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 WWE All Stars


Cover
Gesamt ++++-
Action
Anspruch
Aufmachung
Bedienung
Bildqualität
Brutalität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Strategie
Ton
Früher war alles besser. Zumindest beim Wrestling. Prügelten sich in der "goldenen Ära" der 1980er und frühen 1990er Jahre noch die schrägsten Typen durch den Ring, so sind die jüngeren Charaktere in den Augen vieler ehemaliger Fans sehr blass und wenig charismatisch. Wer erinnert sich nicht an den großen Hulk Hogan? Oder den kürzlich verstorbenen "Macho Man" Randy Savage? Wie wärs mit Bret "Hitman" Hart? Ultimate Warrior, anyone? Und Mr. Perfect? Wer jetzt nicht stirnrunzelnd dasitzt, sondern in Kindheitserinnerungen versunken grinst, darf sich freuen: THQ Entertainment lässt in "WWE All Stars" für die Playstation 3 die bekanntesten Schaukämpfer der Vergangenheit gegen die heutige Riege muskelbepackter Ringartisten antreten.

Bereitmachen zum Kampf
In dem Treffen der Generationen darf man es in zahlreichen unterschiedlichen Spielmodi krachen lassen. Neben dem klassischen 1-on-1-Duell stehen auch Tag Team-, Extreme Rules- und Käfigevents auf dem Programm. Im "Path of Champions" stellt man sich mit einem Kämpfer zehn aufeinanderfolgenden Matches, um der Beste der Besten zu werden. Besonders zu erwähnen ist die "Fantasy Warfare"-Spielvariante, in dem jeweils eine Legende gegen einen aktuellen Superstar mit ähnlichen Eigenschaften antritt. So beackern sich die Egomanen Mr. Perfect und The Miz; eine besonders kriegerische Auseinandersetzung liefern sich der Ultimate Warrior und der Ire Sheamus; und richtig wuchtig geht es zwischen André the Giant und The Big Show zu. Wer nach alldem seinen Lieblingswrestler noch nicht gefunden hat, erstellt sich einfach selbst einen, kleidet ihn ein und steigt in den Ring. Gekämpft wird alleine gegen die CPU, online über das PSN oder per Splitscreen auch mit bis zu vier Spielern auf der heimischen Couch.

Nicht nur die Frisur betoniert
Grafisch bietet "WWE All Stars" keine besonderen Finessen: Die Wrestler sind als aufgepumpte, überzeichnete Figuren konzipiert, was ihnen einen gewissen Actionfiguren-Look beschert. Das passt gut zur ohnehin nicht realistischen Grundidee, grafisch anspruchsvoll ist es aber dennoch nicht. Auch die Hintergründe sind kaum der Rede wert, da gibt es außer ein paar Scheinwerfern und einer schwammigen Zuschauermeute nicht viel zu sehen. Auch ansonsten präsentiert sich das Spiel eher unauffällig, wirklich glanzlichtverdächtig sind aber die tollen Einspielfilme vor den "Fantasy Warfare"-Kämpfen: In schön geschnittenen und atmosphärisch vertonten Sequenzen werden da die Kontrahenten mit Szenen aus ihren besten Auftritten vorgestellt wenn da keine Vorfreude auf das Match aufkommt!

Einstieg leicht gemacht
Das Gameplay unterscheidet sich stark von den restlichen WWE-Spielen, was nicht nur daran liegt, dass dieses Game von einem anderen Entwickler stammt, sondern auch der andersartigen Konzeption geschuldet ist. "WWE All Stars" will ein arcadelastiges Prügelspiel für Jedermann sein, nicht nur für heutige Wrestling-Enthusiasten. Gerade die ehemaligen Fans sollen sich an dem Spiel erfreuen und das dürfte durchaus der Fall sein, selbst wenn sie wenig Erfahrung mit diesem Genre haben. Die Steuerung ist dementsprechend sehr intuitiv und leicht zu meistern. Würfe, Schläge und sogar Konter gehen gut von der Hand, so dass spaßige Runden mit Freunden oder gegen den Computer auch für Gelegenheitsspieler kein Problem darstellen. Lobenswert flüssig spielt sich das Ganze also auf jeden Fall, wenngleich es nicht immer ganz präzise zur Sache geht.

Ich warte ... und warte ... und warte ...
Weniger überzeugend als das Game selbst sind die Ladezeiten, die für heutige Verhältnisse eine einzige Katastrophe sind. Nicht genug damit, dass man nach dem Startbildschirm erstmal allzu lange auf das Menü warten darf auch vor jedem Einmarsch sowie vor und nach den Kämpfen nervt die Warterei doch zunehmend. Angesichts der kaum rechenintensiv erscheinenden Optik darf THQ kaum auf Verständnis hoffen: Das muss schneller gehen. Zusätzlich erleben einige Playstation 3-Spieler (darunter auch der Rezensent) das eigenartige Phänomen, dass bei jedem Start des Spiels nach Discwechsel neu zwischengespeichert wird und das mehrere Minuten lang. Hier sollte THQ definitiv per Patch nachbessern, denn derartige Wartezeiten für ein Zwei-Minuten-Match sind einfach nicht angemessen.

Klasse Action mit reichlich Wumms
Den technischen Macken zum Trotz ist "WWE All Stars" ein wunderbar eingängiges Spiel für zwischendurch, das zusammen mit Freunden noch viel mehr Spaß macht als alleine. Ring frei also für junge Wrestling-Fans, die die alten Haudegen mal kräftig auf die Matte schicken wollen. Und für alle, die mit den Helden ihrer Jugend der nächsten Generation zeigen wollen, dass früher einfach alles besser war. Zumindest beim Wrestling.

Marc Zeller



Konsolenspiel | Erschienen: 1. April 2011 | FSK: 16 | PS3 | Preis: 59,50 Euro | für 1 - 4 Spieler | Verfügbare Sprachen: Englisch, Deutsch

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