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 Ingmar Bergman

Essays, Daten, Dokumente


Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Preis - Leistungs - Verhältnis
Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman ist eine der Größen des europäischen Autorenkinos und bis heute Referenz für zahlreiche Filmemacher aus aller Herren Länder. Unter anderem ist er der Lieblingsregisseur Woody Allens. Das mag manche erstaunen, wenn man das Oeuvre der beiden vergleicht: Bis auf "Das Lächeln einer Sommernacht" lassen sich Bergmans Filme, anders als der Groteil von Woody Allens Schaffen, nicht dem Genre der Komödie zurechnen. Ganz im Gegenteil: Geht es bei beiden Regisseuren zwar grundsätzlich um die gleichen existenziellen Themen Liebe, Kunst, Tod, Glaube, Moral , so ist deren Behandlung bei Bergman ungleich düsterer, schwerer. In über fünfzigjähriger Arbeit hat er um diese Themen einen beeindruckenden Filmkorpus geschaffen, dem bei der Berlinale 2011 eine Retrospektive gewidmet war. Diese begleitend hat die Deutsche Kinemathek in Zusammenarbeit mit dem Bertz + Fischer Verlag einen Band herausgegeben, der Ingmar Bergmans Gesamtwerk und vor allem deren zeitgenössische Rezeption nachzeichnet und bebildert.

Neben einem Vorwort enthält das Buch fünf einsichtsreiche Kurzessays der Journalistin Marion Löhndorf (auf Deutsch sowie in englischer Übersetzung), die sich jeweils einem thematischen Schwerpunkt widmen ("Suche", "Künstler", "Glaube", "Beziehungen", "Leben und Arbeit") und diesem im Anschluss diejenigen Filme zuordnen, in denen er besonders zum Tragen kommt. Dabei fehlt nicht der Hinweis, dass diese Themen so etwas wie das Grundgerüst des Bergmanschen Werkes bilden und sie in fast allen seiner Filme eine Rolle spielen.
Zu Bergmans Filmen, die allesamt enthalten sind, von "Hets" (1944) über seine berühmtesten Arbeiten wie "Das siebente Siegel" (1957), "Wilde Erdbeeren" (1957), "Persona" (1966) und "Szenen einer Ehe" (1973) bis hin zu seinem letzten Film "Sarabande" (2003) gibt es jeweils mindestens eine ganzseitige Abbildung ein Filmstills oder ein Foto von den Dreharbeiten , zu den bekannteren Filmen auch noch weitere Bilder. Außerdem finden sich jeweils die produktionstechnischen Angaben und eine Auflistung des Mitarbeiterstabs.
Der Wert dieses Bandes liegt jedoch vor allem in der interessanten Sammlung von zeitgenössischen Kritiken zu den einzelnen Filmen, die teils ganz, teils in Ausschnitten wiedergegeben werden. Diese erlauben einen aufschlussreichen Querschnitt der zeitgenössischen Rezeption seines Werkes. Vertreten sind hier Stimmen namhafter Journalisten neben denen weniger bekannter Schreiberlinge, Dokumente aus verschiedenen internationalen Zeitungen und Zeitschriften, vom Stockholmer Svenska Dagblatt über die Süddeutsche Zeitung bis zur Variety. Dabei sind die englischsprachigen Texte in der Originalsprache abgedruckt, andere fremdsprachige Texte sind ins Deutsche übersetzt.
Mit "Ingmar Bergman: Essays, Daten, Dokumente" kann sich jeder Fan des großen schwedischen Regisseurs ein wunderbares Nachschlagewerk ins Regal stellen, das man immer mal wieder zur Hand nehmen kann, in anderer Leute Betrachtungen seiner Filme zu schmökern.

Als minimaler Kritikpunkt sei nur angemerkt, dass es dem des Schwedischen nicht mächtigen Leser bisweilen etwas schwer fällt, anhand des Inhaltsverzeichnisses oder auch beim Durchblättern gezielt einen Film zu finden, da in der Überschrift nur die Originaltitel angegeben sind. Abhilfe schaffen kann da jedoch der Anhang, der ein Liste mit den deutschen und englischen Verleihtiteln inklusive Seitenzahl enthält.

Silke Hettich



Softcover | Erschienen: 1. Februar 2011 | ISBN: 978-3865052087 | Preis: 22,90 Euro | 248 Seiten | Sprache: Deutsch, Englisch

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