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 Happy Family

Autoren: David Safier
Verlag: Kindler

Cover
Gesamt ++---
Anspruch
Aufmachung
Gefühl
Humor
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Der vierte Roman von David Safier, "Happy Family" verspricht wieder ein unterhaltsamer Roman über die Wandlung seiner Protagonisten durch übernatürliche Ereignisse zu werden. Doch das, was "Mieses Karma", "Jesus liebt mich" und "Plötzlich Shakespeare" bieten, kann "Happy Family" nicht ansatzweise liefern.

Emma ist unglücklich. Sie hat ihre große Liebe jung geheiratet, Kinder bekommen und dafür ihre Karriere geopfert. Jetzt führt sie in einer Kleinstadt ein eher schlecht gehendes Büchergeschäft, ihr Mann versinkt in seiner Arbeit und hat kaum noch Augen und Ohren für anderes, ihre Kinder sind pubertierende Monster geworden. Als sie versucht, den Familiensinn zu stärken und ihre Familie daher zwingt, sie auf eine Buchvorstellung zu begleiten - das ganze auch noch verkleidet als Monster- nimmt das Unheil seinen Lauf. Der Abend wird ein Reinfall und zusätzlich werden sie von einer Hexe in die Monster verzaubert, deren Kostüme sie tragen. Als Vampir, Frankensteins Monster (Frankenfurz genannt), Mumie und Werwolf müssen sie um die halbe Welt reisen, um den Fluch wieder aufzuheben.

Seine ersten drei Romane haben David Safier viele Fans eingebracht. Aber viele von ihnen wird er mit "Happy Family" wieder verlieren. So klischeehafte Charaktere sind schon nicht mehr als Persiflage zu sehen, sondern nerven einfach nur und tragen dazu bei, dass man den Roman nicht an einem Stück lesen kann, sondern immer wieder eine Pause von diesem Theater benötigt.

Die Familie Wünschmann ist alles andere als eine glückliche Familie, das stellt auch die Hexe fest, die sie verflucht. Ab diesem Tag sind alle in ihren Kostümen gefangen: Mutter Emma wird zur Vampirin, Vater Frank zu Frankenfurz, Tochter Fee zur Mumie und Sohn Max zum Werwolf. Davon abgesehen ändert sich zunächst wenig an der Familienkonstellation. Die Kinder pubertieren und zicken weiterhin, bevorzugtes Opfer ist die Mutter, die das mit Gleichmut erträgt und nebenher die komplette Familie managt - wie vorher auch. Frank hingegen ist farblos und äußerst sich als Monster noch weniger als als Mensch - auch wenn das in den "menschlichen" Kapiteln zunächst unmöglich erscheint. Auf den ersten Blick eine Konstellation, die in vielen Familien herrscht. Aber die vielen Klischees und Plattitüden tragen nicht dazu bei, dass diese Familie austauschbares Bild für jeden Leser wird, sondern fördert die Langeweile und die Belanglosigkeit. Was mit den Charakteren passiert, ob sie den Fluch brechen können, das ist dem Leser einfach egal. Was zählt, ist das das Buch bald endlich vorbei ist.

Safier ist für überragenden Wortwitz und Situationskomik bekannt, beides findet sich in diesem Roman leider viel zu selten. Nur hin und wieder blitzt ein Funke dessen hervor, was dieser Autor kann. Diese Momente wecken dann den Leser wieder aus seiner Lethargie, allerdings nicht lange.
Die einzelnen Kapiteln werden aus jeweils anderen Sichtweisen geschildert. So gewinnt der Leser einerseits ein besseres Bild über Sorge und Probleme der einzelnen Charaktere (nicht, dass diese schwierig zu durchschauen wären), wird andererseits aber immer wieder gestört, wenn er doch so etwas wie einen Lesefluss gefunden hat.

"Happy Family" muss man definitiv nicht lesen. Auch für große Fans des Autors kann dieser Roman enttäuschend enden, da hier wenig des bekannten Wortwitzes und Bissigkeit hervorblitzt. Stattdessen versinken die Charaktere und Dialoge in der Belanglosigkeit, hetzen ohne roten Faden um die Welt und fordern mehr als einmal die Frage heraus, warum man dieses Buch eigentlich zu Ende lesen möchte.

Eine Leseprobe findet sich auf der Detailseite zum Buch beim Verlag.

Anja Thiemé



Hardcover | Erschienen: 14. September 2011 | ISBN: 978-3463406183 | Preis: 18,95 Euro | 320 Seiten | Sprache: Deutsch

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