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 Kick-Ass Band 1

Serie: Kick-Ass, Band 1
Autoren: Mark Millar
Illustratoren: Tom Palmer, John Romita
Übersetzer: Bernd Kronsbein
Verlag: Panini Comics

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
David ist ein Durchschnittsschüler, wie er durchschnittlicher nicht sein könnte. Er ist "nicht der Strebertyp, aber auch nicht gerade der Klassenidiot". Von der hübschen Katie wird er bestenfalls ignoriert und in seiner Freizeit guckt er Serien auf seinem PC oder fachsimpelt mit seinen Kumpels über die neusten Comics.
Doch dann kommt ihm ein wahnsinniger Einfall: Diese ganze Superheldensache, warum hat das eigentlich noch nie jemand in Wirklichkeit probiert? Klar, weil im realen Leben niemand über Superkräfte verfügt. Aber die hat Batman doch auch nicht und sich eine Maske überzustülpen und für das Gute eintreten kann doch gar nicht so schwer sein, oder?
Also beschließt der Junge, es einfach mal auszuprobieren. Fest entschlossen, aus seinem Leben etwas Besonderes zu machen, kauft er sich einen Neoprenanzug auf ebay und verbringt ab jetzt seine Nachmittage im Fitnessstudio.
Doch seine erste "Streife" durch die nächtliche Stadt endet damit, dass David übel zugerichtet im örtlichen Krankenhaus landet. Das einzig Positive an der Sache sieht er darin, dass er es irgendwie noch geschafft hat sein Kostüm loszuwerden, bevor die Polizei ihn fand. Allein daran wird schon klar, dass trotz guter Vorsätze David es auch nach sechs Monaten im Bett und dann auf Krücken, nicht schaffen wird, die Finger vom Superheldendasein zu lassen. Vor allem, da er plötzlich auch der zuvor unerreichbaren Katie näher zu kommen scheint, wenn auch aus einem ganz anderen und lang nicht so ehrenhaften Grund.
Und als David sich erneut die Maske übers jugendliche Antlitz zieht geschieht etwas ganz und gar Unerwartetes: David schafft es tatsächlich jemanden zu retten und wird über Nacht durchs Internet als Kick-Ass berühmt!

Die Geschichte von dem Jungen, der träumt ein Superheld zu sein, es schafft und dann mit Schrecken erkennt, worauf er sich da eingelassen hat, ist kurz gesagt spannend, witzig und immer wieder überraschend. David wird durchaus sehr sympathisch dargestellt, eine Figur mit der sich der Leser (und nicht nur im Teenageralter) ohne Probleme identifizieren kann. Auch sein Streben nach einem tieferen Sinn im Leben, nach einer Berufung, ist ein gut nachvollziehbarer Antrieb. Überraschend ist, welche Züge Davids "neues Leben" annimmt. Gekonnt spielt Mark Millar mit den Erwartungen des Lesers. Gerade als es so aussieht, als sei es mit Davids Träumen erst mal vorbei, fängt er wieder an nachts auf den Dächern rumzuturnen. Und als es gewiss zu sein scheint, dass er es jetzt zu weit getrieben hat, und von der Gang, bei der er ins Hauptquartier geplatzt ist um einen "Auftrag" auszuführen, bestenfalls nicht umgebracht wird, taucht ein kleines Mädchen im Zorro-Outfit auf und rettet ihn.

Was ebenfalls unerwartet kommt, ist die unglaubliche Brutalität, mit der die Geschichte durchtränkt ist und die extrem blutrünstigen Darstellungen, die zunächst durchaus etwas schockieren. Blutlachen und eingeschlagene Zähne sind etwas, das eher mit einer Graphic Novel wie "Sin City" assoziiert und nicht von einer Geschichte, in der es um einen Teenager geht, der ein Superheld sein möchte, erwartet wird. Aber irgendwie machen diese Kontraste und Überraschungen den Comic auch erst richtig interessant. Man sollte sich nur darüber im Klaren sein, dass "Kick-Ass" eigentlich kein Comic für Jugendliche ist.
Insgesamt ist "Kick-Ass" für Comicfans unbedingt empfehlenswert. Er bietet eine außergewöhnliche Geschichte, eine Prise Humor und einiges an Action und Spannung, ist dabei jedoch nichts für Zartbesaitete.

Kathi Wenz



Softcover | Erschienen: 25. März 2010 | ISBN: 9783866077430 | Originaltitel: Kick-Ass | Preis: 12,95 Euro | 100 Seiten | Sprache: Deutsch

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