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 Die Korsaren der Alkibiades, Band 3: Der Franzose


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Achtung, wesentliche Informationen, die im ersten und zweiten Teil der Serie "Die Korsaren der Alkibiades" für Spannung sorgen, werden in "Der Franzose" thematisiert. Wer die gesamte Serie von Szenarist Denis-Pierre Filippi und Illustrator Éric Liberge noch nicht von Anfang an gelesen hat, sollte die folgende Inhaltsangabe überspringen.

Venedig, 1826: Lydia, Mike und Peter finden einen weiteren Hinweis auf den Schatz, den die Geheimorganisation Alkibiades finden will. Curtis wiederum gelingt es bei einem Einbruch in den Louvre, die letzten fehlenden Textfragmente zu stehlen, die die genauen Koordinaten liefern können.
Nur wenig später wird eine Expedition in die Arktis entsandt, die den seit tausend Jahren im Eis versteckten Schatz bergen soll. Mit der Protagoras, einer Mischung aus Segelschiff, Dampfmaschine und metallbewehrtem Eisbrecher, stechen die fünf Freunde in See, um sowohl den geheimnisvollen Edinger als auch die ebenfalls in die Suche involvierten Franzosen, die ihnen immer wieder zuvorgekommen sind, auszustechen und den Schatz zuerst zu finden.
Doch nahe am Zielort scheinen nicht nur die drei konkurrierenden Machtgruppierungen einen gegenseitigen Vernichtungskrieg anzetteln zu wollen, die Eiswüste birgt auch noch etwas anderes, Grauenvolles. Nicht nur die Korsaren der Alkibiades merken schnell, dass es nicht mehr um den Schatz, sondern allein ums nackte Überleben geht.

Nach holprigem Beginn und wenig überzeugender Fortsetzung gelingt es Filippi im dritten Teil seiner Serie "Die Korsaren der Alkibiades" endlich, das Ziel ins Auge zu nehmen. Der Schatz ist endlich lokalisiert, die fünf Protagonisten, die trotz vieler Ansätze immer noch wie Fremde durch die teilweise beeindruckenden, oft aber auch nur verwirrenden Kulissen stolpern, machen sich mit einem klaren Ziel auf die Reise.
Leider vermisst man zwar abermals Antworten, denn weder wird deutlich, wer hinter "Alkibiades" steckt, noch welche Ziele wirklich hinter der Schatzsuche stecken. Auch die Motivation der einzelnen Personen ist mehr als dunkel.

Wieder kann Éric Liberge viele der Ungereimtheiten und Versatzstücke mit seinen außerordentlich vielseitigen Zeichnungen ausbügeln. Gelingen ihm auch die Gesichter der Personen weniger, sind es vor allem die Hintergründe, die technischen Besonderheiten dieser "Steampunk-Geschichte" und die Monster im letzten Drittel des dritten Abenteuers. Faszinierend seine Segelschiffe, grandios seine Schneebilder, die einen Zeichner vor die Unmöglichkeit stellen, etwas beinahe komplett Weißes zur Geltung zu bringen. Doch schon das Coverbild macht deutlich, dass Liberge dies fast in Perfektion zu Wege bringt. Mit wenigen Federstrichen vermag er Licht und Schatten in die endlose Eiswüste zu bringen, belebt er die Szenerie und lässt das dräuende Unheil fast fühlbar werden.

Auch der dritte Teil der Serie "Die Korsaren der Alkibiades" überzeugt nicht zur Gänze. Dafür sind die handelnden Charaktere zu diffus, die Story zu bruchstückhaft und die Motivationen der Personen zu sehr im Nebel. Doch sowohl Szenarist Filippi als auch Illustrator Liberge gelingt es den Leser dennoch in ihren Bann zu ziehen. Man will am Ende nun endlich wissen, wie es weiter geht, welche Abenteuer und Gefahren noch auf die verbliebenen Helden warten und welche Ziele "Alkibiades" wirklich verfolgt. Auch der Franzose und Edinger, die als Randfiguren immer wieder auftauchen, machen neugierig. Doch vor allem ist es wieder Liberge, der "die Kartoffeln aus dem Feuer zieht". Seine Bilder sind eine Augenweide, seine Illustrationen wunderbar vielschichtig und geheimnisvoll. Vor allem ihm ist es zu verdanken, wenn man nach dem ersten und zweiten Teil diesen Korsaren noch eine Chance gibt und es auch mit dem vierten Teil noch versuchen wird. Doch ob "Das geheime Projekt" endlich auch die Kritiker zufrieden stellt und mit dem Szenario versöhnt, ist zumindest fraglich, zu viele Aspekte dieser Serie sind mangelhaft.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 14. Januar 2011 | ISBN: 9783770433629 | Originaltitel: Le Francais | Preis: 13,95 Euro | 56 Seiten | Sprache: Deutsch

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