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 Wasser für die Elefanten

Autoren: Sara Gruen
Übersetzer: Eva Kemper
Verlag: Rowohlt Tb

Cover
Gesamt ++++-
Anspruch
Aufmachung
Brutalität
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Jacob Jankowski wird dazu gezwungen, über sein über 90-jähriges Leben nachzudenken, als ein Wanderzirkus sein Zelt vor seinem Pflegeheim aufschlägt und ihn dadurch an seine Vergangenheit erinnert.
1931 führt die Wirtschaftskrise dazu, dass Existenzen im Wimpernschlag vernichtet werden. Auch Jacob muss ein Tiermedizinstudium aufgeben, als seine Eltern sterben und das Haus hochverschuldet ist. Ohne einen Pfennig in der Tasche macht er sich auf den Weg ins Nirgendwo, mittellos und voller Trauer. Zufällig landet er im Zug eines Zirkusses, wo er aus Mangel an Alternativen bleibt. Hier ist seine Muskelkraft und auch sein Fachwissen über Tiere gefragt. Langsam verliebt sich Jacob in die Kunstreiterin Malena, doch sie ist verheiratet. Und so steuert das Paar, ebenso wie der Zirkus selbst, auf eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes zu.

Wie viele Bücher ernetet dieses endlich neuen Ruhm, nachdem die Verfilmung in den Kinos lief. Wenn das Kino so wie hier den literarischen Vorlagen zu Ruhm verhilft, wünscht man sich mehr davon, um mehr Bücher zu entdecken. Aber unabhängig von der Verfilmung ist dieses Buch berührend, bewegend und voller großer Gefühle.

Jacob Jankowski verliert als junger Mann alles und muss sich mühsam ins Leben zurückkämpfen. Im Zirkus, in dem er anheuert, gelingt ihm das auch teilweise, er findet neue Freunde, neue Feinde und im Verlauf der Geschichte eine neue Liebe. Diese Liebe birgt eine eigene Tragik, denn Malena ist mit einem tyrannischen, gefährlichen Mann verheiratet.

"Wasser für die Elefanten" beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Zirkusleben und wird daher auch Zirkusfans sehr auffallen, allerdings wird das Zusammenleben und -arbeiten in dieser Form ganz und gar nicht beschönigt. Die Arbeit ist hart, der Umgangston rauh und ein Leben, sei es Mensch oder Tier, zählt nur, solange dieser oder dieses auch wirklich Geld einbringt. Diese Verachtung zeigt sich im Ton, in den Dialogen und in der Atmosphäre des Buches, so dass hier eher bedrückt als verklärt wird. Dennoch - das lässt die gesamte Geschichte in einem realistischen Licht erscheinen.

Trotz der bedrückenden Momente ist das Buch wunderbar gefühlvoll geschrieben, die Emotionen werden bildhaft vermittelt, und man kann als Leser richtiggehend in der Geschichte von Jacobs Leben versinken. Dabei versäumt es die Autorin nicht, genügend humorvolle Szenen einzubetten, die die Bedrücktheit etwas auflockern und zeigen, dass auch unter schwierigen Umständen Freundschaft und Spaß herrschen können. Leider nimmt mit steigender Spannung im letzten Drittel des Buches die Poesie der Sprache mehr und mehr ab. Das Leichte, Luftige der Fomulierungen geht verloren, viele Ausrufe häufen sich, und es scheint, als hätte die Zeit gefehlt, trotz dramatischer Ereignisse auf Formulierungen und Stil zu achten.

"Wasser für die Elefanten" überzeugt mit einer bewegenden Liebesgeschichte, die nicht klassischerweise kitschig-romantisch verläuft, einem ungewöhnlichen Setting und einem spannenden Leben des Protagonisten.

Auf der Verlagsseite führt ein Link zu einer Leseprobe.

Anja Thiemé



Taschenbuch | Erschienen: 1. August 2009 | ISBN: 978-3499248450 | Originaltitel: Water for Elephants | Preis: 9,99 Euro | 416 Seiten | Sprache: Deutsch

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