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 Die gläsernen Schwerter, Band 1: Yama

Serie: Die gläsernen Schwerter, Band 1
Autoren: Sylvia Corgiat
Illustratoren: Laura Zuccheri
Übersetzer: Resel Rebiersch
Verlag: Splitter Verlag

Cover
Gesamt +++++
Anspruch
Aufmachung
Bildqualität
Brutalität
Gefühl
Preis - Leistungs - Verhältnis
Spannung
Die kleine Yama lebt zusammen mit ihren Eltern in einem Dorf, dem es eigentlich ganz gut geht. Wäre da nur nicht Orland, ein mächtiger Herrscher, der mit seinen Gefolgsleuten die Menschen immer wieder unter Druck setzt, gewalttätig wird und die Frauen schändet. Meistens gelingt es allen, sich von ihm fernzuhalten oder ihn möglichst nachsichtig zu stimmen, aber nicht an diesem verhängnisvollen Tag.

Yama ist gerade aus dem Wald zurückgekehrt, als etwas sehr Merkwürdiges im Dorf geschieht. Ein gleißend heller Lichtpunkt bewegt sich direkt vom Himmel her auf sie alle zu. Das kometenartige Etwas schlägt geradewegs in die riesige Reliquie der Dörfler ein. Yamas Vater, seines Zeichens auch der Chef, sieht das als Hinweis darauf, dass sie sich endlich gegen die Unterdrückung auflehnen sollen, zumal es sich bei dem seltsamen Gegenstand um nichts anderes als ein Schwert handelt. Doch bevor auch nur irgendetwas entschieden werden kann, sind bereits Orland und seine Männer aufgetaucht und beanspruchen das Schwert für sich. Allerdings verwandelt der Erste, der es berührt, sich unter Schmerzen in Glas und zerfällt in tausend Stücke. Zu allem Überfluss verlangt Orland für die Nacht nicht nur irgendeine Frau, sondern Regenbogen, Yamas Mutter. Ihr Vater ist außer sich vor Wut und will dagegen angehen, doch um sich selbst zu schützen und Orland das zu geben, wonach er verlangt, bringen ihn seine eigenen Leute mit Gewalt zum Schweigen. In all dem Chaos kann allerdings eine entkommen: Yama. Das Mädchen versucht aus lauter Wut noch seinerseits, das Schwert aus seiner Verankerung zu reißen, was ihr aber misslingt - immerhin weiß sie nun aber, dass sie es unbeschadet berühren kann -, dann flüchtet sie aus Angst in den angrenzenden Wald. Dort in der Einsamkeit trifft sie auf den eigenbrötlerisch lebenden Miklos und wird von ihm aufgenommen. Er verspricht, ihr das Kämpfen beizubringen, damit sie, wenn sie stark genug ist, das Schwert bekommen und ihren Rachedurst an Orland stillen kann. Was Yama nicht weiß, ist, dass die beiden Männer eine gemeinsame Vergangenheit verbindet ...

"Yama" ist der großartige Auftakt zur Comic-Serie "Die gläsernen Schwerter" von Sylvia Corgiat und Laura Zuccheri. Das Cover verspricht exakt das, was die Zeichnungen im Inneren des Bandes zu halten wissen. Üppige Naturlandschaften, eine ebenso außergewöhnliche wie entzückende Fauna und ein tapferes Mädchen, das lernt, seinen eigenen Weg zu gehen. Yama bildet ganz klar den Rahmen für das hier Erzählte, auch wenn die Geschichte viel tiefgreifender ist als ihr Verlangen nach Rache. Unter anderem hat auch der Prozess des Erwachsenwerdens hier seinen Platz, die Bindung zur Familie oder die Freundschaft. Schnell zeigt sich außerdem, dass hinter dem auf die Erde gefallen Schwert viel mehr steckt als nur die Geschichte des Mädchens. Es gehört zu einer Gruppe von insgesamt vier Schwertern, die gemeinsam dazu in der Lage sein sollen, die baldige Zerstörung der Welt durch die immer heißer werdende Sonne zu verhindern. Auch Miklos ist ein Charakter, der tiefgründig ist, denn er hat sich nicht nur eines kleinen, trotzigen Mädchens angenommen, sondern weiß als einer der wenigen Menschen über die Schwerter und ihren Zweck Bescheid.

Die Zeichnungen des Comics sind einzigartig. Man ist natürlich versucht Vergleiche zu ziehen, so ähnelt die Fauna ein wenig den Bildern von "Leo" aus seiner "Aldebaran"-Reihe, aber wirklich gerecht wird das Laura Zuccheris einzigartiger und neuartiger Welt nicht. Sie hat ihresgleichen noch nicht gefunden, was sie so besonders interessant und beeindruckend macht. Aber nicht nur die Individualität der Bilder weiß zu überzeugen, sondern auch ihr Detailreichtum und ihre realistische Darstellung. Sie wirken unglaublich echt, selbst die Menschen scheinen fast lebendig zu sein, so intensiv werden ihre Gesichtszüge und Emotionen darin gezeigt. Das, kombiniert mit der viel versprechenden Geschichte, macht aus "Yama" eine der interessantesten und besten Comic-Veröffentlichungen des Jahres. Zwar ist die Handlung deutlich an andere Fantasygeschichten oder -sagen angelehnt (man denke nur an Artus, der ein Schwert aus dem Stein ziehen musste), trotzdem ist sie bis zum Ende des ersten Teils eigenständig und spannend. Bleibt zu hoffen, dass sie sich weiter so wundervoll entwickelt wie bisher.

Auf der Homepage des Splitter-Verlags findet man eine ausführliche Leseprobe.

Bine Endruteit



Hardcover | Erschienen: 1. Januar [Value3] | ISBN: 9783868693195 | Originaltitel: Les Épées de Verre: Yama | Preis: 13,80 Euro | 56 Seiten | Sprache: Deutsch

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