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 Kismet Knight, Band 2: Vampire lieben länger

Autoren: Lynda Hilburn
Übersetzer: Sabine Schilasky
Verlag: Knaur

Gesamt +----
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Die Serie um die Vampirpsychologin Kismet Knight findet ihre Fortsetzung (die Rezension zum ersten Band finden Sie hier).

Kismet hat nun ihren Vampirlover gekriegt, Devereux ist verrückt nach ihr. Fast zu verrückt, denn er sieht überall Gefahren für sie und fürchtet, seine Geliebte könnte ihm wieder entrissen werden. Kismet hasst diese Bevormundungen, und so kriselt es beim jungen Glück. Doch diesmal scheint Devereux Recht zu haben. Der älteste Vampir überhaupt, Hallow, ist in der Stadt, und er hat ein Auge auf Kismet geworfen. Sie soll seine neue Sklavin werden und ihm dienen. Von diesen Sklavinnen lebt er, er trinkt ihr Blut und wird für sie zur Droge, bis sie nicht mehr ohne ihn existieren können. Er ist ungeheuer mächtig, übliche Vampirbeschränkungen gelten für ihn nicht. Und so bringt Kismets Versuch, ihre Eigenständigkeit zu bewahren, sie in größte Gefahr.

Die Hoffnung, dieser Band könnte merklich besser sein als der erste, wird leider enttäuscht. Auch die Tatsache, dass Kismets Beziehung zu Devereux eigentlich gefestigt sein sollte, wird wieder über den Haufen geworfen. Sie lieben sich zwar, streiten aber bei der kleinsten Gelegenheit wieder. Dadurch, dass Kismet nicht auf Devereux' Anweisungen hört, bringt sie sich in Gefahr und liefert sich Hallow aus. Hier kommen wir zum nächsten Problem: Hallow bringt sie dazu, ein willenloses Häufchen Libido zu sein, ohne denken zu können, ohne einen einzigen klaren Gedanken fassen zu können. Durch ihn wird ihre Intuition komplett ausgeschaltet, sogar, wenn er gar nicht in der Nähe ist. So führt es dazu, dass sich wieder eine Lustszene an die nächste reiht, gerne auch komplett aus jedem Kontext gerissen und in den unmöglichsten Momenten. Die Nachvollziehbarkeit der in der Ich-Perspektive geschriebenen Geschichte leidet hier ganz eindeutig.

Ein oberflächlicher Ausflug zu Freud macht Hallows Sexgottausstrahlung fast wieder interessant. Nett zu sehen, wie Kismet mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten kämpft und doch nicht gegen sie ankommt. Immer wieder verlässt sie ihr eigentliches Ich und überlässt das Feld dem Es, was zu dramatischen Persönlichkeitsveränderungen führt.

Die Besessenheit der Autorin von nackten Männerkörpern scheint etwas nachgelassen zu haben, zumindest ist nicht mehr auf jeder zweiten Seite von den Muskeln, den Haaren, den Augen, den einzelnen Körperteilen zu lesen - nur noch auf etwa jeder vierten.

Am Ende des Buches, das nach vorhersehbaren Handlungsabläufen zu einem ebenso vorhersehbaren Ende führt, wird deutlich, dass Lynda Hilburn noch lange nicht genug von ihrer selbsternannten Vampirpsychologin hat: Der letzte Satz macht deutlich, dass hier noch mindestens ein Band zu erwarten ist.

Anja Thiemé

Probe


Softcover | Erschienen: 13. Dezember 2010 | ISBN: 978-3426504277 | Originaltitel: Dark Harvest | Preis: 9,99 Euro | 442 Seiten | Sprache: Deutsch

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