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 Tibill der Lilling, Band 1: Aufbruch ins Exil

Serie: Tibill der Lilling, Band 1
Autoren: Ange
Illustratoren: Laurent Cagniat
Übersetzer: Tanja Krämling
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
In einer Welt, die erst einmal gar nicht so gänzlich anders ist als die unsrige, lebt das Volk der Lillinge: kleine Gnome, die vorzügliches Gemüse züchten und dieses auf den Märkten an die Menschen verkaufen. Doch hat der kleine Wuchs dieser menschenähnlichen Wesen auch den schweren Nachteil, dass sie nahezu hilflos gegen jedes Tier sind, sei es eigentlich auch noch so ungefährlich wie die (vom Standpunkt eines Lillings betrachtet) riesigen Horn-Yaks - ein ochsenähnliches Tier, welches die Felder der Lillinge verwüstet.

Glücklicherweise hat einer der Dorfbewohner, nämlich Tibill, einen genialen Einfall: Horn-Yaks lassen sich durch gelbe Tücher beruhigen.
Nur leider gibt es andere Tiere, die durch diese Farbe erst so richtig aggressiv werden, und so kommt das Unheil ins Dorf und entwurzelt den Baum der Ahnen. Dieser war der Wohnsitz der Schtillinge, die gemeinsam mit den Lillingen leben. Zur Strafe wird Tibill ins Exil geschickt. Das heißt, er muss ganz alleine in die gefährliche Welt hinaus. Der Hoffnungsschimmer, dass er zurückkehren darf, wenn er die Welt gerettet hat, ist mehr ein rhetorischer Zusatz als eine tatsächlich denkbare Möglichkeit, wieder ins Dorf zurückzukehren. Denn schon bald tapst der liebenswerte Nichtsnutz von einem Fettnäpfchen ins nächste. Einen befreundeten Zauberer kann er nicht mehr antreffen, da dieser kurz zuvor ermordet wurde. Als er auf einem Schiff anheuern will, wird er prompt gefangen genommen und als Sklave verkauft. Doch dies bedeutet nicht das Ende seines jungen Lebens, sondern den Anfang eines gefahrvollen Abenteuers.

Autoren und Zeichner entführen den Leser in "Aufbruch ins Exil" in eine wundervolle Märchenwelt. Es wimmelt nur so von Riesen und Zwergen. Detailreich stellt sich das alltägliche Leben dar. Im Hafen kann man nicht nur neben normalen auch besonders große Schiffe sehen, sondern auch klitzekleine. Diese werden von Ameisen beladen, die sich genauso verhalten, wie man es im größeren Maßstab gewohnt ist. Es werden Fässer über den Steg gerollt und die Segel an den winzigen Masten gesetzt. Der männliche Hauptcharakter Tibill bekommt bald ein weibliches Pendent. Da es sich zumindest bei der jungen Dame um eine unfreiwillige Liaison handelt, sind hier Ärger und jede Menge Schmunzeln vorprogrammiert.
Die Story ist anfänglich etwas klischeehaft geschildert. Tibill ist zwar tollpatschig und natürlich führt sein Vorschlag zum Untergang des Dorfes, aber die Bewohner hätten auf ihn nicht hören brauchen. Ihm die alleinige Schuld in die kleinen Schuhe zu schieben, ist schon etwas gemein, für die Geschichte aber erforderlich. Auch später erscheint der Kleine mehr ein Spielball des Schicksals als selber seines Schmiedes Glück zu sein.

Obwohl eher für Erwachsene geschrieben, kommen auch Kinder mit der Geschichte problemlos zurecht. Man kann ihnen den Comic bedenkenlos geben, da das Hauptaugenmerk auf dem Humor liegt und nie wirklich Blut vergossen wird. Fantasymonster sind heutzutage kein ungewöhnlicher Anblick in den Medien mehr. Die Fantasywelt selbst und wie sie vor allem zeichnerisch dargestellt wird, wirkt auch trotz aller Intrigen und Gemeinheiten sanft und teilweise niedlich. Der Humor kommt in Wort und Bild zum Tragen. An einigen Stellen spürt man einen Hauch Uderzo und Asterix und Obelix.

Fazit: Ein bunter Fantasyspaß für Groß und Klein!

Eine Leseprobe findet man auf den Seiten des Verlages .

Lars Perner



Hardcover | Erschienen: 28. Januar 2011 | ISBN: 9783868692181 | Originaltitel: Tibill le Lilling - Salade d'Ortiz | Preis: 13,80 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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