesem Sinne ist "Im Schatten des Harems" wundervoll.

Gekonnt sind auch im Abschlussband die Zeichnungen von Pierre Alary. In Verbindung mit der perfekt anmutenden Kolorierung durch Jean-Paul Fernandez können seine manchmal skizzenhaften, immer aber überzeugenden Illustrationen mitreißen. Sein Sinbad ist herrlich verrucht, wunderbar raffiniert, köstlich humorvoll und immer sehr sympathisch. Seine Azna gelingt Alary ebenso animalisch wie grazil und sexy. Doch vor allem kann sein grausamer Djinn überzeugen. So eine furchterregende Gestalt hat man in einem Comic selten gesehen - zumal man auch diesem blauen Ekel eine gehörige Portion schwarzen Humors nicht absprechen kann.

"Im Schatten des Harems" ist ein gelungener, wirklich begeisternder Abschlussband einer Serie, die man einfach gelesen haben muss.


Auf der Verlags-Webseite gibt es eine ausführliche Leseprobe.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 27. Oktober 2010 | ISBN: 9783868690668 | Originaltitel: Sinbad: Les Ombres du Harem | Preis: 13,80 Euro | 53 Seiten | Sprache: Deutsch

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