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 Sherlock Holmes & die Vampire von London, Band 1: Der Ruf des Blutes


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Sherlock Holmes ist tot. Dr. Watson und Inspektor Lestrade können es nicht fassen, aber der berühmte Detektiv ist gemeinsam mit Professor Moriarty unter dramatischen Umständen gestorben. Zumindest glauben das seine Freunde und Gegner. Denn Holmes will nicht mehr in sein altes Leben zurück. Er hat seinen Tod inszeniert, um Abstand von der immer anödenderen Routine zu finden vor allem, da sein schlimmster Widersacher Moriarty nicht mehr existiert.
Doch Sherlock Holmes irrt sich gewaltig. Kaum hat er sich im Geheimen in seinem Versteck in Paris mit seinem Bruder Mycroft getroffen, werden beide Zeugen eines abscheulichen Mordes offensichtlich begangen von Vampiren. Und auch wenn Holmes der letzte ist, der an Übernatürliches zu glauben bereit ist, muss er sich doch eingestehen, dass die Kreaturen, mit denen er es zu tun bekommt, über unglaubliche Macht verfügen. Holmes wappnet sich, will doch der Anführer der Vampire ihn in London treffen.

und wieder eine Neuinterpretation des Mythos Sherlock Holmes. Diesmal sind die Gegner des Detektivs Vampire. Übernatürliche Wesen, die mit einem Fingerschnippen Menschen durch die Luft fliegen lassen können, ihnen dabei mal eben sämtliche Knochen brechen können und die, wenn man sie denn zu töten in der Lage ist, in Sekundenbruchteilen in Flammen aufgehen. Und diese Fabelwesen der Anführer hat Flügel wie der leibhaftige Teufel, die er nach Belieben verschwinden lassen kann als Widerpart zum streng logisch denkenden, der Wissenschaft verpflichteten, extrem nüchternen Sherlock Holmes? Kann das funktionieren?
Nein, es funktioniert definitiv nicht. Das Szenario hat derart viele Lücken und Fragezeichen, dass es mehr als nur kracht im Gebälk. Warum Sylvain Cordurié sich den Kampf gegen Vampire und ihre entarteten Vettern ausgesucht hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Es passt einfach nicht. Der Mann wird zum Spielball der Übermacht der Vampire und liefert sich auf Gedeih und Verderb deren Anführer aus. Nichts vom sorgfältig ausgearbeiteten Charakter des Meisterdetektivs ist für diesen Fall nutzbar, kaum eine Eigenschaft wird aufgegriffen oder variiert. Holmes ist nur noch ein müder, blasser Abklatsch seines Alter Egos in den Büchern Conan Doyles.

Leider tragen auch die Illustrationen von Vladimir Krstic-Laci wenig dazu bei, diesen Comic zu lieben. Die Gesichter wirken holzschnittartig, die Hintergründe zu wenig detailliert, um die Geschichte überzeugender wirken zu lassen. Auch die Effekte rund um die grausamen Morde sind eher voyeuristisch denn gelungen. Köpfe werden viele beinahe abgerissen in diesem Abenteuer, doch die Kumpanei der Königin und des Establishments mit den Vampiren bleibt einfach zu sehr an den Haaren herbeigezogen, um zu faszinieren.
Allein die viktorianische Epoche wird mit vielen kleinen Details wiederbelebt und sehr atmosphärisch in Szene gesetzt hier macht Krstic-Laci alles richtig.

Bleibt die Hoffnung, dass der zweite Band mehr den Detektiv und seine typischen Charakteristika hervorkramt und den Mythos Holmes in irgendeiner Art und Weise nutzt ansonsten wird diese Serie wohl schnell wieder in der Versenkung verschwinden als sehr skurrile und unpassende Entlehnung einer literarischen Gestalt.

"Der Ruf des Blutes" ist in Wort und Bild fast ein Desaster, das von A wie albern bis Z wie zähflüssig (!) in keinster Weise überzeugen kann. Vielleicht aber gelingt dem Künstlergespann ja im zweiten Teil die Wende, man weiß ja nie.

Stefan Erlemann



Hardcover | Erschienen: 7. April 2011 | ISBN: 9783941815681 | Originaltitel: Sherlock Holmes & le Necronomicon: L'ennemi intérieur | Preis: 13,95 Euro | 48 Seiten | Sprache: Deutsch

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