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 Das letzte Dinner auf der Titanic

Autoren: Dana McCauley
Verlag: Heyne

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität


Spätestens nach dem Film, welcher 1997 ein Kassenschlager für die Kinos war, weiß die Welt, was in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 geschah. Doch nicht nur für die Filmindustrie ist dieses Ereignis ein Thema, welches immer wieder gerne genutzt wird, sondern auch für Verlage war es nach dem Kinoerfolg ein lukratives Geschäft. So hat der Heyne-Verlag im selben Jahr ein Kochbuch herausgebracht, welches einem fünfzig Rezepte und Menüs des legendären Luxusliners verspricht.

Nach einem Vorwort von Walter Lord gibt es ein sehr ausführliches Essay. Darin wird unter anderem auf die verschiedenen Geschehnisse auf der Titanic eingegangen. Weiter geht es mit dem Titanic-Dinner der ersten Klasse. Dabei wird - nicht wie zu erwarten - mit den Gerichten angefangen, sondern es gibt grundlegende Anweisungen, wie man den Tisch herrichtet und welche Atmosphäre man zu einem solchen Essen benötigt, um es wirklich als "First Class"-Essen darzubieten. Zusätzlich erfährt man einige interessante Dinge über das "Ritz", das Restaurant der ersten Klasse, und die Unterhaltung bei den Mahlzeiten. Sobald alle wichtigen Kriterien rund um das Essen der gehobenen Schicht erklärt sind, beginnen die eigentlichen Rezepte des Abschnitts.

Nachdem der erste Teil der Rezepte abgeschlossen ist, geht es weiter zu dem Café, welches auf der Titanic existierte und dem Besucher das Gefühl geben sollte, er sitze in einem französischen Straßencafé. Im Folgenden wird noch auf den Speisesaal der Reichen und deren Empfangsraum eingegangen, bevor es mit einem weiteren Menüvorschlag und einigen Rezepten weitergeht. Da ein Menü mit elf Gängen - wie es damals für die gehobene Schicht durchaus üblich war - nicht einfach umzusetzen ist, befindet sich am Ende des Abschnittes über die erste Klasse einen Arbeitsplan, was man wann am besten macht.

Wie bereits zu erahnen, ist das Buch in drei Abschnitte nach Klassen aufgeteilt, in denen sich die Passagiere befanden. Dabei nimmt die erste Klasse natürlich den größten Teil ein, da die Menüs umfangreicher und die Räumlichkeiten zahlreicher waren. Bei der zweiten und dritten Klasse wird ebenfalls auf den Speisesaal eingegangen und es werden einige Rezepte vorgestellt. Anschließend folgen noch ein Epilog und eine Umrechnungstabelle, damit man die Rezepte leichter nachkochen kann. Das Ende des Buches bildet ein umfangreiches Kapitel über die Einladung und den Tafelschmuck bei einem solchen Dinner.

Die einzelnen Kapitel sind sehr detailliert beschrieben, wodurch dem Leser schnell deutlich wird, dass es sich hierbei nicht nur um reines Geldschaufeln handelt, sondern sich die Autoren wirklich Mühe gegeben haben, dem Leser mit diesem Buch wichtige Informationen über die Geschichte der Titanic an die Hand zu geben. Zahlreiche Bilder schmücken die Seiten des Buches, sodass man einen Eindruck dessen erhält, wie es Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gewesen sein könnte.

Nicht nur die Bilder, sondern auch die Schrift und die komplette Aufmachung des Buches sprechen für eine besondere Qualität, denn es wird sehr viel Wert auf die Dekoration und das altertümliche Gestalten des Buches gelegt. Die Rezepte sind genau beschrieben, doch auch wenn es perfekt erscheint, muss man für die Menüs der ersten Klasse einen ziemlich dicken Geldbeutel besitzen, denn auch heutzutage sind Spezialitäten nicht billig. Leider gibt es allerdings weniger Rezepte der beiden unteren Klasse oder Rezepte der ersten Klasse, die nicht ganz so teuer und trotzdem für ein Festmahl geeignet sind. Dadurch kann es leider - trotz der vielen Informationen und guten Beschreibungen - schnell passieren, dass das Buch im Schrank landet und verstaubt, weil man nicht das benötigte Geld für die Gerichte hat.

Vera Schott



Hardcover | Erschienen: 1. Januar 1997 | ISBN: 3453123514 | 143 Seiten

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