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 Arthur - Ein keltisches Heldenepos, Band 1: Myrddin der Verrückte


Cover
Gesamt +++--
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Humor
Spannung
Kaum etwas hat so viele literarische Aufgüsse erlebt wie der Sagenkreis um Artus und seine Tafelrunde. Die Comicserie „Arthur – Ein keltischer Heldenmythos“, die von einem französischen Zeichnerteam geschaffen wurde, konzentriert sich auf die ursprünglichen Sagen, übernimmt auch die keltischen Namen. So ist der weise Merlin und seine Jugend das Thema des ersten Bandes – und natürlich heißt Merlin dann eben hier Myrrdin.
Wie das mit Sagengestalten gerne mal passiert, wird Myrrdin ohne das Zutun eines Vaters geboren. Außerdem kann er sofort nach Geburt sprechen, was vermutlich recht praktisch ist. Schnell vermag er sich mit seinen unheimlichen Kräften einen gewissen Respekt zu verschaffen, spielt hier und da Leuten kleine Streiche, ist aber auch hilfsbereit und eigentlich ein ganz Netter. Nebenbei spricht er mit Tieren, wird von einem zahmen Wolf begleitet und weiß immer schon alles vorher.

Da gerade die Lloegrier – anderes Wort für die Sachsen – unter ihrem legendären Anführer Hengist ein Problem darstellen, gibt es nebenbei auch die Geschichte des hinterhältigen Königs Vortigern und seines Nachfolgers Emrys zu schauen und zu lesen. Eine Geschichte, in die sich die um Myrrdin mehr und mehr einwebt. Der erfährt ein wenig Glück mit seiner Frau Gwendolyn und im Kreise von Freunden und Verwandten. Aber das Schicksal meint es nie gut mit Magiern und Propheten: Myrrdin wird eine zeitlang wahnsinnig und nur der ähnlich wunderbare Barde Taliesin, der innerhalb von drei Jahren zu einem jungen Manne heranwuchs, kann Myrrdin helfen. Am Ende steht die Prophezeiung, dass ein neuer König geboren ist – Arthur.

Viel Geschichte steckt in den 55 großformatigen Seiten von „Myrrdin der Verrückte“. Blut und nackte Haut wird nicht versteckt, aber der Kern ist die Magie und die Wunder, die Myrrdin, und manchmal auch Taliesin, vollbringen. Von den psychologischen Ansätzen vieler Arthusromane der letzten dreißig Jahren bleibt hier nichts übrig. Der Comic ist den Sagen gewidmet, und die sind oft weder logisch noch nachvollziehbar. Man interessiert sich nicht für den Kern der Sagen, der wahr sein könnte, sondern bildet sie ziemlich genau ab. Allein: Es sind die ursprünglichen Sagen, nicht die verzauberte Ritterwelt, die später aus dem Artus-Sagenkreis wurde.

Der Zeichenstil ist realitätsnah, fast zu bunt und oft recht idyllisch. Trotz einiger eher ernüchternder Schlachtenbilder wird die Grenze zum Kitsch das eine oder andere Mal durchaus überschritten. Die Texte wirken mitunter ein wenig altbacken. Es steckt ein alter Sagenduktus dahinter. So wird auch das Gesamtbild eines, das irgendwo zwischen klassisch und altmodisch changiert. Der Comic macht sich gut in einer Sammlung der Artussagen, bringt aber recht wenig Neues mit. Die Zeichnungen sind jedoch gutes Handwerk: Die Charaktere sind gut unterscheidbar, und wer mit der oftmals arg mystischen Sagenwelt klar kommt und Wunder akzeptiert, für den ist dieser Comic durchaus ein Gewinn.

Holger Hennig



Hardcover | Erschienen: 1. Januar 2002 | ISBN: 9783936068443 | Originaltitel: Myrrdin Le Fou | Preis: 12,50 Euro | 55 Seiten | Sprache: Deutsch

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